Fotostrecke Das Leid der Jesiden
Vor einem Jahr, im August 2014, mussten die irakischen Jesiden aus dem Sindschar-Gebirge vor den Dschihadisten des "Islamischen Staates" fliehen.
Tausende Jesiden retteten sich auf die Berge. Tagelang wurden wie von den Dschihadisten belagert, bevor es kurdischen Milizen gelang, sie in Sicherheit zu bringen.
Die grausame Verfolgung der Jesiden schockierte die Welt und bewegte sie zum Eingreifen. Die USA fingen an, Stellungen des "Islamischen Staates" (IS) im Irak zu bombardieren. Wenig später formierte sich eine internationale Koalition gegen den IS.
Egal wie, egal wohin, Hauptsache weg. Diese Familie flüchtete im Auto eines Bekannten und in dessen Kofferraum über die Grenze nach Syrien.
Tausende jesidische Männer und Jungen wurden im Sommer 2014 von den Dschihadisten verschleppt. Von den meisten fehlt noch immer jede Spur. Immer wieder werden Massengräber (wie hier nahe des Dorfs Sinuni) entdeckt.
Irakische Jesidinnen fallen sich am Rande der nordirakischen Stadt Kirkuk in die Arme. Sie sind nun in Sicherheit: Sie entkamen gerade aus der Gefangenschaft des "Islamischen Staates".
Noch immer werden Tausende jesidische Mädchen und Frauen von den IS-Kämpfern gefangen gehalten. Diese zwei Schwestern konnten entkommen. Sie haben Schreckliches hinter sich. Die Dschihadisten haben sie als Sklavinnen behandelt, verkauft und vergewaltigt.
Der Schrecken ist noch lange nicht dabei. Jesidische Frauen erinnern im August 2015 an die Verbrechen des "Islamischen Staates" im Sindschar. Die Überlebenden haben Unvorstellbares hinter sich.
In Lalesch steht das wichtigste Heiligtum der Jesiden. Dort kommen sie immer wieder zusammen und erinnern an die Vermissten.
Bei gemeinsamen Gebeten suchen die Menschen Halt. Die Verbrechen des "Islamischen Staates" an den Jesiden haben die Gemeinde zutiefst erschüttert.
Noch immer können viele nicht in ihre Häuser zurückkehren. Der "Islamische Staat" ist zwar aus dem Sindschar-Gebirge vertrieben. Doch jederzeit könnte er einen neuen Angriff starten. Kämpferinnen des syrischen Ablegers der kurdischen Arbeiterpartei PKK patrouillieren die Grenzregion.
Manche jesidischen Familien hausen weiterhin in Nordiraks Städten in verlassenen Häusern und auf Baustellen.
Andere jesidischen Familien sind in Flüchtlingslagern untergekommen.
Aus Kleiderspenden suchen die Kinder und Frauen sich etwas für sich heraus. Sie mussten überstürzt fliehen mit kaum mehr als dem, was sie am Leib truben.
Inzwischen ist ein Jahr vergangen. Viele jesidischen Familien harren weiter in Zelten aus. Und schon bald wird es in der Region wieder kälter.
Diese jesidischen Kinder toben auf einem Schulgelände. Es ist gleichzeitig auch ihr Zuhause: Das Gebäude dient ihnen als Unterschlupf.
Für die Kinder ist das Leben im Flüchtlingslager zur neuen Normalität geworden.
Schon einen Winter haben die Geflohenen in Flüchtlingslagern ausharren müssen. Das Foto zeigt jesidische Frauen, die Brot backen.
Im Winter 2014/2015: Vor Wohncontainern 430 Kilometer nordwestlich von Bagdad spielen die Kinder im Schnee.
So langsam macht sich auch Wut in den Flüchtlingslagern breit. Das lange Warten auf Rückkehr zermürbt die Menschen, zudem das Gefühl, dass die Welt das Leiden der Jesiden vergessen hat.