Ipso-Bericht Weltmeere vor dem Kollaps
Korallen vor Südostasien: Forscher beklagen in einem Bericht unter der Federführung des Internationalen Ozean-Programms (Ipso), dass es schlecht um die Meere steht. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Verschmutzung, Klimawandel, Überdüngung, Überfischung und die Versauerung des Wassers machen vielen Meereslebewesen zu schaffen.
Abgestorbene Korallen vor Malaysia: Den Ozeanen könnte ein Massensterben bevorstehen - so schlimm, wie es sich zuletzt vor rund 55 Millionen Jahren ereignete.
Plastik im Wasser: Der kumulative Effekt der schädlichen Einflüsse sei größer als bisher angenommen, schließen die Wissenschaftler. Beispielsweise könnten sich Schadstoffe an kleinste Plastikteilchen heften, so dass diese sich noch besser verbreiten oder von Lebewesen aufgenommen werden.
Thunfischwarm im Mittelmeer: Die Bestände einiger kommerziell wichtiger Fischarten sind laut dem Ipso-Bericht um mehr als 90 Prozent reduziert worden.
Thunfische im Netz: "Die Ergebnisse sind schockierend", sagte Alex Rogers, der wissenschaftliche Direktor von Ipso zur Veröffentlichung des Berichts.
Korallen vor Mexiko: Steigende Temperaturen und Versauerung schädigen insbesondere die tropischen Korallen.
"Die tropischen Korallenriffe sind in 30 Jahren wahrscheinlich verschwunden, wenn weiter so viel CO2 ausgestoßen wird", sagt Jelle Bijma vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.
Gletscherzunge im Nordosten von Spitzbergen: Die Lage des Meeres verschlechtere sich extrem schnell - zum Teil so, wie es in Worst-Case-Szenarien prognostiziert werde, teilweise sogar noch schneller, berichten die Forscher. Das gelte für die Eisschmelze in der Arktis, auf Grönland und in der Antarktis, für den Anstieg des Meeresspiegels sowie die Freisetzung von Methan am Meeresgrund.
Algenblüte in der Ostsee: Die Forscher halten eine ganze Reihe von Maßnahmen für nötig, um die Ökosysteme im Meer zu stabilisieren und das drohende Massensterben zu verhindern. Ob diese umgesetzt werden, ist jedoch mehr als fraglich.