Interview mit Led-Zeppelin-Frontmann Robert Plant - DER SPIEGEL
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Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant Goldlöckchen und der Heavy Metal

Er galt als Sexsymbol der Siebzigerjahre, mit Hits wie "Stairway to Heaven" oder "Whole Lotta Love" wurde Robert Plant mit seiner Band Led Zeppelin zum Weltstar und Wegbereiter des Hardrock.
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Golden God oder Gandalf? Als Frontman von Led Zeppelin wurde Robert Plant wegen seiner wallenden blonden Mähne oft "Golden God" genannt. Heute erinnert er eher an "Gandalf", den Zauberer aus J.R.R. Tolkiens "Herr der Ringe"-Saga. Als Jugendlicher war Plant fasziniert von den Romanen Tolkiens, sie inspirierten ihn später zu Led-Zeppelin-Klassikern wie "Ramble On", "Misty Mountain Hop" oder "The Battle Of Evermore".

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Rock-Ikone: Sir Robert Plant wurde am 20. August 1948 in West Bromwich, Staffordshire geboren. Bereits mit 14 Jahren sang er in diversen Bluesbands, ab 1968 spielte er zusammen mit Gitarrist Jimmy Page, Bassist John Paul Jones und Drummer John Bonham bei Led Zeppelin. Mit Songs wie "Whole lotta Love" und "Stairway to Heaven" und ausgedehnten Welttourneen wurden sie zu einer der einflussreichsten Bands der Musikgeschichte. Nach dem Tod Bonhams löste sich die Gruppe 1980 auf und Plant startete eine Solokarriere.

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Starship Troopers: Auf ihrer ausverkauften USA-Tournee zum Album "Houses Of The Holy" waren Led Zeppelin 1973 mit einem Privatflugzeug, "Starship" genannt, unterwegs. Hier auf dem Rollfeld: John Paul Jones, John Bonham, Jimmy Page und Robert Plant (v. l.)

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Page und Plant: In Robert Plant von der "Band Of Joy" hatte Gitarrist und Led-Zeppelin-Gründer Jimmy Page 1968 den perfekten Frontmann gefunden. Dabei war Plant gar nicht erste Wahl: Page hatte für Led Zeppelin zunächst namhafte Sänger wie Terry Reid, Steve Winwood, Donovan und Steve Marriott im Sinn gehabt.

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Urgewalt: Bei ihren monströsen Live-Konzerten lösten Led Zeppelin zwischen 1968 und 1980 Massenhysterien aus, besonders in den USA. "Wir schrieben ein dickes Kapitel Rockgeschichte", sagt Plant. "Ich blicke mit vielen schönen Erinnerungen an diese Zeit zurück".

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Rekordbrecher: Am 5. Mai 1973 stellten Led Zeppelin mit ihrem Stadion-Konzert in Tampa, Florida mit 56.800 Fans den Zuschauerrekord der Beatles (55.000 im New Yorker Shea Stadion 1966) ein.

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Weggefährten: Vielen Rockfans gilt das Songwriterteam Jimmy Page und Robert Plant als ebenso historisch wie John Lennon und Paul McCartney oder Mick Jagger und Keith Richards.

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Live Aid: Fünf Jahre nach dem Tod von Drummer John Bonham traten Led Zeppelin im Juli 1985 beim Live Aid Festival in Philadelphia erstmals wieder gemeinsam auf. Am Schlagzeug saß Phil Collins. Der Auftritt wurde laut Jimmy Page jedoch soundmäßig zum "Desaster", weil im Vorfeld nicht genug geprobt werden konnte.

Foto: Amy Sancetta / AP
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Musik für die Massen: 20 Millionen Fans weltweit bemühten sich um ein Ticket für das einzigartige Reunion-Konzert von Led Zeppelin am 10. Dezember 2007 in der 02 Arena von London. 20.000 hatten das Glück, bei dem historischen Event dabei sein zu können. Am Schlagzeug saß Jason Bonham, der damals 41-jährige Sohn des 1980 verstorbenen Originaldrummers John Bonham.

Foto: Toby Melville/ REUTERS
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Solo-Tour: Mit seiner Band Sensational Space Shifters - hier im Mai 2015 beim Sasquatch Music Festival in Kanada - geht Plant jetzt mit dem neuen Album "Carry Fire" wieder auf Tournee.

