Joaquin Phoenix als "Joker" Mit dem Clown kamen die Qualen
Joaquin Phoenix als "Joker" Arthur Fleck: Der Film spielt Anfang der Achtzigerjahre in New York. Die wirtschaftlichen Härten der Reagonomics greifen zu, Ratten plagen die Stadt, Wall-Street-Banker triumphieren. Fleck verdient sein Geld als Clown-Darsteller. Ein Loser.
Sein Traum: Stand-up-Komiker zu werden wie sein Vorbild, der Talkshow-Host Murray Franklin (Robert De Niro). De Niros Filme "Taxi Driver" und "King of Comedy" werden in "Joker" zitiert.
Warner Bros.
Erfolg in Venedig: Beim Filmfestival am Lido Anfang September nahm "Joker" als erster Superheldenfilm im Wettbewerb um den Goldenen Löwen teil - und gewann.
Kontroverse Figur: Arthur Fleck leidet an einer seltenen Erkankung, die ihn auch in unpassendsten Situationen in heftiges Gelächter ausbrechen lässt - eine Art Lach-Tourette. Er fristet ein Außenseiterdasein, die Welt hält ihn für irre.
Phoenix als Fleck: Mehr als 25 Kilo nahm der Method Actor für die Rolle ab, es ist eine seiner bisher besten Schauspielleistungen.
Vom Clown zum Killer: Als Fleck seine Medikamente absetzt und seine Therapiestunden den Sozialkürzungen zum Opfer fallen, brechen seine seit der Kindheit unterdrückten Psychosen durch.
Er stilisiert sich zum "Joker" und wird zur Symbolfigur der Marginalisierten. Phoenix sagt jedoch: Er ist vor allem Narzisst. Politik sei dem "Joker" egal.
Provokante "Joker"-Figur: In den USA entbrannte vor dem offiziellen Filmstart eine Debatte darüber, ob die düstere, ambivalente Darstellung des Batman-Gegenspielers Nachahmer zu Gewalttaten anstiften könnte.
Charakter-Darsteller Phoenix: Zweimal war er mit seinen verqueren Filmfiguren bereits für einen Hauptdarsteller-Oscar nominiert. Klappt es diesmal mit Hollywoods höchster Auszeichnung?