Neue US-Botschaft in Jerusalem Das Pulverfass
Jerusalem am 14. Mai 2018: Die neue US-Botschaft wird eröffnet. Damit erkennen die Vereinigten Staaten die Stadt als Israels Hauptstadt an. Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten, und Finanzminister Steven Mnuchin vor der Widmungsplakette.
An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen setzen schon gegen Mittag zahlreiche Palästinenser Reifen in Brand. Nach Berichten von Augenzeugen versuchten mehrere Männer, den Grenzzaun zu Israel zu durchschneiden.
Dichter schwarzer Rauch am Himmel: Die Proteste an der Grenze halten seit sechs Wochen an. Nun eskaliert die Gewalt.
Es ist damit der Tag mit den meisten Todesopfern seit dem Gazakrieg 2014. Die Zahl der an der Grenze zu Israel getöteten Palästinenser ist am Montag auf 52 gestiegen. Rund 1700 weitere Menschen wurden verletzt.
Bei der Eröffnungsfeier geht die Delegation aus Washington indirekt auf die Demonstrationen am Gazastreifen ein: Der Schwiegersohn und Berater Donald Turmps, Jared Kushner, sagte, die Proteste "selbst am heutigen Tag" hätten gezeigt, dass "diejenigen, die Gewalt provozieren, Teil des Problems und nicht der Lösung sind".
Israel feiert an diesem Tag den 70. Jahrestag der Staatsgründung.
Die Palästinenser begehen in diesem Zusammenhang den Tag der "Nakba" (Katastrophe). Sie erinnern damit an die Vertreibung Hunderttausender Menschen.
Im Jerusalemer Stadtteil Arnona, wo die neue US-Botschaft liegt, prallen die Weltanschauungen aufeinander.
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach vor den rund 800 Gästen der Botschaftseröffnung. Dieser 14. Mai sei "ein großartiger Tag für Israel und ein großartiger Tag für die USA und ein großartiger Tag für den Frieden".
Ein israelischer Grenzpolizist feuert Tränengas in Richtung der palästinensischen Demonstranten.
Die Grenzpolizei nimmt einem Demonstranten sein Schild weg.
Die Flaggen Israels und der USA vor der neuen Botschaft in Jerusalem.
Unterstützer des US-Präsidenten Trump protestierten vor der neuen Botschaft der USA in Jerusalem. Vor ihnen stehen ultraorthodoxe Juden.
Demonstration in Istanbul. Die Türkei machte die USA für die Gewalteskalation verantwortlich. Man verfluche "das Massaker", das von israelischen Sicherheitskräften an "friedlich protestierenden" Palästinensern verübt worden sei, teilte das Außenministerium in Ankara mit.
Ein muslimisches Mädchen tritt auf ein Bild des US-Präsidenten, als Zeichen der Verurteilung seiner Entscheidung, die US-Botschaft umziehen zu lassen.
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte bei Beratungen in Ramallah: "In der Vergangenheit hatten wir (israelische) Siedlungsaußenposten mit amerikanischer Hilfe, nun haben wir einen amerikanischen Siedlungsaußenposten in Ost-Jerusalem".