Irrste Flops der Filmgeschichte - DER SPIEGEL
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Gescheiterte Filmprojekte Ein Kultfilm, ein Klassiker - ein Flop

Der Regisseur ein irrer Despot, die Set-Aufbauten größenwahnsinnig - und manchmal fehlte schlicht das Drehbuch: Die Filmgeschichte ist voll von überambitionierten Projekten, die als Desaster endeten. Ein Blick auf die traurigsten, verrücktesten und witzigsten Storys hinter den Kinoflops.
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"Dune - Der Wüstenplanet" (1984): Als David Lynch ("Twin Peaks", "Lost Highway") 1981 das Projekt übernahm, war die Verfilmung von "Dune" bereits ein zehn Jahre andauernder Horrortrip. Die Regisseure David Lean ("Doktor Schiwago"), Alejandro Jodorowsky ("Montana Sacra") und Ridley Scott ("Alien", "Gladiator") hatten sich bereits an der Verfilmung des Sci-Fi-Romanklassikers die Zähne ausgebissen. Und auch Lynch gelang es kaum, den Stoff für die Verfilmung zu bändigen. Nach sieben Drehbuch-Versionen lieferte er ein mehr als vier Stunden langes Epos ab, das von den Produzenten auf kinokompatible 137 Minuten zusammengeschnitten wurde. Nun gab es zwar eine Version in Kinolänge, doch die kapierten nur noch Zuschauer, die auch die Romanvorlage gelesen hatten. Später sagte der Regisseur, er wünsche sich, den Film niemals gedreht zu haben "Dune" hat einen sicheren Platz unter den Rohrkrepierern der Filmgeschichte.

Foto: Dino De Laurentiis Company/ ddp images
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"Fantasia" (1940): Ursprünglich wollte Walt Disney mit "Fantasia" ein klassisches Konzert auf die Leinwand bringen, zu dem die Besucher in Abendgarderobe erscheinen sollten. Dafür wurden extra Programmhefte gedruckt und mehr als zwei Dutzend zusätzliche Boxen in den Kinosaal gestellt. Doch die wenigsten Kinobetreiber wollten so viel Aufwand treiben - der Film fiel durch. In seiner Verzweiflung ließ Disney die fast zweieinhalb Millionen Dollar Produktion, in der Mickey Maus zum Takt des Zauberlehrlings den Magierstab schwingt und Zentaurinnen zu Beethovens Sechster tanzen, schnell als Stereo-Variante neu vertonen. Doch auch so wollte der Film nicht funktionieren. Erst 1969 warf "Fantasia" Gewinn ab - unter Jugendlichen galt der Film als Geheimtipp, um ihn unter Einfluss von Haschisch und LSD zu sehen. Disney ließ sich nicht lang bitten, brachte "Fantasia" noch einmal in die Kinos - und bewarb ihn auf den Plakaten als "Trip-Film".

Foto: Disney/ ddp images
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"Stürmische Liebe - Swept Away" (2002): Am Ende kursierte sogar das Gerücht, Guy Ritchie plane einen Directors Cut mit besonders freizügigen Madonna-Nacktszenen, um die Millionenverluste des Films durch den DVD-Verkauf wieder einzuspielen. Nach seinen Filmen "Bube, Dame, König, grAs" und "Snatch - Schweine und Diamanten" galt der britische Regisseur als Meister der lässigen Gangsterkomödie. Dann heiratete Guy Ritchie die Queen of Pop - und drehte mit ihr in der Hauptrolle die Liebeskomödie "Swept Away". Der Film wurde von der Kritik verrissen. Der Tenor: Madonna liefere die schlechteste Leistung ihrer an Tiefpunkten nicht gerade armen Schauspielkarriere ab und 90 Prozent des Humors seien unfreiwillig. Einen Preis bekam der Film dennoch: 2005 erhielt "Swept Away" eine Goldene Himbeere als schlechtestes Drama der letzten 25 Jahre.

Foto: Screen Gems/ ddp images
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"Major Dundee" (1965): Regisseur Sam Peckinpah ("The Wild Bunch") feuerte grundlos Crewmitglieder und behandelte die Schauspieler so schlecht, dass Hauptdarsteller Charlton Heston ihn einmal sogar mit einem Säbel zur Raison bringen musste. Zudem erschien der Regisseur ständig betrunken am Set. Doch Heston lag viel an dem Filmepos über den amerikanischen Bürgerkrieg. Als die Produzenten das Projekt abbrechen wollten, verzichtete er sogar auf seine Gage - und als Peckinpah einige Male völlig betrunken vom Set verschwand, übernahm der Hauptdarsteller einfach selbst die Regie. Ein Flop wurde der Film dennoch.

