Jetset damals Badeland der Bierprinzessin
Brauereierbin Wilhelmina Busch: Eine schillernde Persönlichkeit - auch optisch. Wilhelmina Busch gehörte vor dem Ersten Weltkrieg zu den zehn Reichsten im Deutschen Reich und kaufte mehr nebenbei einen halben Ort am Starnberger See auf. Meistens war sie weiß gekleidet, hielt sich weiße Hirsche und weiße Pfaue.
Sommerfrische auf dem Starnberger See: "A Traum" würde der Bayer da sagen - die idealisierte Postkarte zeigt die Sommerfrische am Starnberger See, wie sie Anfang des vorigen Jahrhunderts sein sollte. Zu dieser Zeit kam Wilhelmina Busch erstmals nach Bernried - und kaufte sich dort ein.
Pfauenvilla: Als Wilhelmina Busch 1911 nach Bernried kam, kaufte sie sich eine Villa im Ort und hielt sich dort hundert weiße Pfaue - daher der Name Pfauenvilla. 1884 in St. Louis geboren, hieß Wilhelmina Busch im Lauf ihrer drei Ehen auch Scharrer, Borchard und Woods. Die Gemeinde Bernried machte sie später zur Ehrenbürgerin.
Ein Bilderbuch-Ort: Postkartenmaler früherer Zeiten stellten Bernried dar, wie der Ort sein sollte - weniger, wie er wirklich war. Dem Reiz des Dorfes und des Starnberger Sees sind viele Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts erlegen.
Luxus ohne Motor: Bis zu vier Nobelkarrossen standen bei Wilhelmina Busch in Bernried in der Garage. Ihr erster Ehemann, Konsul Scharrer, zog es jedoch vor, in einem Sechsspänner mit Gefolge durch den Ort zu fahren.
Idylle am Starnberger See: So wollten die Sommerfrischler in den vergangenen Jahrhunderten Bernried sehen - malerisch bei Sonnenuntergang. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte der Tourismus ein. Dampfzüge und -schiffe machten es möglich.
Schloss am See: Wilhelmina Busch ließ von 1937 bis 1939 das Schloss Höhenried errichten, das jüngste Schloss am Starnberger See. Heute wird es als Tagungshotel und Klinik der LVA Bayern genutzt. Im früheren Hirschgarten ließ Kunstmäzen Lothar-Günther Buchheim mit Unterstützung des Freistaates Bayern das Museum der Phantasie bauen.
Wilhelmina Buschs Wahlheimat: Postkartenmotiv mit See und Alpen - vor 100 Jahren wurde in Bernried noch Bier gebraut, doch dafür interessierte sich Wilhelmina Busch nicht. Die Amerikanerin kaufte sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg in den kleinen Ort am Starnberger See ein - zeitweise besaß sie die Hälfte des Gemeindegebietes.
Der Hopfenhändler: Eduard August Scharrer, Geheimrat und Konsul, war Hopfenhändler und Wilhelmina Buschs erster Ehemann. Mit ihm führte sie in Bernried ein schrilles Leben.
Dampfschiff auf dem Starnberger See: Ein Paradies auf Erden - für Segler ebenso wie für Motorboot-Kapitäne. Die Yacht von Wilhemina Busch war - natürlich - nach dem Krieg die größte auf dem Starnberger See.
Der dritte Mann: Samuel E. Woods war der dritte und letzte Ehemann von Wilhelmina Busch. Neben ihm liegt sie in Bernried begraben. Auf den Särgen steht "Love never ends".
Schloss und Klinik: Der rund 88.000 Quadratmeter große Park von Schloss Höhenried ist heute zum Teil Klinik-, zum Teil Museumsgelände. Wilhelmina Busch stiftete der Gemeinde allerdings einen weiter südlich gelegenen Park, der heute Nationalpark genannt wird und von einer Stiftung verwaltet wird.
Das blieb von Wilhelmina: Das Schloss Höhenried steht heute noch und gehört der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd. Es kann für Tages- oder Wochenseminare gebucht werden.
Grüße vom Starnberger See: Hunderte Postkartenmotive gibt es vom Starnberger See, auch ungewöhnliche wie dieses, das das Schloss Possenhofen zeigt. Dort weilte bisweilen Kaiserin Sisi.
Weiße Hirsche: In Bernried im Schloss Höhenried sind auch die "Weißen Hirsche" im Gehege und werden da von den Besuchern bestaunt.
Buchheim Museum und Park: Eingang von Bernried zum Buchheim Museum und Buchheim Park, der an den Park von Schloss Höhenried anschließt.