Verführung auf vier Rädern "Beep-Beep!"
1969 Pontiac GTO The Judge: Das GTO-Sondermodell "The Judge" war Pontiacs Antwort auf den Road Runner von Plymouth. Ein sogenanntes "Low-Buck-Musclecar" ohne jede Form von Komfortextras, dafür mit einem dicken Motor unter der Haube. Ein prominenter Heckspoiler, ein auf der Haube montierter Drehzahlmesser sowie Lufthutzen, die dem Vergaser Frischluft für mehr Leistung zuführten waren Erkennungsmerkmale des "Judge". Außerdem war der Wagen - zumindest im ersten Jahr - nur in einer einzigen Farbe erhältlich: dem schreienden Carousel Red.
1968 Plymouth GTX: Statt, wie bislang, nüchtern die Vorzüge des Fahrzeugs anzupreisen, reichte Plymouth Ende der sechziger Jahre eine einzige Zeile unter ihren bizarren Anzeigenmotiven: "Plymouth tells it like it is."
AMC Javelin: "Some like it for what it is. Some like it for what it can be". Mit dieser Anzeige bewies die American Motors Corporation, wie gut Hot-Rod-Gesinnung und seriöse Kundschaft unter einem Markendach vereint werden konnten. Links im Bild ein AMC Javelin in Serienausführung, rechts ein offensichtlich heiss gemachtes Exemplar - der eher als bieder geltende Hersteller kokettierte ganz offen mit der Rock-n-Roll Attitüde.
The roaring 65's: Mit dieser Anzeige im Hot-Rod-Magazin bewarb Plymouth getreu dem Motto "Win on Sunday, sell on Monday" 1965 seine Erfolge beim Dragracing.
1969 Plymouth Barracuda: 1969 schaltete die Chrysler-Marke Plymouth für seine Muscle-Cars eine Serie von Anzeigen, die eher an einen LSD-Trip erinnerten als an ein Werbemotiv.
1970 Chevrolet Camaro Z28: "Now our Competitors know how the Captain of the Titanic felt." Der Slogan aggressiv, die Optik eher Flower-Power - so bewarb Chevrolet 1970 sein neues Sportcoupé Camaro.
Banzai-i-i-i-i: Mit einem martialischen Schrei bewarb Plymouth sein 67er GTX-Modell, den Vorgänger des legendären Road Runner. Das kleine Herz mit dem Teufelsschwanz sowie der Slogan "Plymouth is out to win you over" oben rechts im Bild war eine Kreation der amerikanischen Werbeagentur Young & Rubicam und der erste Vorbote einer Kampagne, wie sie bis dato einzigartig war in der Geschichte der Automobilwerbung.
1970 Chevrolet Camaro Z28: "Separates the men from the toys." Heute würde so ein Slogan in Verbindung mit dem Motiv wohl den Chauvipreis erhalten, Anfang der Siebziger war das kein Problem. Stärkster sein, Schnellster sein, Erster sein - um nichts anderes ging es in den Heydays der Musclecars.
1969 Oldmobile/Hurst: Die Anzeige zeigt ein Sondermodell des Oldsmobile 4-4-2, das in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Tuningbetrieb Hurst entstanden ist. Detailliert beschreibt der Text der Anzeige die Reaktionen der Gegner beim Warten auf die Startampel während eines Drag-Races, als sie bemerken, dass es sich hier nicht um einen regulären 4-4-2 handelt. Tatsächlich war die Überlegenheit des Sondermodells nicht ganz so drastisch wie von den Werbetextern skizziert, trotzdem erfreuten sich Sondereditionen von Muscle-Cars, die in Zusammenarbeit mit Motorsportbetrieben wie Hurst oder Shelby entstanden, großer Beliebtheit.
1970 Oldsmobile Rally 350: Um ihre Muscle-Cars zu bewerben, erfanden die Kreativen bei Oldsmobile die fiktive Figur "Dr. Olds", der mit immer neuen Kreationen aus seiner Hexenküche den Vorwärtsdrang der jungen Kunden befeuerte. Hier präsentiert er das Sondermodell Rallye 350. Neben der Sonderfarbe und anderen kosmetischen Veränderungen punktete das Sondermodell vor allem mit seiner Motorhaube: Unter den mattschwarzen Streifen befanden sich Hutzen, die frische Fahrtluft in den Vergaser drückten - und dem Olds 15 zusätzliche PS bescherten.
1970 Oldmobile 4-4-2: Oldmobile machts mit Humor - dieses Anzeigenmotiv zeigt neben "Dr. Olds" auch seine fiktiven Helfer, die zum Erfolg der 4-4-2 Modelle beigetragen haben. Als da unter anderem wären: "Elephant Ernie", zuständig für den Big-Block-V8, "Shifty Sidney", Erfinder des geschmeidigsten Schaltvorgangs der Welt und "Wind Tunnel Waldo", der die gigantischen Hutzen dort platzierte, wo sie auch wirklich etwas brachten.
