Sorgen bei EM-Mitfavorit Italien Wettskandal und Wadenzerrung
Italiens Nationaltrainer Cesare Prandelli hat derzeit einen Haufen Probleme zu bewältigen. Die Vorbereitung seines Teams auf die EM in Polen und der Ukraine wurde durch einen Wettskandal in Italien, in den sogar einige Nationalspieler verwickelt sein sollen, extrem erschwert.
Unter anderem wurde Domenico Criscito wegen des Verdachts der Spielmanipulation aus Italiens EM-Kader verbannt. Der Nationalspieler streitet die Vorwürfe ab: "Ich empfinde Wut, weil ich als Sündenbock für eine Situation benutzt werde, die mich nicht betrifft. Ich habe ein reines Gewissen", sagte er der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport". Im Zuge der Ermittlungen wurde sogar eine Razzia im Teamhotel der Italiener durchgeführt.
Doch das blieb nicht die einzige schlechte Nachricht für die italienischen Fans. Staatsanwälte waren bei der Untersuchung eines Wettbüros in Parma auf den Namen von Gianluigi Buffon gestoßen. Buffon soll dort 2010 Schecks im Gesamtwert von 1,5 Millionen Euro eingereicht haben. Der Juventus-Torwart weist allerdings sämtliche Vorwürfe, er sei in illegale Wettgeschäfte verwickelt, vehement zurück.
Doch abgesehen von etwaigen Wettgeschäften plagen die Italiener auch Verletzungssorgen. Verteidiger Andrea Barzagli fällt wegen einer Wadenzerrung wohl zumindest für die Partie gegen Spanien aus, vielleicht sogar für die gesamte Vorrunde.
Und auch sportlich läuft es nicht rund: Im Mittelfeld hat Andrea Pirlo schon bessere Zeiten erlebt, im Testspiel gegen Russland konnte auch er das 0:3-Debakel nicht verhindern.
Im Angriff hingegen lassen die Ausnahmekönner Antonio Cassano...
...und Mario Balotelli die ein oder andere Überraschung erwarten - zumindest, falls sich Balotelli zur Abwechslung einmal nur auf den Fußball konzentrieren würde. Zuletzt drohte er fremdenfeindlichen Fans in einem Interview mit Vergeltung, sollten sie ihn angehen. "Wenn mich jemand auf der Straße mit einer Banane bewirft, werde ich ins Gefängnis gehen müssen, weil ich denjenigen umbringen werde", sagte Balotelli dem französischen Magazin "France Football".