Interview mit "The Wire"-Schöpfer David Simon - DER SPIEGEL
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"The Wire"-Schöpfer David Simon "'Katrina' war eine Vorahnung"

Mit der Cop-Saga "The Wire" hat er die TV-Serie neu erfunden, sein Format "Treme" spielt im New Orleans nach "Katrina". Und warum? Weil die Stadt für das kaputte US-System steht. Im Interview wettert David Simon gegen die Perversionen des Kapitalismus - und schlägt vor, Steinewerfen zu gehen.
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David Simon, gefeierter Drehbuchautor und Produzent: "Ich habe kein Talent für das große Quoten-Melodram."

Foto: Chris Pizzello / AP
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David Simon über "Katrina" und seine Serie "Treme": "New Orleans ist eine postapokalyptische Stadt, es gibt objektiv keinen guten Grund dort zu leben. "

Foto: MARIO TAMA / AFP
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Der Schauspieler Clarke Peters - bekannt aus "The Wire" - spielt in Simons aktueller Serie "Treme" einen Stadtteilaktivisten, der das vom Hurrikan "Katrina" zerstörte New Orleans wiederbeleben will.

Foto: AP/ HBO
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"Was in New Orleans 2005 geschah, war nur eine Vorahnung dessen, was mit dem ganzen Land, ja der ganzen westlichen Welt drei Jahre später passiert ist: der Systemzusammenbruch", sagt Simon.

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Zum Amtsantritt von Obama sagt Simon: "Es flossen endlich die Gelder, die für New Orleans bewilligt worden waren - was leider sofort die Profiteure auf den Plan gerufen hat. Unglaublich viel Geld ist spurlos in den Taschen von Unternehmen verschwunden, die absolut nichts gemacht haben. Man kann bis heute nicht nachvollziehen, wo es genau gelandet ist. Es ist in den USA die gleiche Geschichte wie in Haiti oder im Irak."

Foto: Brendan Hoffman / dpa
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Mit ihrem sehr realistischen Zugang hat die HBO-Serie "The Wire" - hier eine Szene mit Sonja Sohn, Wendell Pierce und Dominic West - den ehemaligen Polizeireporter Simon zum Vorreiter einer neuen Fernsehästhetik gemacht.

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Kapitalismuskritiker Simon: "Unser System funktioniert hervorragend, wenn es darum geht, schnelle Profite zu erzielen - losgelöst von jeglichem greifbaren Resultat in der realen Welt. An der Wall Street passiert das seit 50 Jahren."

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Simon sympathisiert sehr mit der Occupy-Bewegung, mahnt aber: "Protest ist gut und wichtig - aber er muss irgendwann in Macht umgewandelt werden. Oder in Geld, mit dem man in unserer Kultur Macht kaufen kann."

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