Jahresrückblick: Oktober 2008 - DER SPIEGEL
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Jahresrückblick: Oktober 2008 Vom Minister zum Messias

Es war ein düsteres Jahr für die CSU: Nach dem desaströsen Ergebnis bei der Landtagswahl im Oktober 2008 zeigen die Christsozialen Auflösungserscheinungen. Ausgerechnet der zuvor stets verteufelte Horst Seehofer wird zum Retter der Partei auserkoren - und steht vor einer schier unlösbaren Aufgabe.
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Die CSU schmiert ab: Nach dem katastrophalen Wahlergebnis begann das Hauen und Stechen in der CSU. Am Ende blieb das farblose Führungsduo Huber / Beckstein auf der Strecke. Der von den Funktionären ungeliebte, aber an der Basis populäre Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (M.) hatte am besten taktiert und zog als neuer CSU-Vorsitzender und Bayern-Premier von der Spree an die Isar.

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Beckstein und Huber: Friedlich vereint zeigten sich der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU, l.) und der CSU-Parteivorsitzende Erwin Huber beim Politischen Aschermittwoch der CSU am 2. Oktober 2008 in Passau. Neun Monate hatten die beiden zuvor gekämpft, bis der CSU-Sonnenkönig Edmund Stoiber endlich abgedankt hatte und die beiden sich zur Führungsspitze aufschwingen konnten.

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An der Spitze: Beim 73. Parteitag der CSU im Juli 2008 in Nürnberg posierten der CSU-Parteivorsitzende Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein noch fröhlich als dynamisches Führungsduo.

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Landtagswahl in Bayern: Die bislang erfolgsverwöhnte CSU musste bei der bayerischen Landtagswahl im September 2008 eine herbe Schlappe hinnehmen. Dass sie nicht wie bisher über 50 Prozent liegen würden, damit hatten alle gerechnet. Doch mit 43,4 Prozent war das Wahlergebnis deutlich niedriger als selbst die größten Pessimisten vorausgesagt hatten.

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Nach der Wahl: Erwin Huber, CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer und Günther Beckstein machen nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses der Bayerischen Landtagswahl im September 2008 lange Gesichter. In der Diskussion um Rauchverbot, Schulreform und Pendlerpauschale hatte sich die CSU derart aufgerieben, dass die Wähler gleich scharenweise zu anderen Parteien überliefen.

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Freude nach der Hochrechnung: So groß wie das Entsetzen in der CSU war auch die Freude bei der SPD, als das Ergebnis der bayerischen Landtagswahl verkündet wurde. Die übermächtige Alleinherrschaft der Christsozialen im Freistaat war gebrochen.

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Am Ende: Zerknirscht treten der Vorsitzende Erwin Huber (l.) und der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein nach der Landtagswahl am 28. September 2008 in München vor die CSU-Anhänger, um das Ergebnis zu kommentieren. Ein Rücktritt des Duos lag nahe. Und tatsächlich: Nur wenige Wochen später, am 25. Oktober, wurde Horst Seehofer zum neuen Vorsitzenden gewählt.

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Der lachende Dritte: Als Lügner, Ehebrecher, Egoist, Intrigant, Störer, Wichtigtuer, Spieler und Faulpelz wurde Horst Seehofer beschimpft. Doch am Ende war er es, der lachen konnte. Am 25. Oktober räumten Huber und Beckstein das Feld - und er wurde zum CSU-Vorsitzenden und am 27. Oktober 2008 zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt.

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Messias Seehofer: Von der Persona non grata zum Retter der CSU

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Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber: Bayerischer Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber 1996 in München

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Beim Ratschen: Bundespräsident Roman Herzog und Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber im Gespräch.

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Horst und Karin Seehofer: Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer mit Frau Karin 2009.

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Dr. Günter Beckstein: Da wusste Dr. Günter Beckstein, Innenminister, noch nicht, dass er bald Ministerpräsident von Bayern werden würde.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?