IWF-Chef Strauss-Kahn Ein Boss in Handschellen
Dominique Strauss-Kahn vor Gericht in New York: Noch ist der Franzose IWF-Chef. Doch die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits.
Dominique Strauss-Kahn: Der IWF-Chef wurde auf die Gefängnisinsel Rikers Island verlegt.
Eingang zu Rikers Island: Die Haftanstalt liegt im East River und bietet Platz für 17.000 Gefangene. Strauss-Kahn soll dort als Prominenter keinen Kontakt zu anderen Gefangenen haben.
Der Staat New York gegen Strauss-Kahn: Der IWF-Chef wurde am Montag in New York der Haftrichterin vorgeführt.
Strauss-Kahn soll in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen sexuell genötigt haben. Er selbst bestreitet alle Vorwürfe, bleibt jedoch bis auf weiteres in U-Haft.
Dominique Strauss-Kahn auf dem Weg zum Gericht: Die Anhörung dauerte 26 Minuten.
Vor dem Gericht warteten etliche Journalisten und Schaulustige, um die Anhörung zu verfolgen.
Strauss-Kahn neben seinem Anwalt Ben Brafman: Die Haftrichterin ließ sich nicht auf eine Kaution (in Höhe von einer Million Dollar) ein - wegen Fluchtgefahr.
Strauss-Kahn musste zwischen mutmaßlichen Dealern und anderen Kriminellen auf seine Anhörung warten.
Seine Karriere steht auf dem Spiel: Strauss-Kahn (hier Anfang April in Washington) soll versucht haben, in einem New Yorker Hotel eine Angestellte zu vergewaltigen.
Eine DNA-Analyse soll nun Klarheit bringen: Dabei soll unter anderem ermittelt werden, ob Strauss-Kahn Kratzer oder DNA-Spuren des mutmaßlichen Opfers an sich trage, etwa unter den Fingernägeln.
In der Suite 2806 des New Yorker Luxushotels Sofitel - Kostenpunkt 3000 Dollar die Nacht - soll Strauss-Kahn versucht haben, eine 32-jährige Angestellte zu Anal- und Oralverkehr zu zwingen.
Die 32-Jährige offenbarte sich Kollegen. Strauss-Kahn wurde am Flughafen festgenommen und mittlerweile angeklagt.
Der Skandal sorgte am Wochenende weltweit für Schlagzeilen, wie hier auf den Titelseiten der "New York Daily News" und der "New York Post".
Ein Ermittler der New Yorker Polizei bei einer improvisierten Pressekonferenz: Seinen Anwälten zufolge will er auf "nicht schuldig" plädieren.
Polizisten im Sofitel Hotel, wo sich der Vorfall ereignete: Die Suite, die Strauss-Kahn gebucht hatte, kostete angeblich 3000 Dollar pro Nacht. Das 32-jährige Zimmermädchen sagte aus, der IWF-Chef habe sie zweimal attackiert. Sie wurde wegen leichter Verletzungen behandelt.
Zelle statt Erste Klasse: Strauss-Kahn wurde nur zehn Minuten vor Abflug seiner Maschine am John-F.-Kennedy-Airport festgenommen. Er leistete keinen Widerstand.
Dominique Strauss-Kahn ist mit Anne Sinclair, einer franko-amerikanischen TV-Journalistin verheiratet. Vor einigen Jahren wurde eine Affäre Strauss-Kahns mit einer IWF-Mitarbeiterin bekannt; er entschuldigte sich bei seiner Frau und saß den Skandal aus.
DSK, wie er in Frankreich oft abgekürzt wird, galt als aussichtsreichster möglicher Herausforderer der Sozialisten für die Präsidentenwahl 2012. Zwischen 1997 und 1999 war er schon einmal Finanzminister. In diesem Sommer, so wurde erwartet, wollte er seine Kandidatur gegen Nicolas Sarkozy ankündigen.
Seit 2007 führt Dominique Strauss-Kahn den Internationalen Währungsfonds - Beobachtern zufolge erfüllt er die Aufgabe gut.
Strauss-Kahn mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, hier im April 2010 im Bundeskanzleramt. Strauss-Kahn war Berichten zufolge auf dem Weg zu einem weiteren Treffen mit Merkel, als er im Flugzeug festgenommen wurde.
Erst vor wenigen Wochen hatte dieses Bild in Frankreich für Aufregung gesorgt: Es zeigt DSK und seine Ehefrau im Porsche eines Freundes. Für einen Politiker der Sozialistischen Partei nicht gerade ein Ausweis von Glaubwürdigkeit.