Interview Khaled Khoja Verzweifelter Appell an den Westen
Ein Rebellenkämpfer steht in den Ruinen eines Gebäudes in einem Vorort von Damaskus, das durch einen Luftangriff zerstört wurde. Seit vier Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien.
Khaled Khoja: Er ist Präsident der "Nationalen Syrischen Koalition", dem wichtigsten Zusammenschluss der syrischen Opposition. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erhebt er schwere Vorwürfe gegen die westlichen Staaten.
Immer wieder Angriffe aus der Luft: Bürger von al-Ghouta nahe Damaskus bergen einen Verletzten. Die Kampfjets der Assad-Armee fliegen nach Angaben von Aktivisten regelmäßige Attacken, auch auf Wohngebiete.
Machthaber Baschar al-Assad: Oppositionsführer Khoja wirft dem Westen vor, dem syrischen Diktator nicht entschieden entgegen zu treten. Dahinter vermutet Khoja geostrategische Interessen.
Khoja in Paris mit Frankreichs Staatschef Hollande. Vom Westen fordert er eine bessere Unterstützung der Rebellen.
Zerrissenes Land: In Syrien tobt seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg. Die Wirren des Konflikts haben auch dafür gesorgt, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" ganze Regionen unter ihre Kontrolle bringen konnte.
Verzweifelte Lage: Der Krieg und der Aufstieg des IS haben Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Viele sind in Lagern in den Nachbarländern untergekommen. Vor allem die Türkei (im Bild Flüchtlinge in Istanbul) hat eine große Zahl von Vertriebenen aufgenommen. Ob und wann sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können, ist noch völlig unklar.
Khoja sagt, dass der Terror des Regimes Assad viel schlimmer sei als die Gräueltaten des "Islamischen Staates". Trotzdem sei von einer Unterstützung des Westens wenig zu spüren.