Irak Gewalt und Perspektivlosigkeit
Ein irakisches Paar steht auf dem Dach eines Hauses in Bagdad (Archivbild): Für viele junge Menschen hatte der Krieg in dem Land katastrophale Folgen - sie mussten ihre Schulausbildung aufgeben, um ihre Familie zu unterstützen. Viele müssen sich deshalb heute mit schlecht bezahlten Jobs durchs Leben schlagen.
Alltag in Bagdad - das sind die allgegenwärtigen Checkpoints. Wer nicht im Besitz einer der begehrten "VIP-Badges" ist, muss sich in lange Schlangen einreihen.
Selbst gründliche Kontrollen können nicht verhindern, dass es Anschläge gibt. Am Donnerstag attackierten drei Trupps von Selbstmordattentätern das Regierungsviertel. Die Rauchsäule der Explosionen war in der ganzen Stadt zu sehen.
Bei dem Anschlag vom Donnerstag kamen 21 Menschen ums Leben, etwa fünfzig wurden zum Teil schwer verletzt. Experten sprechen trotzdem von "relativer Sicherheit" - im Vergleich zu den Jahren 2008 und 2009, als in jeder Woche Tausende Opfer zu beklagen waren.
Ein Rettungswagen transportiert Verletzte ab. Die Attentäter hatten ihre Bomben in der Nähe der "Green Zone" gezündet - dem hermetisch abgeriegelten, hinter hohen Mauern versteckten Regierungsviertel.
Zertrümmerte, ausgebrannte Autowracks - ein Tatort aus dem Jahr 2009, ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft der "Green Zone". Heute bemühen sich die Sicherheitsbehörden, die Spuren der Zerstörung so schnell wie möglich zu beseitigen.
So sieht die Sicherheitsarchitektur Bagdads aus: massive Fertigteile aus Beton, Mauern und Straßenblockaden.
Beton plus Nationalfarben: Kinder spielen vor einer Sicherheitsmauer in Sadr City, im Nordosten der Hauptstadt.
Ein irakischer Soldat vor einer Sicherheitsmauer - es ist das Symbolbild für das Leben in Bagdad. Aufhalten können die Mauern den Terror jedoch nicht. Die Menschen haben gelernt, heißt es in der Hauptstadt, mit beidem zu leben - den Mauern und dem Terror.