Jahresrückblick: September 2008 - DER SPIEGEL
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Jahresrückblick: September 2008 Schwarzes Loch auf der Teilchenrennbahn

Groß wie das Brandenburger Tor und schwerer als der Eiffelturm: Im September 2008 nimmt der gewaltigste Teilchenbeschleuniger aller Zeiten seinen Betrieb auf. Doch ein technischer Defekt stoppt die Expedition ins Reich Dunkler Materie - die Reparaturen am komplexesten Gerät der Welt dauern bis heute an.
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Kollision der Teilchen: So etwa sieht es aus, wenn Atomkerne mit einer ungeheuren Geschwindigkeit aufeinanderprallen. Genau das hatten die Wissenschaftler des europäischen Teilchenforschungszentrums Cern bei Genf für den September 2008 geplant.

Foto: CERN/ dpa
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Urknall in Genf: Am 10. September 2008 ging bei Genf dieses Ungetüm in Betrieb. Der Large Hadron Collider (LHC) - der größte Teilchenbeschleuniger der Welt - sollte Protonen mit nie zuvor erreichter Wucht aufeinanderprallen lassen und so den Urknall simulieren.

Foto: ddp
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Urknall im Ring: Durch diesen 27 Kilometer langen Tunnel unter der Erde an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz sausten im Teilchenbeschleuniger LHC die Protonen. Und zwar mit so hoher Geschwindigkeit, dass Temperaturen von vielen Billionen Grad entstanden. Auf diesem Weg wollten Forscher den Urknall simulieren, um mehr über die Entstehungsgeschichte unseres Planeten zu erfahren.

Foto: dpa
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Röhre des LHC: Ein Querschnitt durch ein Modell des LHC-Tunnels zeigt jene zwei Röhren, durch die der Teilchenbeschleuniger die Protonen jagen soll. Das Experiment im LHC hatte schon Wochen vor dem Start Weltuntergangsphantasien beflügelt. Im schlimmsten Fall, so mutmaßten manche, entstünde im LHC ein Schwarzes Loch, das sich ausbreiten und die Erde vernichten werde.

Foto: dpa
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Spannung vor dem Knall: Gespannt beobachten die Wissenschaftler des europäischen Kernforschungszentrums Cern ihre Bildschirme, während der Teilchenbeschleuniger LHC am 10. September 2008 erstmals aktiviert wird.

Foto: dpa
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Defekt im LHC: Am 19. September, der Jubel über den erfolgreichen Start lag gut eine Woche zurück, musste das Projekt aufgrund eines "Quench" genannten Defekts vorerst abgebrochen werden. Die Supraleitung eines Verbindungskabels war zusammengebrochen, sechs Tonnen des Kühlmittels Helium strömten aus und zerstörten das Vakuum im Beschleunigerrohr des LHC.

Foto: dpa
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Gigantisches Experiment: Die Größe des Teilchenbeschleunigers LHC lässt sich erst im Vergleich zu einem Menschen (untere Hälfte, Mitte) ahnen. Doch die Größe und Komplexität der Maschine ist auch ihr Manko: Nach der Panne vom 19. September, bei der sechs Tonnen des Kühlmittels austraten, wird es Monate dauern, bis der LHC wieder einsatzbereit ist. Bei einem herkömmlichen Beschleuniger wäre ein Defekt binnen weniger Tagen behoben.

Foto: dpa
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