Internet-Berühmtheiten - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Internet-Berühmtheiten Die im Netz spinnen!

Vom Niemand zum Helden in ein paar Klicks: Im Netz kann jeder Promi werden - egal ob Autoverkäufer, Sith-Lord oder übergewichtiges Haustier. einestages zeigt die skurrilsten Überraschungserfolge aus 20 Jahren WWW - und erklärt, warum mancher Star gern wieder unbekannt gewesen wäre.
1 / 11

Ferien in Photoshop: Ein Mann mit Wollmütze, der auf der Aussichtsplattform des World Trade Centers steht, im Hintergrund eines der Attentäterflugzeuge, die die Türme des Bauwerks am 11. September 2001 zusammenstürzen ließen. Der "Tourist Guy", erst als spektakuläres letztes Foto vor dem Einsturz der Hochhäuser gehandelt, entpuppte sich nach kurzer Zeit als Fälschung. Péter Guzli, ein Tourist aus Ungarn, hatte das Foto ursprünglich am 28. November 1997 aufgenommen - und das Flugzeug nachträglich hineinmontiert. Zur Homepage "Tourist of Death" .

Foto: dapd
2 / 11

Feucht-fröhlich: Als die Amerikaner Fritz Grobe und Stephen Voltz im Jahr 2005 entdeckten, dass sich mit in Cola geworfene Mentos-Kaubonbons enorme Zuckerwasserfontänen erzeugen ließen, nutzten sie den überraschenden Effekt zunächst nur für einen Sketch ihrer Theatergruppe "Eepybird" mit zehn Cola-Flaschen. Doch nach fünf Monaten weiterer Versuche filmten sie einen zweiten, spektakuläreren Versuch: Mit 101 Cola-Flaschen und zahllosen Mentos-Bonbonbs erzeugten sie auf einer Wiese gigantische Zuckerwasserspiele, die auf YouTube einschlugen wie eine Bombe. Ihr Video "The Extreme Diet Coke & Mentos Experiments: Experiment #137" machte sie weltbekannt, verschaffte ihnen lukrative Werbedeals und gewann 2007 den ersten Webby-Award, der je für virale Videos verliehen wurde. Zum YouTube-Channel von "EepyBird" .

Foto: Diane Bondareff / AP
3 / 11

Nachrichten zum Mitsingen: Im April 2009 veröffentlichten die Brüder Michael, Andrew und Evan Gregory sowie dessen Frau Sarah Fullen Gregory auf YouTube die erste Folge ihrer Webserie "Auto-Tune the News". Darin verfremdeten sie amerikanische Fernsehnachrichten mit der Musiksoftware Auto-Tune so, dass die Sprecher und Interviewten zu singen schienen. Aus den zusammengeschnittenen Szenen komponierten die Gregorys Popsongs, die so eingängig und witzig waren, dass sie schnell Millionen von Zuschauern begeisterten. Hier geht's zu "Auto-Tune the News, Folge 2".

Foto: AP
4 / 11

Spiel mit der Authentizität: Im Juni 2006 startete ein Mädchen namens Bree unter dem Usernamen "Lonelygirl15" einen Videoblog, der YouTube-Geschichte schreiben sollte. Eigentlich erzählte sie in ihrem Blog nur von unspektakulären Teenager-Angelegenheiten, redete über ihre Freunde, übers Küssen oder machte Andeutungen über die Religion ihrer Familie. Dennoch folgten bald Tausende dem Videotagebuch des Teenagers. Was sie zunächst nicht wussten: Bree war eine Kunstfigur in einer inszenierten Web-Serie, gespielt von der neuseeländischen Schauspielerin Jessica Rose. Erst im September 2006 wurde der Blog als Fiktion enttarnt. Zum Youtube-Channel der Serie "Lonelygirl15".

Foto: Getty Images
5 / 11

Sitztanzmeister: Gary Brolsma ist den meisten Internet-Nutzern besser bekannt als der "Numa Numa Guy". Das "Numa Numa" ist ein Zitat aus dem Refrain des moldawischen Pop-Hits "Dragostea din tei", zu dem Gary aus reiner Langeweile 2004 voller Inbrunst vor einer Webcam Playback sang und mittanzte. Das auf der Website "Newgrounds" veröffentlichte Filmchen begeisterte schnell Tausende Netz-Surfer. Zu Beginn versuchte Brolsma, sich der durch das Video entstandenen öffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen - doch nach einer Weile erkannte er die positiven Seiten seines Ruhms: Er stellte weitere Playback-Videos von sich ins Netz und begann, Interviews zu geben. Bis heute gilt der "Numa Numa Guy" als einer der größten Internet-Stars überhaupt. Brolsmas "Numa Numa Dance" auf newgrounds.com

