Jerusalem: Grabeskirche - DER SPIEGEL
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Jerusalem Grabeskirche

Im christlichen Viertel liegt die Grabeskirche, erbaut über dem vermeintlichen Grabe Jesu Christi. Tausende Pilger strömen hier täglich ein und aus – sechs verschiedene christliche Konfessionen vollziehen hier täglich ihre Liturgien. Wer wo wann beten darf, ist durch einen strengen Zeitplan festgelegt – wird dieser durchbrochen, enden die Gläubigen nicht selten in einer Schlägerei. Doch die Grabeskirche ist vor allem eines: Zeugnis Jahrhunderte alter Pilgerreisen. Seit 1600 Jahren ritzen fromme Christen ihre Kreuze, Herkunftswappen oder Besuchsdaten in die Balken und Wände der Kirche. Mittelpunkt der Grabeskirche ist natürlich das Grabe Christi – Pilger entzünden hier ihre Kerzen. In den Gassen unweit der Kirche zeugen Graffiti-Kreuze vom Erlöser – oder aber nachempfundene Holzkreuze. Pilgergruppen tragen sie in Gedenken an Jesu zur Kirche – der Kreuzverleiher trägt sie später zurück.
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Die Grabeskirche ist ein verzwickter Bau mit vielen Kapellen, verwundenen Gängen und nur einem Eingang, ...

Foto: Marc Röhlig
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... hinter dem als erstes der Salbungsstein auf die Pilger wartet. Hier soll Jesu vor der Grablegung gesalbt worden sein.

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Gläubige Christen knien an der Platte nieder und küssen sie. Im Hintergrund zeigt eine Ikonografie die Grablegung des Herrn.

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Der Altar auf dem Golgatafelsen ist neben dem Heiligen Grab die wichtigste Station in der Grabeskirche. Er bezeichnet den Ort, an dem Jesu gekreuzigt wurde.

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Das Heilige Grab liegt nahe des Salbungssteines und Golgatafelsen in einer Rotunde. Deren 50 Meter hohe Kuppel erhebt sich über dem Grabe und lässt ein sanftes Licht in die düsteren Gänge.

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Gläubige entzünden am Grabgewölbe Kerzen zu Ehren des Herrn.

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Sechs verschiedene christliche Konfessionen teilen sich heute die Kapellen in der Grabeskirche.

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Kopten, Armenier, Katholiken, Griechisch-Orthodoxe, Äthiopier und Syrer haben sich in der Kirche eingerichtet.

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Die Kapelle der Helena ist armenisch – durch sie muss man jedoch hindurch, um zur römisch-katholischen Kreuzauffindungskapelle zu gelangen.

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In den Wänden der Helena-Kapelle sind viele Kreuze von der Kreuzfahrertruppe Gottfried von Bouillons eingeritzt. Auch an anderen Stellen findet man ...

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... genügend Beweise für fast tausend Jahre Pilgertum. Wappen oder auch ...

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... Jahreszahlen sind die vormoderne Form von "Ich war hier".

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Und in der modernen Variante pinseln noch heute Pilger wie Priester Kreuze an Türen und Mauern ...

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... rings um das Areal der Grabeskirche. Doch auch andere Graffiti finden sich vor Ort: ...

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... Hier steht auf Arabisch "Filistina", davor sind abgelegte Kreuze. Ein geschäftstüchtiger Muslim verleiht Pilgern am Anfang der Via Dolorosa Kreuze, die sie in nachempfundenen Prozessionen bis zur Grabeskirche schleppen.

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Sind die Prozessionen vorbei, schultert der Verleiher seine Kreuze und trägt sie zum Ausgangspunkt zurück.

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