Japan: Lehren aus der Katastrophe - DER SPIEGEL
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Japan Lehren aus der Katastrophe

Japan ist so gut es geht auf Naturkatastrophen vorbereitet - doch das Beben vom 11. März und der folgende Tsunami sprengten jedes Szenario. Jetzt versuchen japanische Forscher, die Lehren aus der Krise zu ziehen. Viele entwickeln dabei eine kritischere Haltung zur Atomkraft.
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Forschung in Japan: Im National Research Institute for Earth Science and Disaster Prevention (NIED) testen Wissenschaftler Brückenpfeiler und bis zu sechsstöckige Häuser in Originalgröße auf ihre Erdbebentauglichkeit. Eine 15 mal 20 Meter große Hebebühne erzeugt dazu künstliche Beben, die bis auf das 1,3fache des Bebens von Kobe schwingen. Tatsächlich waren die Gebäudeschäden, die allein durch das Erdbeben verursacht wurden, für ein Beben der Stärke 9,0 außerordentlich gering. Nach Angaben der Development Bank of Japan wurden in den vier am stärksten betroffenen Regionen nur 3,3 Prozent der Gebäude im Landesinneren beschädigt.

Foto: NIED
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Hafenstadt Taro: Anders sieht es jedoch an der Küste aus - in der am schwersten betroffenen Präfektur Iwate wurden im Landesinneren 2,9 Prozent der Gebäude beschädigt. An der Küste aber zogen das Beben und der folgende Tsunami fast jedes zweite Gebäude in Mitleidenschaft.

Foto: CARLOS BARRIA/ REUTERS
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Taro am 23. März: Einige Menschen gehen über die zehn Meter hohe Betonbarriere, die die Stadt vor einem Tsunami schützen sollte. Zwei Barrieren von je zehn Metern Höhe und 2,4 Kilometern Länge stehen in Taro.

Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFP
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...Doch als am 11. März die über 15 Meter hohe Welle eintrifft, überspült sie beide Mauern, reißt sogar tonnenschwere Brocken aus den Barrieren.

Foto: ROSLAN RAHMAN/ AFP
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Taro im Juli: Heute stehen in Taro nur noch Fundamente von Häusern auf beiden Seiten der Mauern, 144 Menschen kamen dort ums Leben oder werden noch vermisst.

Foto: Haluka Maier-Borst
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Mariko Ohara: Die Folgen von Beben und Tsunami überraschten auch viele japanische Forscher. Mit einer derart weiträumigen Katastrophe habe man nicht gerechnet, sagt die Professorin für medizinische Versorgung in Krisengebieten.

Foto: Haluka Maier-Borst
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Eiji Sato vom Institute for Earth Science and Disaster Prevention (NIED): "Hier in Japan bleiben die jeweiligen Forschungsbereiche oft unter sich", sagt Sato. "Es gibt leider viel zu wenig disziplinübergreifende Projekte."

Foto: Haluka Maier-Borst
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Sakuma Saeki vom Disaster Reduciton Institute (DRI): Der Risikoforscher meint, dass psychologische und pädagogische Aspekte künftig stärker in die Tsunami-Prävention einfließen sollten.

Foto: Haluka Maier-Borst
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Taro Kanno von der University of Tokyo: "Die Sicherheit der Atomkraft war so etwas wie ein Tabuthema", sagt der Wissenschaftler.

Foto: Haluka Maier-Borst
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Taro in der Provinz Itawe: "Soute-gai"- Jenseits jedes Szenarios. Es ist der Ausdruck, den die Überlebenden immer wieder benutzen, um dem Unfassbaren einen Namen zu geben.

Foto: Haluka Maier-Borst
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?