Jüdische Schicksale - Die doppelte Erinnerung - DER SPIEGEL
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Jüdische Schicksale Die doppelte Erinnerung

Flucht, Verfolgung, Emigration: im "Dritten Reich" oft die einzige Hoffnung jüdischer Familien. Einige haben ihr Schicksal erzählt - eine gleich in zwei Versionen. Vater und Tochter haben unabhängig voneinander ihre Geschichte aufgeschrieben - von Krieg, Kakao und Hitlers Schwester in der Mensa.
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Lilian und Desider Furst in den achtziger Jahren: Vater und Tochter sind mehr als nur verwandt, sie teilen ein Schicksal. In den siebziger Jahren ziehen sie gemeinsam in die USA, wo Lilian als Hochschullehrerin arbeitet. Bis zum Tod Desiders 1985 wohnen beide unter einem Dach.

Foto: Lilian Furst
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Vor dem Einmarsch der Nazis: Nach den Entbehrungen und Rückschlägen der zwanziger Jahre hat Familie Furst sich ein wenig Wohlstand erarbeitet. Vater, Mutter und Tochter Lilian machen 1936 Urlaub im traditionsreichen Kurort Karlsbad.

Foto: Lilian Furst
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Begeisterte Massen: Die sechsjährige Lilian Furst beobachtet im März 1938 aus ihrem Fenster die jubelnden Menschen. Als Hitlers Wagen sich nähert, müssen Polizisten die begeistere Masse zurückhalten.

Foto: AP
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Desider Furst 1938: Das linke Ohr muss auf den Passbildern von Juden sichtbar sein. Die Nazis wollten so den Unterschied zwischen Juden und "Ariern" feststellen. Desider Fursts Passbild entstand noch im Jahr des österreichischen Anschlusses an Nazi-Deutschland.

Foto: Lilian Furst
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Sarah Furst 1938: Für Familie Furst kommen die Veränderungen völlig überraschend. Noch im Jahr des "Anschlusses" beginnt ihre Flucht nach England.

Foto: Lilian Furst
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Behütete Kindheit: "Allen Berichten nach hatte ich eine fast märchenhafte Kindheit, solange ich mir der Welt außerhalb nicht bewusst war", schreibt Lilian Furst als Erwachsene. Ihre erste deutliche Erinnerung ist der Tag, an dem die Nazis 1938 in Wien einmarschierten. Lilian war sechs Jahre alt.

Foto: Lilian Furst
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Lilian und Sarah Furst: Bis zum Tod der Mutter bleibt Familie Furst in Manchester. Nach Kriegsende denken sie kurz über eine Rückkehr nach Wien nach. Letztlich werden sie Österreich aber nie wieder betreten. Auf dem Bild von 1943 trägt Lilian die Uniform ihrer Schule, der Manchester Highschool for Girls.

Foto: Lilian Furst
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Gute Schülerin: Schon auf der Flucht will Lilian zur Schule gehen. In England besucht sie verschiedene Mädchengymnasien und studiert später in Manchester Literaturwissenschaft. In den USA erarbeitet sie sich später den Ruf einer renommierten Wissenschaftlerin.

Foto: Lilian Furst
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Umjubelte Begrüßung: Während Österreich seinen neuen Führer feiert, beginnt für die kleine Lilian und ihre Eltern eine Zeit der Ungewissheit und der Flucht. Wirklich ankommen werden die Fursts nie. "Daheim ist nirgendwo", schreibt die 2009 verstorbene Lilian in ihren Memoiren.

Foto: AP
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