Foto: Jerry Bresler Productions/ ddp images
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"Glitter" (2001): 22 Millionen Dollar kostete die rosarote Poesiealbum-Version von Mariah Careys Biografie. Die Story: Mit nur einem Song schafft Billy (Carey), das uncoole, gemischtrassige Mädchen in einer wunderbaren Disconacht den Sprung zum Superstar - und verzweifelt fortan an ihrem Leben als armes, reiches Mädchen. Wer das sehen will? Niemand. Nicht mal das Album zum Film wurde ein Erfolg. Carey wurde von ihrem Label fallengelassen und 20th Century Fox verzichtete sogar auf eine DVD-Veröffentlichung des Films in den USA.

Foto: Twentieth Century Fox/ ddp images
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"Cleopatra" (1963): Eigentlich war für den Monumentalfilm von Joseph L. Mankiewicz ein Budget von zwei Millionen US-Dollar angesetzt, am Ende kostete er 44 Millionen. Unter anderem deshalb, weil das gigantische Ägypten-Set gleich zweimal aufgebaut werden musste. Die ersten Papp-Pyramiden standen in London. Doch ständiger Nebel und schlechtes Wetter ließen nicht gerade Ägypten-Stimmung aufkommen. Die Dreharbeiten verzögerten sich immer weiter, bis nach sechs Monaten und rund zwei Minuten fertiger Filmaufnahmen das gesamte Set nach Rom verlegt wurde. Bis heute soll der Film seine Kosten nicht eingespielt haben. Zu seiner Entstehungszeit hätte "Cleopatra" 20th Century Fox beinahe in den Bankrott getrieben.

Foto: Twentieth Century Fox/ ddp images
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"Postman" (1997): Dieser Film ist der größte Treppenwitz der Hollywood-Geschichte. 1995 produziert Kevin Costner den irrsinnigen Endzeitfilm "Waterworld", in dem er auch noch die Hauptrolle spielt und nach Streitigkeiten mit dem Regisseur schließlich obendrein die Regie an sich reißt. Ergebnis des Alleingangs: Das maritime Machwerk wurde einhellig von der Kritik verrissen. Und was macht Costner? Nur zwei Jahre später präsentiert er "Postman" einen irrsinnigen Endzeitfilm, in dem die Frauen hinter Costners Leinwandcharakter her sind - weil er so fantastisches Sperma hat. Produktion, Regie, Hauptrolle: Costner. Verlust an den Kinokassen: 62 Millionen Dollar.

Foto: Warner Bros./ ddp images
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"Batman & Robin" (1997): Er sollte die Krönung der "Batman"-Filmreihe werden und wurde zum Nipplegate aller Comicfans. In dieser knallbunten Plastikspielzeugversion der düsteren Comicvorlage hauen sich der Fledermausmann und sein Partner Robin - Pow! Wam! Boing! - ungelenk wie in der "Bat Man"-Fernsehserie aus den Sechzigern. Der größte Aufreger war aber nicht das hölzerne Spiel von George Clooney, sondern die SM-Erotik versprühenden Plastiknippel, die Regisseur Joel Schumacher den Kostümen der beiden Helden verpasst hatte. Am Ende war "Batman & Robin" zwar kein finanzieller Flop, die Drehkosten spielte der Film locker wieder ein, aber die Filmserie hatte Schuhmacher mit seinem Bonbon-Batman trotzdem fürs erste gekillt. Acht Jahre Lang traute sich niemand an einen neuen Leinwandauftritt - erst mit "Batman Begins" wurde Batman als düsterer Ritter wiederbelebt.

Foto: Warner Bros./ ddp images
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"Battlefield Earth" (2000): "Eine Millionen Affen mit einer Million Wachsmalern könnten nicht in einer Million Jahren etwas so schwachsinniges produzieren wie diesen Film", schrieb die "Washington Post" über John Travoltas Produktion "Battlefield Earth". Ron L. Hubbards Science-Fiction-Roman über zweieinhalb Meter große Aliens, die die Menschheit zur Zwangsarbeit in Goldgruben versklaven, stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Ständig betonten alle Beteiligten, dass es kein Propagandafilm für Scientology sei, auch wenn der Hauptdarsteller und Produzent eines der berühmtesten Mitglieder der Sekte ist - und das Buch von ihrem Gründer stammt. Aber halb so wild: am Ende war die 100-Millionen-Dollar Produktion ohnehin zu mies für einen abendfüllenden Scientology-Werbespot - an den Kinokassen spielte er weltweit nur schlappe 30 Millionen Dollar ein.

