Journalist Babtschenko Eben noch tot geglaubt - jetzt im TV
Arkadij Babtschenko am Donnerstag in Kiew: Der Fall des totgeglaubten russischen Journalisten sorgt weltweit für Aufsehen.
Mehr als einen Tag lang hielten ihn Freunde und Kollegen für ermordet, schon wurde über einen russischen Anschlagsplan spekuliert.
Dann die komplett unerwartete Wendung: Der 41-Jährige zeigte sich am Mittwoch in Kiew auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU erstmals nach seiner angeblichen Ermordung der Öffentlichkeit.
Dort entschuldigte sich der verheiratete Vater einer Tochter für Nachrichten über seinen angeblichen Tod.
Der angebliche Mord sei eine über Monate vorbereitete Aktion gewesen, um Anschlagspläne des russischen Geheimdienstes zu enttarnen, sagte SBU-Chef Wassili Grizak.
Arkadij Babtschenko: Nach bisherigem Stand war der kremlkritische Journalist am Dienstag ermordet worden.
Polizeikräfte stehen vor einem mehrstöckigen Haus in Kiew, in dem Babtschenko lebte. Russland habe einen Auftragsmörder für seine Exekution angeheuert, hieß es nun auf der Pressekonferenz, in der der totgeglaubte Babtschenko auftrat. Der ukrainische Staatsbürger habe 40.000 Dollar dafür erhalten. Er sei in Haft genommen worden. Weitere Einzelheiten gab er nicht bekannt.
Archivbild von Babtschenko aus dem Januar 2014 auf dem Maidan: Er hat als Soldat im ersten und zweiten Tschetschenienkrieg gedient und nach Ende seiner Dienstzeit begonnen, als Journalist zu arbeiten.
Auch am Krieg 2008 zwischen Georgien und Russland nahm er als Soldat teil. Zuletzt leitete er das Programm "Prime: Babtschenko" auf dem ukrainischen TV-Kanal ATR, der auch in krimtatarischer Sprache sendete.
In der Ukraine waren viele Beobachter von einem Auftragsmord ausgegangen und sahen Russland involviert.