Jazzer John Coltrane Der Mann, der den Jazz revolutionierte
Jazz-Musiker John Coltrane: Ein neuer Dokumentarfilm von Regisseur John Scheinfeld porträtiert den begnadeten Künstler.
Dabei galt Coltrane zu Beginn seiner Karriere nicht als sonderlich talentiert - 1926 in North Carolina geboren, wuchs er als Einzelkind in einer schwarzen Prediger-Familie auf.
Den Schwarzen war in jener "Jim-Crow-South"-Ära das Lesen und Schreiben untersagt, also reagierten viele von ihnen auf das Trauma auf musikalische Weise. Auch der junge John kompensiert die Anfeindungen, indem er täglich über Stunden zum Saxofon greift.
Coltrane gemeinsam mit Miles Davis im Jahr 1958: Coltrane war Teil des legendären Miles-Davis-Quintetts, mit dem er regelmäßig in Klubs wie dem New Yorker Café Bohemia gastierte.
Doch Davis schmiss Coltrane raus - dieser steckte damals tief im Drogensumpf. Der Rausschmiss durch Davis wurde zum Wendepunkt.
Coltrane wurde ein "man on a mission", wie es Ashley Kahn, ein weiterer Biograf des Musikers, formuliert - durch Willenskraft und Glauben wurde er clean.
1963 starben bei einem heimtückischen Anschlag weißer Rassisten auf eine schwarze Kirchengemeinde in Birmingham, Alabama, vier Menschen.
Menschen singen gemeinsam nach der Beerdigung der Opfer: Coltrane erschuf damals ein Stück, um die Toten zu ehren. Seine Tochter Michelle erzählt, wie sich ihr Vater wochenlang im Dachgeschoss ihres Hauses einschloss und solange komponierte, bis er den großen Wurf glaubte, geschaffen zu haben. "Er kam dann runter wie der Moses vom Berg."
Coltrane vertonte letztlich die Trauerrede Martin Luther Kings im klagenden Stück "Alabama".
Gegen Ende seines Lebens sagte Coltrane einmal, es gebe so viel Elend in der Welt, "ich wollte die Kraft des Guten sein".