Deutschlands wütendster Pater Hassprediger auf heiliger Mission
Charismatisch und gefährlich: Über Jahre hinweg schaffte Leppich es immer wieder, mit seinen emotionalen Auftritten die Massen zu bewegen. Die Loyalität seiner Anhänger war enorm. Doch mitunter nahm seine Aggressivität gefährliche Ausmaße an - etwa, als er 1957 bei einem Auftritt in Aschaffenburg auf eine Kritikerin zu sprechen kam und seinen 15.000 Zuschauern erklärte: "Sie muss weg."
Dunkle Vergangenheit: Von der Hitlerjugend über den Reichsarbeitsdienst und die Wehrmacht hatte Leppich seinen Weg in den Jesuitenorden gefunden - und legte auch in späteren Jahren seinen Nazi-Jargon nie ganz ab. So forderte er noch in den Fünfzigerjahren, Teilnehmerinnen von Schönheitswettbewerben müsse man in Arbeitlager schicken.
In der Schusslinie des Wut-Predigers: Nach einem Auftritt Leppichs im Jahr 1957 wagte es die bayerische Schuldirektorin Philumene Lehner, vor ihrer Klasse den Predigtstil des Paters zu kritisieren. Die Kritik drang zu Leppich durch - der der Lehrerin daraufhin mit Drohungen, Intrigen und Spitzeln zuzusetzen versuchte.
Enorme Loyalität: Leppich genoss großen Rückhalt durch seine Anhänger. Nachdem er etwa bei einer Predigt in Mainz um Unterstützung für einen Arbeiter bat, der Probleme hatte, seinen Weg zur Fabrik zurückzulegen, schenkten ihm Zuhörer sechs Motorräder.
Auf Deutschland-Tournee: Für seine Auftritte reiste der unermüdliche Wüterich Leppich quer durch die Republik - und lockte, wie hier 1967 bei einem Auftritt in West-Berlin, stets große Zuschauermassen an.
Spitzzüngiger Redner: Wegen seiner scharfen, oft von Schimpftiraden durchsetzten Predigten erhielt Leppich den Spitznamen "Das Maschinengewehr Gottes" - in Anlehnung an...
...den fundamentalistischen US-Prediger Billy Graham - hier bei einem Auftritt im Jahr 1955 -, der in Amerika unter diesem Titel bekannt war.