Austin Princess Stell dir vor, dieser Wagen gehörte Lennon
Auf den ersten Blick sieht dieser Austin Princess, Baujahr 1956, zwar schön rausgeputzt, aber etwas unspektakulär aus.
Die Besonderheit dieses Exemplars mit der Fahrgestellnummer DH2-12785 erschließt sich bei genauerem Hinsehen in die Fahrzeugpapiere und den Fond.
Auf der Seite ganz links ist zu erkennen: Das Auto gehörte einst einem gewissen John Ono Lennon.
Und zwar dem John Lennon links im Bild, der mit den Beatles Popgeschichte schrieb. Die Dame rechts ist Yoko Ono, bei der Aufnahme im Jahr 1970 die Ehefrau Lennons und unter Beatles-Fans eher unbeliebt.
Diesen Austin also legte sich Lennon im August 1971 zu, um ihn rund ein Jahr später schon wieder an den Filmproduzenten Bill McGaw zu verkaufen. Über Umwege landete der Wagen dann im Austin Rock & Roll Car Museum in Texas. Nun wird das Auto über das Auktionshaus Sotheby's versteigert.
Laut Angaben von Sotheby's ist der Wagen weitestgehend in unrestauriertem Zustand.
Der Lack der Karosserie und das Leder der Vorderbank weisen "eine gesunde Patina" auf, wie es das Auktionshaus ausdrückt.
Der Rock'n'Roll manifestiert sich bei diesem Auto im Fond: Auf Betreiben Lennons, so heißt es, wurden Flugzeugsessel in den ehemaligen Leichenwagen eingebaut.
Mit 125 PS war der Austin für die damalige Zeit ziemlich gut ausgestattet. im Vergleich zu den Luxuslimousinen von Bentley und Rolls-Royce war er aber eher preiswert.
So sahen Autopedale in den Fünfzigerjahren aus.
Unter der Haube hat der Austin einen vier Liter großen Sechszylinder.
Zum Zuziehen baumelt eine Kordel an der Beihfahrertür.
Der Namenszusatz Princess weist bei diesem Austin auf einen besonders langen Radstand hin, die kürzere Basisversion musste auf den Adelstitel verzichten.
Lennon wurde 1980 in New York von einem geistesgestörten Fan erschossen. Der Mann sitzt eine lebenslange Haftstrafe ab, ein Antrag auf vorzeitige Entlassung wurde zuletzt im August abgelehnt. Das Filmbild stammt aus der Dokumentation "Imagine" über John Lennon.
Der Austin Princess wird am 7. September in London versteigert. Das Auktionshaus Sothebys rechnet mit einem Erlös von bis zu 350.000 Dollar. Das Geld soll Hilfsorganisationen gespendet werden.