Iran Countdown zum Straßenkampf
Sie wollen das offizielle Wahlergebnis nicht akzeptieren: Tausende Demonstranten gingen am Tag nach der Wahl in Teheran auf die Straße.
Wütender Protest: Erst am Samstagmorgen hatte die Polizei Demonstranten gewaltsam auseinandergetrieben, die sich vor Mussawis Wahlkampfzentrale versammelt hatten. Doch das schreckte dessen Anhänger offenbar nicht.
Während die Demonstranten durch die Straßen laufen ...
... zieht gleichzeitig überall die Polizei auf.
Die Protestler - überwiegend junge Männer - demonstrieren gegen Ahmadinedschad mit Parolen wie "Tod dem Diktator".
An einer Kreuzung in Teheran versammelten sich mehrere hundert Demonstranten. Einige bewarfen Polizeibeamte mit Steinen und steckten Mülleimer in Brand.
Die Polizei ging mit Knüppeln gegen die Demonstranten vor, es gelang ihr aber nicht, die Menge zu zerstreuen.
Besonders Frauen und junge Menschen hatten große Hoffnungen auf den als potentiell moderaten Reformer Mussawi gesetzt.
Das offizielle Wahlergbnis machte diese Hoffnungen zunichte: Wie das Innenministerium in Teheran mitteilte, errang Ahmadinedschad bei dem Urnengang am Freitag 62,63 Prozent der Stimmen, sein Gegenkandidat, Ex-Regierungschef Mussawi, kam demnach auf einen Stimmenanteil von 33,75 Prozent.
Wahlwerbung, übergemalt: Nach amtlichen Ergebnissen errang der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad eine überwältigende Mehrheit. Mussawi kam demnach lediglich auf 34 Prozent der Stimmen. Doch die Ergebnisse werden von der Opposition angezweifelt.
Iraner am Zeitungsstand: Beobachter warnen, dass die Situation im Land eskalieren könnte.
Verzweifelte Wählerin: Mussawi kündigte am Samstag an, er werde die Manipulationen nicht hinnehmen. Das Volk werde es nicht akzeptieren, wenn Macht durch Betrug gesichert werde.
Der Reformer Mussawi, dessen Kandidatur vom Wächterrat unterstützt wurde, erklärte sich bereits am Freitag zum Wahlsieger.
Mahmud Ahmadinedschad mit jubelnden Anhängern: Der Amtsinhaber gibt sich als Triumphator.
Auch Anhänger Ahmadinedschads treibt es auf die Straße.
Viele hatten schon am frühen Morgen den Sieg des Präsidenten gefeiert.
In Teheran wird nach der Wahl ein Mussawi-Plakat abgehängt. Nun warten seine Anhänger darauf, dass er eine Linie vorgibt - und ob er darauf drängt, Massenproteste zu starten.