Jerusalem Das Muslimische Viertel
In den Gassen von Jerusalems muslimischem Viertel, von Wellblechen und Balkonen überspannt, ist es meist recht düster. Nur die höher gelegenen Wohnungen bekommen die heiße Sonne Israels ab.
Die Müllwirtschaft funktioniert auf engstem Raum nach einem einfachen Prinzip: Wird der Unrat zu viel, schleift man ihn zum Abholen aus dem Haus ...
... und deponiert ihn so lange vor der Tür eines ungeliebten Nachbarn. Hier stapeln sich Müllsäcke, Essensreste und eine alte Matratze vor der gesicherten Metalltür einer orthodoxen Familie (rechts hinter dem Mofa).
Die Jugend im muslimischen Viertel vertreibt sich die Zeit meist mit Gelegenheitsjobs und wartet auf Aufgaben von den Händlern, ...
... meist sind es Botendienste, manchmal schleppen sie auch Waren oder servieren Tee.
Zum Zeichen ihrer Gottgläubigkeit schreiben viele Muslime Preisungen neben ihre Wohnungseingänge: "Allahu akbar" "Gott ist der Größte" ...
... oder auch "Ma Shallah" "Mit Gottes Wille" steht an fast jeder Ecke geschrieben.
Die Via Dolorosa, der mutmaßliche Leidensweg Christi, führt quer durch das muslimische Viertel hin zur Grabeskirche. Christen können mehrere Stationen ablaufen.
Hier, an der achten Station, soll Jesus zu den weinenden Frauen gesprochen haben: "Weint nicht über mich". Souvenirläden profitieren heute davon.
Zu den beliebtesten Läden im muslimischen Viertel gehören die Süßwarenläden. Arabische Süßigkeiten sind zwar sehr klebrig und ein garantierter Kariesgarant aber wohl gerade deswegen bei allen beliebt, von der Ordensschwester bis hin...
... zur palästinensischen Hausfrau. Doch die dürfte sich auch noch für andere Läden interessieren, ...
... in den Gassen des Viertels warten nämlich Tücher und Stoffe, die jeder Händler beteuert es von feinster Qualität sind.
Doch auch im muslimischen Viertel bleibt der Konflikt präsent: Soldaten und Polizisten errichten Kontrollsperren in den Gassen, ...
... orthodoxe Juden kaufen Grundstücke, um Talmudschulen und Synagogen zu eröffnen oder auch ...
... reich geschmückte Wohnhäuser mitten im Muslimviertel zu plazieren. Das Haus mit Flagge Israelse und Chanukka-Leuchter gehört der Familie Scharon.
Sicherheitszäune auf den Häuserdächern gehören zum gewohnten Stadtbild.
Muslimische Familien wohnen Balkon an Balkon mit jüdischen Nachbarn; vor Minaretten wehen Israel-Flaggen, ...
... die von Palästinensertüchern aus den Souvenirshops darunter karikiert werden.
Beliebte T-Shirts kommen nie ohne Aussage aus: "Guns 'n' Moses" nebst Uzi und Davidstern gehören hier zum Aufdruck.
Palästinensische Familien reagieren auf die "feindliche Übernahme" des Viertels nicht selten mit gedankenloser Pädagogik: Ihre Kinder spielen mit Gewehren ...
... oder kleinen Plastikgranaten.