Autor Helmut Rellergerd "Vielleicht liegt da ein Vampir drin"
Geschichten aus der Gruft: Seit 1972 lebt Helmut Rellergerd in Bergisch Gladbach. Er zog dorthin, nachdem ihn der Bastei-Verlag angestellt hatte. "Mein Büro hatte ich im Verlag. Ich wollte nicht, dass meine Kinder mitbekommen, was ich mache. Später habe ich ihnen dann gesagt: Das ist euer Papa."
Lehrjahre: Vor dem Durchbruch als Heftroman-Autor machte Rellergerd eine Ausbildung zum Chemotechniker. Die Journalistenlaufbahn, die er sich eigentlich erträumt hatte, war seinen Eltern nicht "anständig" genug.
Masse statt Klasse: "Die anderen sind Armani, ich bin eher H&M", sagt Autor Rellergerd über sein Werk. Dass er für viele Kollegen unter Trash eingeordnet wird, stört ihn nicht. "Meine Bücher werden wenigstens gelesen."
Gesittetes Grauen: Trotz offenherziger Titelbilder hält sich die John-Sinclair-Reihe mit expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen zurück. Grund sind die strengen Jugendschutzgesetze für Heftroman-Reihen.
Aufmacher: Zu Beginn wurden die Cover oftmals von spanischen Illustratoren gestaltet. Heute hat sich aber der Hamburger Timo Würz als einer der Hauptzeichner der John-Sinclair-Hefte etabliert.
Horror aus'm Pott: Geboren wurde Helmut Rellergerd 1945 in Dahle. Seine Kindheit und Jugend verbrachte der Autor und BVB-Fan aber in Dortmund. Die Liebe zum Ruhrgebiet findet sich auch in seinen Heften wieder.
Dämonencamp: Den Auftakt zu John Sinclairs kurzlebiger TV-Karriere bildete 1997 der Fernsehfilm "Die Dämonenhochzeit". Die RTL-Produktion orientierte dabei nur lose an der Vorlage.
Die Schreibmaschine: Die Geschichten rund um den Scotland Yard-Ermittler John Sinclair schreibt Helmut Rellergerd seit Jahrzehnten in der Dachkammer seines Hauses in Refrath. Immer noch auf einer alten Olympia-Monica-Schreibmaschine.
Gespensterfunk: Für die ersten Hörspiele zeichnet das Wiesbadener Tonstudio Braun verantwortlich. Über einen Zeitraum von zehn Jahren erschienen 107 dort produzierte Hörspiele rund um den Geisterjäger aus England.
007 auf Geisterjagd: Auf die Hörspielproduktionen zu seinen Romanen ist Helmut Rellergerd stolz. "Wir haben die besten Hollywood-Sprecher. Sinclair hat die Stimme von James Bond, Frank Glaubrecht."
Ladies Man: Die Abenteuer von John Sinclair haben ein Millionenpublikum begeistert. Besonders bei weiblichen Lesern ist Sinclair beliebt. Über 170.000 Leserbriefe hat Autor Helmut Rellergerd in seinem Archiv gesammelt. "Selbst heute kommen noch 20 bis 30 Briefe in der Woche", sagt Rellergerd.
Der erste Fall: Das Debüt des Geisterjägers John Sinclair erschien am 13. Januar 1973 in einem Sammelband des Bastei-Verlags. Fünf Jahre später war der Ermittler so populär geworden, dass er seine eigene Reihe bekam.
Die Widersacher: Für die Abenteuer seines britischen Ermittlers erschuf Helmut Rellergerd ein Sammelsurium der Bösewichte. Von Umweltdämonen bis zu Dr. Tod und seiner Mordliga. In "Ich töte jeden Sinclair" kämpft er gegen einen dämonischen Namensvetter.
Schandfleck: Die RTL-Serie zu "Geisterjäger John Sinclair" ist Rellergerd auch noch nach Jahren ein Dorn im Auge. Die Programmzeitschrift "TV-Spielfilm" attestierte "hölzerne Dialoge" und "Amateureffekte".
Alter Ego: John Sinclair ist blond und 1,90 Meter groß, ein Abbild seines Erfinders, der ihn nach seinem Vorbild schuf. Wie hier auf dem ersten Cover der John-Sinclair-Reihe.
Helferlein: Mittlerweile schreibt ein Team von Co-Autoren an den Sinclair-Romanen mit, um den 70-Jährigen Erfinder der Reihe zu entlasten. Der Großteil der Abenteuer entspringt aber immer noch Rellergerds Fantasie.