Iraks Wolf-Brigade Folternde Elitekämpfer
Die Männer der Wolf-Brigade der irakischen Nationalpolizei sind Elitekräfte, ausgebildet für den Kampf gegen al-Qaida.
Im Mai 2005 lässt sich der Kommandeur der Wolf-Brigade, Abu al-Walid, von seinen Leuten feiern: Sie haben gerade Prämien und Auszeichnungen für erfolgreiche Einsätze gegen Aufständische in der Nähe von Bagdad erhalten. Doch die Geschichte der Eliteeinheit enthält den Protokollen der US-Armee zufolge auch etliche dunkle Kapitel.
Die Mitglieder der Wolf-Brigade trainieren im Dezember 2005 in Bagdad für den Einsatz.
Ausgebildet wurde die rund 2000 Mann starke irakische Elitetruppe von US-Spezialisten. Auf diesem Bild ist ein Colonel der US-Streitkräfte zu sehen, Edward Cardon, der mit seinem irakischen Kollegen Abu al-Walid im Juni 2005 die Erfolge einer gemeinsamen Offensive verkündet.
Im Februar 2006 führen Mitglieder der Spezialeinheit eine Durchsuchung in einem Haus in Ramadi westlich von Bagdad durch. Oft werden die Polizisten selbst zu Opfern, doch in den Geheimprotokollen des US-Militärs sind auch viele Belege zu finden, dass die Einheit selbst immer wieder zu fragwürdigen bis verbrecherischen Methoden greift.
Männer der berüchtigten Wolf-Brigade befragen bei der Durchsuchung eines Hauses im Februar 2006 in Ramadi zwei Kinder, die offensichtlich schon zu Bett gegangen sind. Von den Eltern ist auf dem Bild nichts zu sehen.
Die Wolf-Brigade führt immer wieder Massenfestnahmen durch, wie hier im Oktober 2005. In den Jahren 2005 und 2006 rekrutiert der damalige Innenminister Bakir Sulagh die Männer für die Eliteeinheit vornehmlich bei schiitischen Milizen. Die Angst der Sunniten wächst, dass die Polizei nun Todesschwadrone auf Andersgläubige losschicken könnte.
Dieses Fahrzeug gehört zu einem Konvoi der Wolf-Brigade, die im Mai 2005 in Baidschi im Nordirak angegriffen worden ist. Das ausgebrannte Wrack zeigt, dass sich die Truppe immer wieder auch Angriffen von Aufständischen erwehren musste.
Im November 2005 warten irakische Gefangene in einer Haftanstalt der Nationalpolizei auf ihre Freilassung. Die meisten dieser Männer werden im Rahmen der "Operation Knockout" in Bakuba festgenommen. Nach Vorwürfen, die Polizei habe Häftlinge bei Verhören gefoltert und misshandelt, werden etliche Inhaftierte auf freien Fuß gesetzt.
Dieses Bild aus dem November 2005 zeigt die Verletzungen irakischer Gefangener, die angeblich von Angehörigen der Wolf-Brigade in einem Geheimgefängnis in Bagdad gefoltert worden sind. In den Berichten von US-Militärärzten ist in diesem Zusammenhang von Verbrenunngen, Verätzungen, Blutergüssen und offenen Wunden die Rede. Die Gefangenen selbst berichten, ihnen seien Gliedmaßen abgehackt, Stromstöße in die Genitalien versetzt, Nägel ausgerissen und Gegenstände in den After eingeführt worden.
Auf den Straßen von Bagdad protestieren Demonstranten im Juli 2005 nach dem Tod des Polizisten Anmar Yassin Salman. Der Bruder des Toten berichtet, Salman sei von der Wolf-Brigade festgenommen worden und in der Haft gestorben. Seinen Angaben zufolge ist Salman mit Hunderten anderen Gefangenen in einem Raum gefoltert worden, ohne eines Verbrechens angeklagt worden zu sein.
Der Protest gegen die Wolf-Brigade wird immer lauter. Im November 2005 tragen Iraker Plakate durch Bagdad, auf denen zu lesen ist "Nein zur Wolf-Brigade des Innenministeriums, Nein zu deren Terrorakten".
Im Dezember 2005 erneut eine Demonstration gegen die Truppe in Bagdad: Dieses Mädchen hält einen Zettel hoch, auf dem steht "Sie haben meinen Großvater umgebracht".