1970 Plymouth Barracuda: "Plymouth makes it" - bis Mitte der sechziger Jahre war Plymouth trotz vieler Erfolge auf den Dragstrips der USA die biedere Marke im Chrysler-Konzern. Mit der Einführung des Road Runners änderte sich das schlagartig. Fortan erschien kaum ein Anzeigenmotiv der Marke, dessen Entstehung man nicht eher einer Bande von Hippies als einer seriösen Werbeagentur zugeschrieben hätte.
1970 Buick GSX: Alle Modelle des Jahrgangs 1970, die mit der potenten 455 Cubic-Inch (7,4 Liter)-Maschine ausgeliefert wurden, bewarb Buick als sogenannte "Light my Fire-Cars" - Ähnlichkeiten zum Megahit von "The Doors" waren sicherlich rein zufällig.
1969 Dodge Charger R/T: Alle Fahrzeuge seiner Performance-Division fasste Dodge unter dem Begriff "The Scat Pack" zusammen. Erkennungszeichen: Die sogenannte "Bumblebee", eine Comic-Kreuzung aus irrer Biene und heißem Hot Rod. Das Tier zierte auf Wunsch auch das Heck von Dodge-Musclecars - wenn der Käufer den sogenannten "Bumblebee-Stripe" als Extra wählte.
1970 Chevrolet Chevelle SS 396: Klare Botschaft - dieses Auto ist schwer zu zügeln. Mit ebenso direkten wie unkonventionellen Werbebotschaften kreiierten die US-Autobauer einen Hype um ihre Musclecars, der die amerikanischen jugendlichen in Scharen erlagen.
1968 Dodge Superbee: Die "Super Bee" war die Antwort von Dodge auf den Road Runner von Konzernschwester Plymouth - ein von jeglichen Komfortextras befreites und deshalb günstiges Mittelklassecoupe mit einem potenten Motor unter der Haube. Für das schnelle Image sorgte bei Dodge die "Bumble Bee", eine extrem überzeichnete Comic-Kreuzung zwischen einem Hot-Rod und einer Biene, die in zahlreichen Versionen als Sticker unter zukünftigen Kunden verteilt wurde - oder auf dem Heck der Super-Bees die sogenannten "Bumble-Bee-Stripes" zierte.
1969 Ford Mustang Boss 302: Mit seinem Motorsport-Engagement konzentrierte sich Ford weniger auf Drag-Racing, sondern vielmehr auf die amerikanische Tourenwagenserie Trans Am - und versprach seinen Kunden in dieser Anzeige, einen Hauch der Rennsporterfahrung auch mit jedem Werks-Mustang kaufen zu können.
1970 Plymouth Hemi Cuda: "Our angriest, slipperiest-looking bodyshell, wrapped around ol' King Kong hisself" - mit diesem Slogan aus der Hüfte pries Plymouth seinen 'Cuda mit dem legendären, auch King Kong genannten Hemi-Motor unter der Haube. Der brachte im Werkstrimm 455 PS auf die Straße - genug, um 1970 fast alle anderen Musclecars in Sachen Beschleunigung zu pulverisieren - europäische Sportwagen sowieso.
1970 Dodge Charger: Mit "High-Impact-Colours" genannten Sonderfarben unterstrichen die Chrysler-Marken Dodge und Plymouth das schnelle Image ihrer Musclecars. Dieser 1970er Dodge Charger trägt ein Kleid aus "Panther Pink" genanntem Lack.
1969 Mustang Boss 429: Die Verbindung von hoch gezüchteten Dragstern und Werks-Muscle-Cars wurde von den Herstellern gerne bemüht - wie hier für den Ford Mustang mit 429 Cubic-Inch-Big-Block-Motor. Erfolge beim in den USA unglaublich beliebten Drag-Racing färbten unmittelbar auf die Serienmodelle ab.
1970 Boss 302: Während sich fast alle anderen Marken mit ihren Drag-Racing-Erfolgen brüsteten, bewarb Ford das gute Handling seiner vergleichsweise kleinen und wendigen Ford Mustangs, die ihr gutes Handling eindrucksvoll in der amerikanischen Trans-Am-Tourenwagenserie unter Beweis gestellt hatten. Der Slogan war so einfach wie genial: "The Ground Groover!"
Beat it: Mit 455 PS ab Werk war der "Hemi" von Chrysler das Monster unter den Muscle-Car-Motoren - und erhielt mit dieser Anzeige eine angemessene Würdigung.
AMC Rebel Machine: Mit einer speziellen Lackierung, einer überdimensionalen Hutze auf der Motorhaube und dem Modellnamen "Rebel Machine" warb die eher für biedere Autos bekannte American Motors Corporation unmissverständlich um jugendliche Kundschaft mit Hot-Rod-Affinität.