Fotostrecke Illusionen im Sand
Er wollte Kunst auf der Straße machen, doch Kreide war ihm zu teuer. Deshalb fing der Neuseeländer Jamie Harkins an, seine Bilder in den Strand zu zeichnen. Mit einfachen Mitteln erzeugt er 3D-Illusionen im Sand.
Seit knapp einem Jahr ist der Strandabschnitt von Mount Maunganui in Neuseeland die Leinwand des 41-Jährigen.
Er ist unverkennbar ein Fan der Surrealisten. Salvador Dalí zum Beispiel inspiriert ihn.
Harkins arbeitet drei Tage die Woche in einem Café, den Rest der Zeit ist er Künstler. Und das sehr oft am Strand.
Für Motive wie dieses Flugzeug benötigt der Neuseeländer etwa zwei Stunden.
Insgesamt sind im vergangenen Jahr 17 Werke entstanden.
Die dreidimensionale Illusion ergibt sich erst in der Ferne: Die beiden Personen, die scheinbar im Tempel sitzen, können das Bauwerk als solches gar nicht wahrnehmen.
Motive wie diese Treppe entstehen spontan. "Ich mache mir meistens nur einen schnellen Entwurf", sagt Harkins.
Oft steht er deshalb auf einer Anhöhe und dirigiert Freunde am Strand.
Seine einzigen Werkzeuge: ein Strick, ein Rechen und ein Stöckchen.
Lange währen die Motive nicht: Wenn die Flut kommt, schwemmt sie alles weg.
Harkins findet das nicht tragisch: "Ich frage mich stattdessen einfach, was wohl als nächstes kommt."
Die Themen des Künstlers: Surrealistische Motive, Fantastisches und alles, was mit spielerischer Bewegung zu tun hat.
Mit seinen Sand-Kunstwerken macht er vor allem Kindern eine Freude. "Es ist toll, weil sie nicht versuchen, ihre Begeisterung zu beherrschen", sagt Harkins.
Erwachsene hingegen verstünden häufig nicht, wieso Harkins Zeit in etwas investiert, das mit der Flut wieder verschwindet.
Es gibt allerdings auch solche, die es toll finden. Strand-Jogger zum Beispiel.
Harkins hat kein Problem, auch Passanten an seinen Motiven mitarbeiten zu lassen.
Wenn die Flut kommt, dann bleibt nichts zurück. Bis auf das Foto.