Jerusalem: Klagemauer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Jerusalem Klagemauer

Im jüdischen Teil der Altstadt und direkt angrenzend an den Bezirk des Felsendoms liegt die Klagemauer. Hier kommen Juden aus aller Welt zum Beten zusammen. Sie ist die westliche Begrenzungsmauer des ehemaligen jüdischen Tempelbezirks – und somit Symbol für die ewige Präsenz Gottes im Heiligen Land. Schülergruppen wie Touristen, aber auch Soldaten kommen hierher. Gebete werden auf kleine Zettel geschrieben und dann in die Ritzen des Mauerwerks gedrückt. Juden aus aller Welt können sogar SMS oder Mails hierher senden. Frauen und Männer betreten die Mauer an getrennten Stellen, eine Kopfbedeckung ist beim Herantreten Pflicht. Orthodoxe Juden gehen hier vollkommen im Lesen von Thora-Gebeten auf – dazu bewegen sie ihren Kopf in rhythmischem Nicken.
1 / 19

Die Mauer ist circa 18 Meter hoch, hinter ihr – auf einem Plateau – liegen Felsendom und Al-Aksa-Moschee der Muslime. Von der 488 Meter langen Mauer nutzen die Juden rund 60 Meter als Gebetsstätte.

Foto: Marc Röhlig
2 / 19

Im Hebräischen wird die Klagemauer schlicht Westmauer genannt. Die deutsche Bezeichnung rührt vom Wehklagen, mit dem die Juden 70 nach Christus die Zerstörung ihres Tempels durch den römischen Kaiser Titus beweinten.

Foto: Marc Röhlig
3 / 19

Rund drei Viertel der heutigen Gebetsstätte sind den Männern vorbehalten. Die Frauen müssen sich von einem separaten Eingang an den verbleibenden Metern drängen.

Foto: Marc Röhlig
4 / 19

Die Klagemauer ist nicht nur Gebetsort für die orthodoxen Juden – sondern auch beliebtes Ausflugsziel. Schulklassen aus dem ganzen Land kommen zur Klassenfahrt vorbei...

Foto: Marc Röhlig
5 / 19

...und amerikanische Juden schießen Erinnerungen für daheim.

Foto: Marc Röhlig
6 / 19

Ohne Kopfbedeckung gibt es keinen Einlass zur Mauer. Männer tragen daher eine Kippa – eine kleine, kreisrunde Stoffkappe. Frauen müssen ihre Arme bedecken.

Foto: Marc Röhlig
7 / 19

Die Sicherheit an der Klagemauer – Anschläge von religiösen Fanatikern waren nicht selten – wird von Polizei und Militär gewährleistet. Wer ins Areal will, muss durch Schleusen und Metalldetektoren; bewaffnete Soldaten stehen an jeder Ecke.

Foto: Marc Röhlig
8 / 19

Oder aber lümmeln: denn auch für Soldaten gehört der Besuch der Klagemauer zu den beliebtesten Ausflügen. Und wer nicht im Dienst ist…

Foto: Marc Röhlig
9 / 19

...schreibt kleine Wünsche auf Papierzettelchen, bevor er an die Mauer herantritt.

Foto: Marc Röhlig
10 / 19

Die Bitten werden in die Ritzen des Mauergesteins geschoben und so von Gott wahrgenommen.

Foto: Marc Röhlig
11 / 19

Mittlerweile können Juden aus aller Welt auch Bitten per SMS oder Mail zur Mauer schicken – ein Helfer druckt die Zettel aus und schiebt sie in die Mauerspalten.

Foto: Marc Röhlig
12 / 19

Doch am wichtigsten am "Briefkasten Gottes" sind nicht die Zettelchen, sondern die Gebete.

Foto: Marc Röhlig
13 / 19

Thora-Ständer und Plastikstühle werden für die Gläubigen bereitgestellt...

Foto: Marc Röhlig
14 / 19

...um ganz in ihren Rezitationen und Gebeten aufzugehen. Manch einer betet hier für Stunden...

Foto: Marc Röhlig
15 / 19

...versunken in sein Gespräch mit Gott und für die Außenwelt unerreicht.

Foto: Marc Röhlig
16 / 19

Viele orthodoxe Juden hegen den Wunsch, eines Tages den Bezirk des Tempels zurückzuerhalten und...

Foto: Marc Röhlig
17 / 19

…endlich den Dritten Tempel zu errichten. Die beiden Vorgänger wurden von den Babyloniern (587 v. Chr.) und den Römern (70 n. Chr.) zerstört.

Foto: Marc Röhlig
18 / 19

Wer seine eigene Thora nicht dabei hat, für den liegen stets genügend Exemplare zur Nutzung bereit.

Foto: Marc Röhlig
19 / 19

Das örtliche Rabbinat kümmert sich um Ordnung an der Mauer – und genügend Lesestoff für seine Besucher.

Foto: Marc Röhlig
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?