Iran Erdbeben in Bam 2003
Am frühen Morgen des 26. Dezember 2003 verwüstet ein Beben der Stärke 6,6 die Region um das historische Bam in der südiranischen Provinz Kerman. In der 100.000-Einwohner-Stadt an der Seidenstraße fallen die meisten Lehmziegelbauten in sich zusammen und begraben Zehntausende Menschen unter sich. Überlebende bringen in den Tagen nach dem Beben alles, was ihnen geblieben ist, in Sicherheit - wie dieser Junge und dieser Mann am 28. Dezember.
Helfer bergen in den Tagen nach dem Erdbeben unzählige Leichen. Schätzungsweise 30.000 der rund 100.000 Einwohner der Stadt Bam sind ums Leben gekommen.
Rettungskräfte aus aller Welt eilen zu Hilfe. Mit bloßen Händen graben Helfer des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) in Schutt und Schlamm nach Opfern. Zuvor haben Hunde und Radargeräte angezeigt, dass unter den Trümmern eines Hauses möglicherweise ein Überlebender liegt. Doch die Hoffnung, weitere Menschen retten zu können, ist zu diesem Zeitpunkt - drei Tage nach dem Beben - schon sehr gering.
Im Iran und in seinen Nachbarländern sind Millionen Menschen einem hohen Erdbebenrisiko ausgesetzt. Die Region ist seismisch sehr aktiv, weil hier die Kollisionszone zwischen der arabischen und der eurasischen Platte verläuft. Hinzu kommen eine hohe Bevölkerungsdichte in den Großstädten sowie die besondere Instabilität der nach wie vor weit verbreiteten schweren Lehmziegelbauten.
Aber auch die modernen Betonbauten sind oft nicht ausreichend erdbebenresistent konstruiert. So werden im Dezember 2003 rund 90 Prozent der Stadt Bam zerstört. Nach dem Beben wird im Iran Kritik an den Behörden laut. Viele Zeitungen monieren, es sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, Vorsorge für ein solches Unglück zu treffen.
Trauer und Verzweiflung: Ein Iraner trägt am 30. Dezember den Leichnam eines Kindes zu Grabe. In einer einzigen Straße wurden innerhalb einer Stunde 200 Tote gefunden.