Jerusalem: Sorgen im Christenviertel - DER SPIEGEL
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Jerusalem Sorgen im Christenviertel

Der Weg zu Arbeit führt über die Via Dolorosa, die Grabeskirche grenzt ans Wohnzimmer. Doch die Nähe zu ihren heiligsten Stätten ist Jerusalems Christen kein Trost. Aufgerieben zwischen den Mühlsteinen der Nahost-Politik suchen viele ihr Heil in der Flucht. Wer daheim bleibt, lebt in Angst.
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Shopping nahe der Grabeskirche: Im Zentrum des Christenviertels von Jerusalem steht auch eine Moschee. Wenn in einer Woche die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt wird, dann ist das auch ein Akt der Revier-Markierung: Seht her, unser Viertel ist immer noch und zuallererst christlich!

Foto: Ulrike Putz
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Kirchenpersonal: Alle christlichen Konfessionen sind durch hochrangige Geistliche in Jerusalem vertreten. Sie residieren oft in herrschaftlichen alten Gemäuern und haben auch in politischen Fragen Einfluss.

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Fromme Mitbringsel: Der Handel mit christlichen Souvenirs ist das einzige Geschäft, das gut geht in der Altstadt. Doch seit wegen der politischen Lage in Israel immer weniger Touristen und Pilger kommen, graben sich die vielen Händler gegenseitig das Wasser ab.

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Maher Nasraui ist in der Jerusalemer Altstadt geboren und aufgewachsen. "Viele Gemeindemitglieder gehen ins Ausland, und wir, die wir da bleiben, müssen die Konsequenzen tragen", sagt der griechisch-orthodoxe Christ.

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Auch Christen kaufen bei der muslimischen Bäckersfamilie, die sich auf mit Spinat gefüllte Teigttaschen spezialisiert hat. Dass die Muslime im Christenviertel nicht nur arbeiten, sondern auch leben, stört trotzdem manche.

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Kühle Nachbarschaft: Der Eingang zum Tempelberg mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom liegt nur ein paar Hundert Meter vom Christenviertel entfernt. Doch das jahrhundertelange Zusammenleben hat keine engen Bande geknüpft.

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An jeder Ecke Geschichte: Kreuzzugstruppen, Tempelritter und Missionare haben Jerusalem zu einer internationalen Stadt gemacht. Noch heute betreiben Orden aus aller Welt Hospize und Klöster, sieht man Nonnen und Mönche aller Konfessionen die Heiligen Stätten besuchen.

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