Iran Der Streit um das Atomprogramm
Die Verhandlungen: Bei den Gesprächen am ersten Oktoberwochenende traf Mohamed ElBaradei, Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, auch Irans Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad (links). Nach monatelangem Stillstand gibt es jetzt wieder Bewegung in den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm.
ElBaradei (links) mit dem iranischen Unterhaändler Ali Akbar Salehi, Leiter der iranischen Atombehörde: Die wichigsten Streitpunkte sind derzeit die Zulassung internationaler Kontrolleure in iranischen Atomanlagen sowie die Zukunft der Urananreicherung.
Das Atomprogramm: Westliche Regierungen vermuten, dass Iran unter seinem Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeitet. Der Atomwaffensperrvertrag, den das Land 1968 unterzeichnet hat, erlaubt aber nur die zivile Nutzung von Nuklearenergie und die dafür notwendige Forschung einschließlich der Urananreicherung.
Der Streit: Der Uno-Sicherheitsrat und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben Iran mehrfach aufgefordert, die Anreicherung von Uran einzustellen. Teheran weigert sich unter Berufung auf den Atomwaffensperrvertrag. Trotz aller Bedenken der internationalen Gemeinschaft will Iran sein Programm noch ausweiten.
Die Kontrolleure: Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA mit Sitz in Wien kontrolliert die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrags. Länder mit Nukleartechnik sind verpflichtet, mit der IAEA ein Überwachungsabkommen auszuhandeln, Kontrollen der Inspektoren zuzulassen und die Uno-Behörde frühzeitig über neue Projekte zu informieren. Mohamed ElBaradei ist Generaldirektor der IAEA, der Japaner Yukiya Amano wird im November sein Nachfolger.
Die Provokation: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich mehrfach hart gegenüber den Bedenken der internationalen Gemeinschaft gezeigt. Auf die Anreicherung von Uran werde das Land "niemals" verzichten. Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, erklärt zudem, das Land werde "über nichts diskutieren, das mit unseren nuklearen Rechten zu tun hat".
Die Anlagen: Iran besitzt offenbar zwei Anlagen zur Urananreicherung. Zum einen existiert ein Standort in Natans, dort wird die Urananreicherung von der IAEA ständig überwacht. Die zweite Anlage ...
... will die Islamische Republik bei Ghom südlich von Teheran in Betrieb nehmen. Diese Ankündigung Irans hat Besorgnis und scharfe Kritik auf internationaler Ebene ausgelöst.
Satellitenbild: Die Anlage nahe der Stadt Ghom hielt Iran lange geheim und gestand den Bau erst spät ein.
Die Raketen: Mit Raketenstarts demonstriert Iran seine militärische Stärke - und provoziert den Westen immer wieder. Das Land testet Kurz- und Mittelstreckenraketen.