Internierungslager Whitewater-Camp - DER SPIEGEL
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Whitewater-Camp Von El-Alamein nach Kanada

Für 450 Wehrmachtsoldaten war die Niederlage von El-Alamein Glück im Unglück: Sie kamen ins Whitewater-Camp nach Kanada - hier gab es gutes Essen, ein bisschen Lohn und viele Freiheiten. Ein Archäologe erforscht nun die Lager-Überreste und findet im Müll Überraschendes über das Leben im Camp.
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Immer im Takt: Die Verwaltung des Lagers wurde in erster Linie von den Kriegsgefangenen selbst übernommen. Sie organisierten einen Chor, eine Band und verschiedene Sportmannschaften.

Foto: Parks Canada
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Im Dezember 1943 schrieb Josef Gabski seiner Familie in Düsseldorf diese Karte aus dem Kriegsgefangenenlager Whitewater-Camp in Kanada.

Foto: Josef Gabski/Familie
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Das Registrierungsfoto von Josef Gabski im Kriegsgefangenenlager Whitewater Camp: Die Insassen von Whitewater-Camp hatten sich freiwillig für dieses Lager gemeldet. Bedingung für die Aufnahme war die Bereitschaft zu harter, körperlicher Arbeit.

Foto: Josef Gabski/Familie
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Ausgrabungen in Whitewater: Gemeinsam mit Studenten führte Archäologe Adrian Myers umfangreiche Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Whitewater durch.

Foto: Adrian Myers
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Deutsche Kriegsgefangene in El-Alamein: Am Morgen des 5. November 1942 war die zweite Schlacht von El-Alamein in Ägypten geschlagen, 30.000 deutsche Wehrmachtsoldaten befanden sich plötzlich in britischer Gefangenschaft. Da die britischen Gefangenenlager längst überfüllt waren, wurden 450 Soldaten in das Whitewater-Camp in der Wildnis des Nationalparks Riding Mountain in Kanada verschifft.

Foto: ASSOCIATED PRESS
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In der Wüste: Die Bedingungen für die deutschen Soldaten des Afrika-Korps waren extrem. Monatelang gab es für sie nur Hitze, Staub und die Angst um das eigene Leben.

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Durch den Sand: Ein schweres BMW-Beiwagenmotorrad der 21. Panzerdivision kämpft sich durch den nordafrikanischen Wüstensand. Im Juli 1942 gelang es den deutschen Truppen unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel, bis zum ägyptischen El-Alamein vorzudringen. Dort wurden sie allerdings in einer ersten Schlacht von den Briten zum Stehen gebracht und in einer zweiten, die von Ende Oktober bis Anfang November tobte, schließlich zum Rückzug gezwungen.

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Für den Schluck zwischendurch: Um die Geschichte des Whitewater-Camps erzählen zu können, gräbt der Archäologe Adrian Myers die Reste des Lagers aus. Dabei fand er auch diese Wasserflasche eines Soldaten.

Foto: Adrian Myers
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Komfort in der Wildnis: Da keiner der Insassen als überzeugter Nazi eingestuft war, gab es kaum Sicherheitsvorkehrungen, noch nicht einmal Zäune. So wurden die Deutschen hin und wieder auch beim Bummel oder abendlichen Tanzveranstaltungen in nächsten Dorf gesehen. Die Nachbarn störte das nicht, denn die Gefangenen waren freundlich und erledigten viele schwere Arbeiten, die sonst niemand übernehmen konnte.

Foto: Parks Canada
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Abfall lügt nicht: Vor allem die Abfallgruben des Camps interessierten Adrian Myers bei seinen Ausgrabungen. Sie lassen präzise Rückschlüsse auf die Lebengewohnheiten im Lager zu.

Foto: Adrian Myers
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Krankenversorgung: Für die Gesundheit der Gefangenen waren der Lagerarzt (3. v. r.) und seine Assistenten zuständig. Hier posieren sie mit einigen Hunden und dem Lagermaskottchen, einem jungen Bären, vor einer der Baracken.

Foto: Parks Canada
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Kriegsgefangener mit Fahrerlaubnis: Der Führerschein des Kriegsgefangenen Heinrich Winter. Auch er wurde im Whitewater-Camp in Kanada interniert.

Foto: Familienarchiv Heinrich Winter
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Souvenir aus dem Kriegsgefangenenlager: Wie sehr die Gefangenen ihren Aufenthalt in Whitewater tatsächlich genossen haben, zeigte sich auch immer wieder in den Gesprächen, die Adrian Myers mit ihnen geführt hat. Der ehemalige Insasse Heinrich Winter bewahrte beispielsweise auch diese Postkarte auf, die ihn an das Lager erinnerte.

Foto: Familienarchiv Heinrich Winter
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Der kleine Luxus im Lager: Die Ausgrabungen der Abfallgruben ergaben auch für das Archäologenteam einige Überraschungen. So fanden Myers und seine Kollegen unter anderem auch Zahnbürsten sowie leere Haarwachs- und Gesichtscremedosen. Offenbar bemühten sich die Insassen von Whitewater auch noch mitten in der Wildnis um ein gutes Aussehen. In dieser Tube hatte sich einmal Klebstoff befunden.

Foto: Adrian Myers
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Rätselhafte Inschrift: Auch dieser beschriftete Ziegelstein wurde unter den Überresten des Whitewater-Camp in Kanada gefunden.

Foto: Adrian Myers
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Aus der Lagerküche: Neben Küchenutensilien wie diesem Löffel fanden die Archäologen bei ihren Ausgrabungen auch jede Menge Blechdosen. Die Gefangenen mussten demnach ihr Gemüse nicht selbst anbauen, sondern konnten auf Dosennahrung zurückgreifen.

Foto: Adrian Myers
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Bootsausflug: Dieses Kanu hatte der Lagerinsasse offenbar selbst geschnitzt. Als Fluchtmittel war es sicher nicht gedacht, die Sicherheitsvorkehrungen des Lagers waren zwar kaum vorhanden, aber an so was dachte keiner der Insassen: Es gab gutes Essen in Whitewater, warme Unterkünfte und sogar einen kleinen Lohn.

Foto: Parks Canada
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Schwein für die Kriegsgefangenen: Auch Fleisch gehörte regelmäßig zum Speiseplan der Kriegsgefangenen. Dies konnte Adrian Myers aus den freigelegten Müllgruben des Camps herauslesen, in denen er große Mengen Tierknochen gefunden hatte. Diese stammten nicht etwa von Elchen oder Wapitis, die die Gefangenen selbst erlegt hatten, sondern von Hausschweinen, die im Camp gehalten wurden.

Foto: Parks Canada
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Kanadisches Haustier: Beliebt bei den Gefangenen war auch "Mosche" der Bär, der als Camp-Maskottchen mit ihnen in Whitewater lebte.

Foto: Parks Canada
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Georg Förster: Ein weiterer Insasse von Whitewater, hier auf einem Bild aus der Zeit vor seiner Gefangennahme.

Foto: Parks Canada
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