Fotostrecke Mossul in der Hand der Dschihadisten
Eine Aufnahme aus dem Juni 2014: Sie zeigt Kämpfer des "Islamischen Staats" (IS) bei ihrem Einmarsch in Mossul. Ein Jahr ist diese feindliche Übernahme nun her - und noch immer ist die Stadt in der Hand der Dschihadisten.
Diese Aufnahme stammt vom Juni 2014. Sie ist aus einem Propaganda-Video, das der "Islamische Staat" selbst veröffentlicht hat. Das Foto soll zeigen, dass die Menschen in Mossul zum IS halten. Wie viele dies tatsächlich tun, ist unklar. Kritiker der Dschihadisten haben jedes Interesse daran zu schweigen - alles andere ist lebensgefährlich.
Schrittweise hat der IS seit Juni 2014 seine Kontrolle über die Stadt ausgebaut. Im Juli wehte bereits seine Flagge über einer der wichtigen Zufahrtsstraßen zur Stadt.
Einwohner von Mossul beäugen die Trümmer der Moschee des Heiligen Georg. Der IS hat die Jahrhunderte alte Moschee mit dem Schrein des Heiligen in die Luft gejagt. Der IS folgt einer erzkonservativen Islam-Auslegung. Alle Islam-Strömungen, die anders sind, sind für die Dschihadisten abtrünnige.
Auch die assyrischen Heiligtümer wurden von den Dschihadisten attackiert. Im Februar 2015 stürmte der IS das Museum von Mossul und zertrümmerte Statuen, die von den Assyrern verehrt wurden.
Mit einem Bohrer verwüstet ein IS-Anhänger eine assyrische Statue im Museum von Mossul.
Das Haus ist verlassen, eine christliche Familie wohnte darin. Auf Arabisch steht geschrieben: "Lang lebe der 'Islamische Staat'." Tausende christliche Iraker mussten vor dem IS aus Mossul fliehen.
Die Marienkirche in Mossul im Juli 2014: Die Dschihadisten haben das Kreuz vom Kirchturm abmontiert.
Ein Mann spaziert über den Markt von Mossul im Juli 2014. Die Dschihadisten pressen allen Unternehmern Zwangsabgaben an den IS ab.
Bis ins kleinste Detail mischt sich der IS in das Leben der Menschen von Mossul ein. Ein Kämpfer der Miliz steht an einer Straßenkreuzung und kontrolliert, wer unterwegs ist. Wer gegen IS-Regeln verstößt, muss mit schweren Strafen rechnen.
Auch diese Aufnahme vom Juli 2014 wurde vom IS selbst verteilt: Sie soll beweisen, dass das Leben in der Stadt ganz normal weitergeht. Augenscheinlich hat sich nichts verändert. Doch die Menschen müssen nun aufpassen, dass sie die neuen Machthaber nicht verärgern. Darauf stehen brutale Strafen. Frauen wurden von den Dschihadisten nahezu vollständig aus dem öffentlichen Leben verbannt.
Dieses Bild vom Juni 2014 wurde ebenfalls vom IS verbreitet. Ein Kämpfer der Miliz posiert mit zwei Kindern. Weil die Dschihadisten versuchen, schon die Kleinsten zu indoktrinieren, lassen viele Eltern ihre Kinder lieber zu Hause.