6 / 11

Berühmter Küsser: 1999 bekam der türkische Journalist und Lehrer Mahir Cagri plötzlich Anrufe von Wildfremden, die ihm zu seiner gelungenen Homepage gratulierten - und stellte verblüfft fest, dass ein Unbekannter seine Homepage "entführt" und eine besser zugängliche Kopie davon veröffentlicht hatte, weil er sich so über das radebrechende Englisch Cagris, das auf seiner Homepage durchscheinende Interesse daran, Frauen kennenzulernen und Cagris persönliche Fotos in winzigen Badehosen und riesigen Anzügen amüsiert hatte. Bald war Mahir Cagri international in den Zeitungen, drehte ein eigenes Musikvideo und wurde zu Interviews in die USA und nach Großbritannien eingeladen.

Foto: AP
7 / 11

Ex-Exhibitionistin: Im April 1996 verteilte die Studentin Jennifer Ringley Webcams über ihre Wohnung, die alle 30 Sekunden ein Bild ins Netz schickten. Die Website jennicam.org wurde ein Publikumsmagnet, Ringley selbst zum ersten "Lifecasting"-Star. 1998 besuchten bis zu hundert Millionen Besucher pro Woche das Menschenterrarium - obwohl darin kaum etwas passierte: Meist war Ringley beim Schlafen, Essen oder Arbeiten zu sehen, oft war sie gar nicht zu Hause, gelegentlich sahen die Netzvoyeure sie jedoch auch nackt oder beim Sex. Immerhin: Von den jährlichen Benutzergebühren von 15 Dollar pro Person konnte Ringley gut leben - bis sie Ende 2003 ihre Site schließen musste, weil das Zeigen nackter Körper gegen die Geschäftsbedingungen des Bezahlservices PayPal verstieß.

8 / 11

Eigner Herd ist Klammer wert: 2005 stand der kanadische Blogger Kyle MacDonald vor einem Problem: Er wollte ein Haus, hatte aber kein Geld dafür. Also schuf er eine Website namens "One Red Paperclip", auf der er eine rote Büroklammer so lange gegen immer wertvollere Gegenstände eintauschen wollte, bis er am Ende des Handels irgendwann ein Haus besäße. Zu seinem Erstaunen gelang das Experiment: Nachdem die Medien Wind von seinem kühnen Vorhaben berichteten, zog der Tauschhandel auf seiner Website schlagartig an - und nach 14 Transaktionen erwarb MacDonald tatsächlich ein zweigeschossiges Haus im kanadischen Kipling. Zur Homepage über MacDonalds' Tauschaktion.

Foto: AP
9 / 11

Selbstporträt in Serie: Vom 11. Januar 2000 an hatte Noah Kalina sechs Jahre lang jeden Tag ein Foto von seinem Gesicht gemacht. Am 27. August 2006 veröffentlichte er das Ergebnis als Film mit sechs Einzelbildern pro Sekunde auf YouTube, unterlegt mit Klaviermusik von seiner Freundin Carly Commando. Bis zum Juli 2011 verzeichnete der Film über 20 Millionen Aufrufe. Hier geht's zum YouTube-Video von Noah Kalinas Selbstporträt-Serie.

10 / 11

Todgeweiht: Am 18. September 2007 hielt Randy Pausch, ein Informatikprofessor an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, Pennsylvania, die letzte Vorlesung seiner akademischen Laufbahn. Im September des Vorjahres war bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden, und Pausch wusste, dass er nur noch kurze Zeit zu leben haben würde. Die Aufzeichnung des bewegenden Vortrags, in dem Pausch sich damit auseinandersetzte, wie man seine Kindheitsträume verwirklichen kann, wurde unter dem Titel "Last Lecture" auf YouTube veröffentlicht und wurde binnen weniger Tage von über einer Million Menschen gesehen. Pausch starb am 25. Juli 2008. Sehen Sie Pauschs letzte Vorlesung auf YouTube.

Foto: dpa
11 / 11

Tanz um die Welt: Im Februar 2003 hängte Videospieldesigner Matt Harding seinen Job an den Nagel - er hatte einfach keine Lust, ein Spiel zu machen, in dem es darum gehen sollte, als Außerirdischer die gesamte Menschheit zu töten. Von seinen Ersparnissen begab er sich auf eine Weltreise. Aus Jux filmte er sich dabei, wie er vor Sehenswürdigkeiten in aller Welt tanzte. Er stellte einen Zusammenschnitt der Tansszenen als Video auf seine Website - die schon bald über 20.000 Aufrufe pro Tag verzeichnete. Per E-Mail verbreitete sich der Film, der noch heute als eines der beliebtesten YouTube-Videos überhaupt gilt, auf der ganzen Welt. Zu Matt Hardings Website.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?