Klopp und der BVB Jubel, Trauer und Frust
Abschied zum Saisonende: Jürgen Klopp hat den BVB um die Auflösung seines Vertrages gebeten haben. Der Verein hat diesem Wunsch entsprochen.
Es ist das Ende einer siebenjährigen Beziehung, die vor allem aus Hochs bestanden hatte - und mit einer allerdings enttäuschenden Saison endet.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Jürgen Klopp 2013 an der Seitenlinie. Damals hatte er seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2018 verlängert.
Der Trainer hatte aus Borussia Dortmund ein europäisches Spitzenteam geformt.
Seit 2008 ist Klopp beim BVB. Unter ihm ging es mit dem zuvor kriselnden Klub aus dem Ruhrgebiet stetig bergauf.
Drei Jahre später feierte die Mannschaft ihren Trainer, nach dem Sieg gegen den 1. FC Nürnberg, der ihr den Meistertitel brachte.
Der BVB war Deutscher Fußballmeister der Saison 2010/2011, Klopp durfte sich danach ins goldene Buch der Stadt eintragen - hier schüttelt er Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Hand.
Bierdusche zur Feier des Tages: In der folgenden Saison holte Dortmund wieder den Titel. Ein Sieg gegen Gladbach besiegelte den Erfolg.
Die Meisterschale gab es dann am 5. Mai 2012 nach der Partie gegen den SC Freiburg.
2012 holte der Klub mit Klopp (M.) dann sogar das Double: Im Finale des DFB-Pokal besiegte der BVB den FC Bayern München 5:2.
Der Doppelerfolg wurde von Mannschaft und Trainer gebührend gefeiert. Nach zwei Meisterschaftstiteln wurde der BVB in den beiden Folgejahren jeweils Zweiter in der Bundesliga.
Höhepunkt der Ära Klopp war aber sicher das Champions-League-Finale 2013 in London gegen den FC Bayern München.
Auf dem Weg dahin gab es einige Hindernisse zu bewältigen. Unvergessen: Wie der BVB im Viertelfinale der Champions League den FC Malaga in letzter Minute durch zwei Tore in der Nachspielzeit 3:2 besiegte.
Mit Real Madrid galt es einen weiteren Stolperstein auf dem Weg ins Finale aus dem Weg zu räumen: Im Hinspiel gewannen die Borussen 4:1 gegen die Königlichen. Die schlugen im Rückspiel zurück und gewannnen 2:0, doch es reichte für Klopps Team - der Weg nach Wembley war frei.
Im Finale musste sich der BVB dann allerdings denkbar knapp 1:2 geschlagen geben - durch einen Treffer von Arjen Robben.
Für den Zweiten gab es eine Umarmung von Uefa-Boss Michel Platini und Glückwünsche von Bundeskanzlerin Merkel, die zum deutsch-deutschen Finale nach Wembley gereist war.
Manchmal ließ Klopp auch andere jubeln, wie hier Hoffenheims Coach Markus Gisdol. Sein Team sicherte sich mit einem Sieg gegen Dortmund 2013 einen Relegationsplatz und später gegen Kaiserslautern den Klassenerhalt.
Neben überschwänglichem Lob gab es immer wieder auch Kritik an Klopp, vor allem seine emotionalen Ausbrüche brachten ihm Ärger ein.
In der Champions League wurde er 2013 für zwei Spiele gesperrt, als er den Vierten Offiziellen im Spiel gegen Neapel angegangen war.
Das Aus in der Königsklasse 2013/2014 kam gegen Real Madrid. Das Hinspiel hatte Dortmund 0:3 verloren, doch abgehakt, hatten sie die Sache noch nicht. Das wurde deutlich, als ZDF-Moderator Jochen Breyer nach der Niederlage fragte: "Die Sache ist durch, oder Jürgen Klopp?" Und der Trainer sagte: "Auf doofe Fragen kann ich schon auch doof antworten, wie wir alle wissen." Dann verließ er das Sportstudio. Immerhin konnte er mit Oliver Kahn schon wieder scherzen: "Olli, super heute, wir zwei." Mit Kahn hatte er sich einen Monat vorher angelegt.
2014 hieß es im Finale des DFB-Pokals wieder: Dortmund gegen Bayern. Dieses Mal verlor die Borussia allerdings. Der letzte Erfolg vor der missratenen Saison 2014/2015 war der Supercup-Sieg, bei dem das Team von Trainer Klopp die Bayern 2:0 besiegte.
Und nun hat Klopp einen Schlussstrich unter das Kapitel BVB gezogen. Nach zwei Meisterschaftssiegen, einem DFB-Pokalsieg und zwei Erfolgen im Supercup hört er als Trainer auf.