Jahresrückblick 2010 Agentin 90-60-90
Agentin mit Sexappeal: Für die russische November-Ausgabe 2010 des Magazins "Maxim" posierte Agentin Anna Chapman in Dessous und mit einer Waffe in der Hand - die vom FBI festgenommene Spionin ist zum It-Girl Moskaus aufgestiegen.
Inbegriff der Agentin: Die Agentin Anna Chapman wird mit Mata Hari (Foto um 1905), Meisterspionin mit unwiderstehlichem Sex-Appeal, verglichen. Mata Hari, bürgerlich Margaretha Zelle, gilt als bekannteste Spionin der Geschichte.
Agenten unter Arrest: Das FBI beobachtete über Jahre Verdächtige, die für Russland spioniert haben sollen. Ende Juni nahmen die Ermittler zehn Männer und Frauen in den Bundesstaaten New York, New Jersey, Massachusetts und Virginia fest - hier die im Juli 2010 veröffentlichten Polizeifotos. Obere Reihe von links: Cynthia Murphy, deren richtiger Name Lydia Guryew ist, Patricia Mills, die eigentlich Natalia Perewerzewa heißt, Anna Chapman, Tracey Lee Ann Foley (Elena Wawilowa) und Vicky Pelaez. Untere Reihe von links: Richard Murphy (Wladimir Gurjew, der Ehemann von Cynthia Murphy), Michael Zottoli (Michail Kuzik), Michail Semenko, Donald Howard Heathfield (Andrej Besrukow) und Juan Lazaro (Michhail Wasenkow).
Agentenaustausch in Wien: Am 9. Juli 2010 findet auf dem Wiener Flughafen Schwechat der größte Agentenaustausch seit dem Ende des Kalten Krieges statt. Die zehn mutmaßlichen russischen Spione werden gegen vier mutmaßliche US-Agenten ausgetauscht, die in Russland im Gefängnis saßen.
Agenten-Domizil: In diesem unscheinbaren Haus in Montclair im US-Bundesstaat New Jersey wohnte das russische Agenten-Ehepaar Wladimir und Lydia Gurjew alias Richard und Cynthia Murphy.
Spione als Medienstars: Anna Chapman sowie das unauffällige Vorstadtehepaar Richard und Cynthia Murphy sind auf zahlreichen US-Zeitungen, hier an einem Kiosk in New York, zu sehen. "Heißblütige Augen, schmollende Lippen, lüsterne Blicke", schwärmt die "Washington Post" über die Agentin Chapman, "die sogar die frostigste Nacht im Kalten Krieg aufgewärmt hätte".
Anna Chapman auf Facebook: Die russische Spionin Anna Chapman avancierte 2010 zum Medienstar, sie bekam die Angebote, in einem Pornofilm mitzuspielen und sich für den "Playboy" fotografieren zu lassen - beide Offerten lehnte sie ab, wie sie auf ihrer Facebook-Seite mitteilte.
Schöne Spionin: Die 28 Jahre alte, geschiedene Anna Chapman arbeitete in New York als Immobilienmaklerin. Als ihre Agenten-Tätigkeit auffliegt, hat die US-Presse für die schöne Spionin mit der rotgefärbten Löwenmähne zahlreiche Spitznamen parat. "Femme fatale", titelt die "New York Post", "Mata Hari", "Bombshell" (Sexbombe) und "Agentin 00Sex" wird sie in anderen Artikeln genannt.
Dieses Foto wurde auf der Website Odnoklassniki.ru veröffentlicht - ein russisches soziales Netzwerk.
Die Schattenseite des Ruhms: Beim Start einer Rakete am 7. Oktober 2010 im Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ist Anna Chapman mit von der Partie, Sicherheitsleute müssen sie bewachen. Die populäre Agentin klagte im SPIEGEL darüber, dass sie nicht über die Straße gehen könne, ohne erkannt zu werden. Gleichzeitig setzte sie jedoch alles daran, ihre Person zu vermarkten.
Vier Mitglieder der "Cambridge Five": Anthony Blunt (oben links), Donald Duart MacLean (oben rechts), Guy Burgess (unten links) und Kim Philby (unten rechts). Die "Cambridge Five" hatten in den vierziger und fünfziger Jahren Informationen des britischen Geheimdienstes an die Sowjetunion weitergegeben. Über Jahrzehnte spionierten die Agenten das Ehepaar Julius und Ethel Rosenberg erfolgreich aus und verrieten Teile des amerikanischen Atomwaffenporgramms.
Robert Philip Hanssen: Der hochrangige FBI-Mitarbeiter Robert Philip Hanssen trug immer schwarze Anzüge, er wollte auf keinen Fall auffallen. Das gelang ihm fast ein Vierteljahrhundert, doch 2001 flog der Agent dann doch auf. Der damals 56-Jährige hatte auch nach Ende des Kalten Krieges sensible Daten an Moskau verraten.