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Weltenbummler: Robert Plant - hier 2016 live in Austin, Texas - bezieht seine musikalischen Einflüsse von Sounds aus aller Welt - von amerikanischem Delta-Blues, keltischen Klängen sowie afrikanischen und asiatischen Rhythmen.

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Kollabo: Mit der US-amerikanischen Bluegrass-Musikerin Alison Krauss (46) nahm Plant im Herbst 2007 das Album "Raising Sand" auf. Die beiden hatten sich bei einem Tribute-to-Leadbelly-Konzert kennengelernt.

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Grammy-Gewinner: 2009 erhielt Robert Plant zusammen mit den Kollegen Alison Krauss und T Bone Burnett einen Grammy für "Raising Sand" als "Album des Jahres"

Foto: Kevin Winter / Getty Images
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Ehrung: Am 10. Juli 2009 schlug Prince Charles im Buckingham Palace Rock-Ikone Robert Plant feierlich zum Ritter. Sichtlich bewegt lässt Sir Robert die Zeremonie über sich ergehen. Nicht schlecht: Der einstige Protagonist von "Sex, Drugs & Rock'n'Roll" ist nun ein "Commander of the British Empire".

Foto: Johnny Green/ AP
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"Carry Fire": Das elfte Solowerk Robert Plants! Musikalisch unterstützt wird er von seiner Band "Sensational Space Shifters", mit der er demnächst wieder auf Tournee geht. Die Interpretation des Albumtitels möchte Plant den Hörern überlassen: "Ich will ihre Fantasie anregen. Ich denke, meine Texte sprechen für sich. Diese Sammlung an neuen Songs basiert einfach auf Erfahrungen, die ich in den letzten drei Jahren gemacht habe, Dinge, die mir widerfahren sind."

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Rock-Revolution: Mit ihrem Debütalbum "Led Zeppelin I" und Songs wie "Good Times Bad Times", "Dazed and Confused" oder "Communication Breakdown" revolutionierten Bandboss Jimmy Page und seine Kollegen Plant, Jones und Bonham Anfang 1969 die Musikwelt und gelten als Mitbegründer des Heavy-Metal-Genres. "Wir wollten einfach nur Krach machen", erinnert sich Plant.

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Meilenstein: 1971 erschien das 4. Led-Zeppelin-Album - ohne Bandlogo und offiziellen Titel. Es wurde fortan "IV", "Four Symbols" oder "ZoSo" genannt und verkaufte sich weltweit über 30 Millionen mal. Die Platte beinhaltet die Jahrhundert-Ballade "Stairway to Heaven", die Page und Plant in Headley Grange komponiert hatten, einem ehemaligen Armenhaus in Hampshire, das zu einem Musikstudio umfunktioniert wurde.

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Delta-Blues-Duo: Im Frühjahr 1998 taten sich Gitarrist Jimmy Page und Sänger Robert Plant erneut zusammen, um das Blues-Album "Walking into Clarksdale" aufzunehmen. Für die Single "Most High" erhielten die beiden Rock-Legenden einen Grammy. Clarksdale in Mississippi gilt als die historische Heimat des Delta-Blues, dem sich Page und Plant verschrieben hatten. Das Albumcover gestaltete der holländische Künstler und Fotograf Anton Corbijn, der für seine Arbeiten für Depeche Mode und U2 bekannt ist.

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Interview: Genau zehn Jahre nach der Trennung von Led Zeppelin trafen Robert Plant und Autor Alex Gernandt 1990 erstmals aufeinander. Das Interview fand im Bayerischen Hof in München statt. Anlass damals: Plants fünftes Soloalbum "Manic Nirvana".

Foto: Gernandt
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Wiedersehen: Nach 27 Jahren trafen sich Plant und Autor Gernandt wieder. Im Londoner Princess-Of-Wales-Pub sprachen sie kürzlich über sein nunmehr elftes Solowerk "Carry Fire" und seine bald 50-jährige Rock'n'Roll-Karriere. "Mein Ego war riesengroß", gab Plant dabei zu, "aber das ist wohl normal für das Scheiß-Terrain, auf dem ich mich bewegte..." Gemeint war das Rock'n'Roll-Business.

Foto: Gernandt
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