Jerusalem Klagemauer
Die Mauer ist circa 18 Meter hoch, hinter ihr auf einem Plateau liegen Felsendom und Al-Aksa-Moschee der Muslime. Von der 488 Meter langen Mauer nutzen die Juden rund 60 Meter als Gebetsstätte.
Im Hebräischen wird die Klagemauer schlicht Westmauer genannt. Die deutsche Bezeichnung rührt vom Wehklagen, mit dem die Juden 70 nach Christus die Zerstörung ihres Tempels durch den römischen Kaiser Titus beweinten.
Rund drei Viertel der heutigen Gebetsstätte sind den Männern vorbehalten. Die Frauen müssen sich von einem separaten Eingang an den verbleibenden Metern drängen.
Die Klagemauer ist nicht nur Gebetsort für die orthodoxen Juden sondern auch beliebtes Ausflugsziel. Schulklassen aus dem ganzen Land kommen zur Klassenfahrt vorbei...
...und amerikanische Juden schießen Erinnerungen für daheim.
Ohne Kopfbedeckung gibt es keinen Einlass zur Mauer. Männer tragen daher eine Kippa eine kleine, kreisrunde Stoffkappe. Frauen müssen ihre Arme bedecken.
Die Sicherheit an der Klagemauer Anschläge von religiösen Fanatikern waren nicht selten wird von Polizei und Militär gewährleistet. Wer ins Areal will, muss durch Schleusen und Metalldetektoren; bewaffnete Soldaten stehen an jeder Ecke.
Oder aber lümmeln: denn auch für Soldaten gehört der Besuch der Klagemauer zu den beliebtesten Ausflügen. Und wer nicht im Dienst ist
...schreibt kleine Wünsche auf Papierzettelchen, bevor er an die Mauer herantritt.
Die Bitten werden in die Ritzen des Mauergesteins geschoben und so von Gott wahrgenommen.
Mittlerweile können Juden aus aller Welt auch Bitten per SMS oder Mail zur Mauer schicken ein Helfer druckt die Zettel aus und schiebt sie in die Mauerspalten.
Doch am wichtigsten am "Briefkasten Gottes" sind nicht die Zettelchen, sondern die Gebete.
Thora-Ständer und Plastikstühle werden für die Gläubigen bereitgestellt...
...um ganz in ihren Rezitationen und Gebeten aufzugehen. Manch einer betet hier für Stunden...
...versunken in sein Gespräch mit Gott und für die Außenwelt unerreicht.
Viele orthodoxe Juden hegen den Wunsch, eines Tages den Bezirk des Tempels zurückzuerhalten und...
endlich den Dritten Tempel zu errichten. Die beiden Vorgänger wurden von den Babyloniern (587 v. Chr.) und den Römern (70 n. Chr.) zerstört.
Wer seine eigene Thora nicht dabei hat, für den liegen stets genügend Exemplare zur Nutzung bereit.
Das örtliche Rabbinat kümmert sich um Ordnung an der Mauer und genügend Lesestoff für seine Besucher.