Jerusalem: Unterirdischer Friedhof - DER SPIEGEL
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Jerusalem Der Untergrundfriedhof

Jerusalem hat ein Platzproblem - besonders auf seinem größten Friedhof. Der Tunnelbauer Arik Glazer arbeitet deswegen an einer Nekropole mit 22.000 unterirdischen Gräbern.
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50 Millionen Dollar teuer, einen Kilometer lang -und Platz für 22.000 Gräber: In Jerusalem entsteht derzeit ein unterirdischer Friedhof.

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Das weltweit einzigartige Projekt ist die Idee von Arik Glazer, ein israelischer Bauunternehmer und Tunnelbauexperte.

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Die ersten 7000 Gräber sollen bereits im kommenden Jahr fertiggestellt werden. Neben Grabstätten für ein bis zwei Personen - wie auf diesem Bild zu sehen -, soll es auch Familiengruften für bis zu 30 Personen geben.

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Das Hightech-Projekt knüpft an eine uralte Tradition an: Bereits der biblische Urvater Abraham beerdigte seine Frau Sara in der Machpela-Höhle von Hebron.

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Die moderne Nekropole soll bis 2022 fertiggestellt sein. Bereits jetzt besuchen andere israelische Kommunen die Baustelle, um sich über das Projekt zu informieren.

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Das Problem, zu viele Tote auf zu kleinem Raum bestatten zu müssen, ist allgegenwärtig in Israel. Der Grund: Im Judentum werden Gräber nicht eingeebnet, dürfen nicht aufgelöst werden. Jüdische Gräber sind für die Ewigkeit.

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Gleichzeitig fehlt vielen Kommunen Bauland, um neue Friedhöfe errichten zu können - deshalb wagt Jerusalem nun das Experiment und lässt Arik Glazer den unterirdischen Friedhof bauen.

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Auf diesem Bild ist der 55 Meter hohe Schacht zu sehen, in dem bald drei Aufzüge installiert werden sollen. Mit diesen werden Angehörige zu den Gräbern ihrer Verstorbenen gelangen.

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Der unterirdische Friedhof wird klimatisiert sein - und wer nicht gut zu Fuß ist, soll mit einem Elektrowagen über einen der vier weiteren Eingänge einfahren können.

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Momentan arbeiten Dutzende Arbeiter in zwei Schichten unter Tage an dem Projekt.

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Sie bohren und schweißen am Boden, und mit großen Baggern wird Stein für Stein abgetragen - am Ende werden es wohl 300.000 Kubikmeter Schutt sein.

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Die Bauarbeiter haben für den Friedhof fünf Prozent des Berges ausgehöhlt und dabei auf Dynamit verzichtet. Der Grund: die Totenruhe.

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In vier Jahren soll der unterirdische Friedhof komplett fertig sein. Ein Ausbau sei bei Bedarf möglich, sagt das Bauunternehmen.

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Für den völlig überfüllten oberirdischen Friedhof scheint das die beste Möglichkeit zu sein.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?