Foto: Warner Bros./ ddp images
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"Die Piratenbraut" (1995): Keanu Reeves, Tom Cruise, Daniel Day-Lewis, Tim Robbins, Michael Douglas, Liam Neeson, Charlie Sheen, Jeff Bridges, Ralph Fiennes und Michael Keaton hatten ein gutes Gespür - sie alle lehnten die männliche Hauptrolle in "Die Piratenbraut" ab. Am Ende sagte Matthew Modine ("Birdy", "Full Metal Jacket") zu. Doch die 100-Millionen-Dollar-Produktion mit Geena Davis in der Hauptrolle ging mit wehenden Piratenflaggen den Bach runter und nahm das gesamte Genre gleich mit. "Die Piratenbraut" spielte nur schlappe zehn Millionen Dollar ein und sorgte dafür, dass alle Produktionen von Piratenfilmen umgehend eingestellt wurden. Erst 2003 wurde das Genre wiederbelebt - durch einen schrägen Seeräuberscherz, gespielt von Johnny Depp.

Foto: ddp images
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"Liebe mit Risiko - Gigli" (2003): Zwei Superstars, ein Superfilm? Jennifer Lopez, Sängerin mit dem berühmtesten Hintern der Welt und Ben Affleck, Schauspieler und damaliger Freund von Lopez, spielen in dieser romantischen Gangsterkomödie ein Liebespaar. Oder besser gesagt: sollten eins spielen. Die Kritik verriss den Film - wegen mangelnder Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Sie behielten Recht. Nur wenige Monate nach dem Kinostart trennten sich Affleck und Lopez. Das Ergebnis ihrer Zusammenarbeit auf der Leinwand: 54 Millionen Dollar Produktionskosten, sechs Millionen Dollar weltweites Einspielergebnis. Oder auch: Zwei Superstars, ein Superdesaster.

Foto: Revolution Studios/ ddp images
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"Ishtar" (1987): Wie sieht eigentlich die Videothek in der Hölle aus? Der bissige Comic-Strip-Zeichner Gary Larson beantwortete diese Frage einmal in einem seiner Cartoons: Regale, in denen nichts steht als "Ishtar"-Videos. In der Tat gilt die Komödie mit Warren Beatty und Dustin Hoffman in den USA bis heute als Synonym für Kinoflop. Immerhin: Gary Larson entschuldigte sich später für seinen Comic. "Als ich die Zeichnung gemacht habe, hatte ich ich den Film gar nicht gesehen", so der Comiczeichner, "als er dann einmal im Flugzeug lief, fühlte ich mich ziemlich gut unterhalten."

Foto: Columbia Pictures/ ddp images
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"Leoparden küsst man nicht" (1938): Dieser heutige Screwball-Klassiker war seinerzeit ein gewaltiger Flop. Die temporeiche Komödie kostete ihren Regisseur Howard Hawks sein nächstes Projekt bei der Filmproduktionsfirma RKO und sorgte dafür, dass Katherine Hepburn jahrelang als Kassengift galt. Möglicherweise war der Film einfach seiner Zeit voraus. In "Leoparden küsst man nicht" wurde erstmals das Wort "Gay" im Zusammenhang mit sexueller Ausrichtung verwandt. Cary Grant improvisierte die Zeile in der Szene, in der er mit nichts als einem Damenmorgenmantel bekleidet Tante Elisabeth in die Arme läuft. Tante: "Aber warum tragen Sie diese Kleider?" Grant: "Weil ich plötzlich schwul geworden bin" ("Because I went gay all of a sudden."). In den dreißiger Jahren war der Begriff noch ein absoluter Slangausdruck unter Homosexuellen. Der breiten Öffentlichkeit wurde er erst Ende der sechziger Jahre bekannt, als die Schwulenbewegung in den USA sich öffentlich für ihre Rechte einzusetzen begann.

