Proteste im Irak Die "Basra-Revolution"?
Demonstranten in Basra: In der Ölmetropole im Süden des Irak nahmen die Proteste vor zehn Tagen ihren Anfang.
Rund 95 Prozent des Erdöls, das der Irak ins Ausland liefert, kommt aus der Provinz Basra. Analysten schätzen, dass seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein 2003 Öl im Wert von rund einer Billion Dollar aus Basra exportiert wurde. Nur in der Provinz selbst bleibt davon kaum etwas hängen.
Nachdem in Basra ein Demonstrant getötet wurde, griffen die Proteste auch auf andere Orte im Südirak über: In Kerbala verbannten junge Männer Autoreifen, um ihrem Ärger Luft zu machen.
Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die Regierung von Premier Abadi sowie gegen proiranische Parteien. Iran hatte die Proteste ausgelöst, als das Land seine Stromausfuhren nach Irak drosselte.
Auch in Bagdad gingen Menschen auf die Straße, um den Demonstranten in Basra ihre Unterstützung zu bekunden.
In mehreren Orten stürmten Demonstranten Regierungsgebäude. Hier blockieren Polizisten den Sitz des Provinzrats von Basra.