Manfred Schmidt Der Behördenchef und das Jubelporträt
Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, steht im Mittelpunkt einer Werbekampagne der Firma Telc für "Mehrsprachigkeit und Integration" (Archivbild vom Mai 2011).
Schmidt soll Migranten zum Deutschlernen animieren. Damit das gelingt, wird die Kampagne von einem Porträt begleitet, in dem der Behördenchef in den höchsten Tönen gelobt wird. Über seine Karriere heißt es etwa: "Seine Vorgesetzten erkannten bei ihm recht bald brillante Auffassungsgabe, Gewissenhaftigkeit, Teamfähigkeit, Einsatzeifer über normale Dienstzeiten hinaus, kommunikative Kompetenz."
Schmidt ist neuer Botschafter für "Mehrsprachigkeit und Integration" der Aktion von Telc. Dieses große Poster von ihm wurde an Redaktionen, Rathäuser und Schulen verschickt. "Wir würden uns freuen, wenn Sie mithelfen würden, dass dieses Plakat möglichst viele Menschen zu Mehrsprachigkeit und Integration ermutigt, in dem Sie es an einem guten Platz aufhängen, damit viele Besucher es sehen können."
Schmidts BAMF hat Telc vor Jahren beauftragt, den "Deutsch-Test für Zuwanderer" durchzuführen, der die Abschlussprüfung des Sprachteils des neuen Integrationskurses bildet. Die Firma, die den Test bundesweit anbietet, gewann eine Ausschreibung. Und nun also die Lobhudelei auf den Amtschef - klingt das nicht nach Kumpanei? Telc und BAMF wiegeln ab. "Das Porträt ist positiv, weil es ermutigen soll."
Besuch vom Bundespräsidenten: Joachim Gauck mit Schmidt im Januar 2013 im Bundesamt in Nürnberg.
Schmidt übernahm die Behörde Ende 2010 von Albert Schmid (links). Ein Auszug aus dem Porträt: Schmidt verbiss "sich derart in dieses verminte Arbeitsfeld, dass bereits nach einem halben Jahr es niemand so kompetent und so umfassend überschaute wie er".