Foto: RKO Radio Pictures/ ddp images
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"Stadt, Land, Kuss" (2001): Die Dreharbeiten zu der Komödie um ein Haus voller neurotischer New Yorker begannen am 8. Juni 1998 mit einer absoluten Starbesetzung: Warren Beatty, Diane Keaton, Goldie Hawn, Andie McDowell und Charlton Heston waren am Set versammelt - nur eine Kleinigkeit fehlte: ein gutes - und vor allem fertiges - Drehbuch. Der Film sollte im Herbst desselben Jahres abgedreht sein und im Sommer '99 in die Kinos kommen. Sollte ... Am Ende hatte sich ein halbes Dutzend Autoren an dem Skript abgemüht, das Budget von 44 Millionen US-Dollar war über das Doppelte überzogen worden - und die Dreharbeiten dauerten bis zum Mai 2000. Als der Film im April 2001 endlich in die Kinos kam, fiel die 100-Millionen-Dollar-Produktion beim Publikum gnadenlos durch. Schlappe 10 Millionen Dollar brachte "Stadt, Land, Kuss" an den Kinokassen ein. Der Hauptkritikpunkt: das unsinnige Drehbuch.

Foto: ddp images
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"Monsieur Verdoux - Der Frauenmörder von Paris" (1947): "Beginnen wir mit der Schlachtung", sagte Chaplin, als er auf der Pressekonferenz zu seiner schwarzhumorigsten Komödie an das Podium trat. Ein bitterer Scherz. Das Image des einst beliebtesten Komödianten der Welt hatte schwer gelitten. Seine offen ausgesprochenen kommunistischen Ansichten und ein schrecklicher Vaterschaftsstreit um ein Kind, das nicht seins war, machten ihn in den vierziger Jahren zur Persona non grata beim Kinopublikum. Nun legte Chaplin auch noch die Rolle des sympathischen Tramp ab und spielte einen Heiratsschwindler, der Frauen reihenweise mit Gift um die Ecke bringt. Damals ein absolutes Desaster, ist "Der Frauenmörder von Paris" heute ein absoluter Geheimtipp unter Chaplin-Fans.

Foto: Charles Chaplin Productions/ ddp images
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"Heavens Gate - Das Tor zum Himmel" (1980): Es muss eine der traurigsten Premieren der Filmgeschichte gewesen sein. "Warum trinkt denn keiner den Champagner", soll Regisseur Michael Cimino gefragt haben. "Weil sie den Film hassen, Michael", lautete der Überlieferung nach die prompte Antwort. Kein Wunder. "Heavens Gate" ist ein Western-Wahnsinnswerk, bei dem Cimino 220 Stunden Filmmaterial verschoss und das Budget um beinahe das Dreifache überzog, nur um schließlich eine Fassung von fünf Stunden 25 Minuten Länge abzuliefern. Die wurde erst auf 219 und nach der gefloppten Premiere noch einmal auf 149 Minuten runtergeschnitten. Heute gilt "Heavens Gate" als das Werk, das die Filmfirma United Artists in den Ruin getrieben hat.

Foto: Partisan Productions/ ddp images
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"Augen der Angst - Peeping Tom" (1960): O weh, was macht denn der Kaiser Franz Joseph da?! Als Karlheinz Böhm, auf der ganzen Welt beliebt als Traumprinz in den Sissi-Filmen, 1960 auf einmal einen Spanner und Psychokiller spielte, staunten die Kinobesucher nicht schlecht - und ließen den Film gnadenlos durchfallen. Heute gilt "Peeping Tom" als Meisterwerk von Regisseur Michael Powell, damals beendete der Thriller beinahe seine Karriere - und die des Hauptdarstellers gleich mit.

Foto: Michael Powell (Theatre)/ ddp images
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"Eins, zwei, drei" (1961): "Wilder findet das komisch, was uns das Herz zerreißt", schrieb die "B.Z." 1961 zum Start dieser Billy-Wilder-Komödie über den Kalten Krieg. Nachdem er gerade mit "Das Apartment" weltweite Erfolge gefeiert hatte, begann der Regisseur in Berlin mit den Dreharbeiten zu "Eins, zwei, drei". Doch die Geschichte holte ihn ein. Während der Dreharbeiten wurde die Mauer gebaut, Deutschland wurde zur Front zwischen Ost und West und Wilders Komödie war gar nicht mehr komisch. Der Film floppte in Deutschland. Auch in den USA war den Zuschauern beim Thema Kalter Krieg nicht so richtig zum Lachen zumute. Heute gilt "Eins, zwei, drei" als einer der besten Filme über diese Phase der Geschichte.

Foto: Bavaria Film/ ddp images
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"Nomad - The Warrior" (2004): 40 Millionen US-Dollar kostete dieses Historienepos. Einen Großteil davon investierte die kasachische Regierung und machte "Nomad" damit zum teuersten kasachischen Film aller Zeiten. In den USA spielte er nicht mal 80.000 Dollar ein. Und auch die Kasachen werden mit knapp über 15 Millionen Landsleuten wohl kaum dafür sorgen, dass der Film jemals schwarze Zahlen schreibt. Gut angelegt ist das Geld dennoch. Nach dem Untergang der Sowjetunion brauchte das Land eine neue nationale Identität, eine Identifikationsfigur, einen Nationalhelden. So entstand der Film um Ablai Kahn, der im 18. Jahrhundert die Nomadenstämme des Landstrichs vereinte und gegen ein mongolisches Reitervolk anführte. Eine Kritikerin der "Variety" bemerkte immerhin bewundernd, dass man wirklich jeden investierten Cent auf der Leinwand sehe - denn die Tausendschaften von Reitern und Kämpfern, die sich in diesem Film epische Schlachten liefern, sind mitnichten computeranimiert.

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"Inchon" (1982): Sie waren sich nicht sicher: Sollten sie lieber einen Film über Elvis oder doch lieber Jesus finanzieren? Am Ende entschied sich Sun Myung Moon, der Führer der umstrittenen Vereinigungskirche in den USA dafür, einen Film um die Schlacht bei Incheon zu sponsern. General McArthur führte dort damals die Wende im Korea-Krieg herbei, seinem Leinwandpendant war nicht so viel Glück beschieden: Allein zwei Millionen Dollar kostete der Fehler eines Regieassistenten. Er schickte bei den Aufnahmen der Landung die Schiffe in die falsche Richtung. Durch weitere absurde Fehler summierten sich die Produktionskosten auf insgesamt 40 Millionen Dollar. Als der Film dann noch an den Kinokassen versagte, verschwand "Inchon" nach wenigen Wochen aus den Lichtspielhäusern - und danach für immer in der Versenkung. Bis heute kam der Film weder als DVD- noch als VHS-Version heraus.

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"Final Fantasy - Die Mächte in dir" (2001): Der Film zu einer der bekanntesten Videospielserien der Welt war ein mutiges Unterfangen. Regisseur Hironobu Sakaguchi wollte das erste Leinwandabenteuer drehen, in dem alle menschlichen Charaktere am Computer animiert sind. So entstand "Final Fantasy" komplett digital - 2001 noch der reine Wahnsinn, denn die hochauflösenden Bilder, die es brauchte, um den Film von PC-Bildschirm- auf Leinwandgröße aufzublasen, mussten in monatelanger Arbeit von 960 Pentium-III-Computern berechnet werden. Dies führte zu Produktionskosten von über 130 Millionen Dollar. Die Kinobesucher fanden die unechten Schauspieler trotzdem hölzern und blieben weg.

Foto: Columbia Pictures/ ddp images
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"New York, New York" (1977): Nach dem Erfolg des düsteren Dramas "Taxi Driver" wollte Martin Scorsese einen Film drehen, der den Big Apple von einer anderen Seite zeigt. Mit Liza Minelli und Robert De Niro in den Hauptrollen schuf er einen aufwendigen Film voller Tanz- und Gesangseinlagen im Stile alter Hollywood-Musicals. Die Kritiker allerdings sahen in der cleanen, kulissenhaften Atmosphäre einen gigantischen Rückschritt im Vergleich zum schmutzigen Realismus seiner früheren Werke und verrissen den Film gnadenlos. "New York, New York" floppte, der Regisseur verfiel in Depressionen und Kokainsucht. Einziger Trost: 1979 coverte Old Blue Eyes Sinatra den Titelsong "New York, New York" - und machte ihn zu einem seiner größten Hits.

Foto: Chartoff-Winkler Productions/ ddp images
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"Einer mit Herz" (1982): Eigentlich sollte dieses Musical, das in Las Vegas spielt, für Francis Ford Coppola das kleine Projekt nach dem Wahnsinn von "Apocalypse Now" werden. Doch der Regisseur konnte es nicht lassen. Er entschied, nicht "on location" zu drehen. Vegas musste als Filmset nachgebaut werden - und der anfangs auf zwei Millionen Dollar budgetierte Film wurde immer teurer. Als am Ende allein für die vorletzte Szene der McCarran-Flughafen inklusive einer Landebahn nachgebaut werden musste, lagen die Kosten für den Film bei insgesamt 26 Millionen Dollar. "Einer mit Herz" spielte rund 600.000 Dollar in den USA ein. Coppola sagte einmal in einem Interview, er habe "Die Outsider", "Cotton Club", "Der Pate III", "Jack" und "Der Regenmacher" eigentlich nur gedreht, um "Einer mit Herz" abzubezahlen.

Foto: Zoetrope Studios/ ddp images
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