Jürgen Trittin Ein linker Grüner
Plädoyer: Mit dem Buch "Stillstand made in Germany" mahnt der Grünen-Politiker Jürgen Trittin linke Reformen in Deutschland an.
Ein Mann von 60 Jahren: Trittin feierte vor Kurzem als einfacher Abgeordneter den Eintritt in sein siebtes Lebensjahrzehnt - aber ist seine politische Karriere wirklich schon zu Ende? Oder hat der Grünen-Mann noch andere Pläne?
Debakel: Im Wahlkampf kenterte Trittin am 31. Juli 2013 bei einem Termin auf der niedersächsischen Werra und zwei Monate später als Spitzenkandidat,...
...nach dem miserablen Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl trat er als Fraktionschef zurück. Seitdem ist Trittin nur noch einfacher Abgeordneter im Bundestag.
Frühe Tage: 1980 trat Jürgen Trittin den neugegründeten Grünen bei, diese Aufnahme zeigt ihn im Jahr 1986.
Kabinettseinstieg: In der rot-grünen Landesregierung von Gerhard Schröder wurde Trittin 1990 Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten.
Ewige Antipoden: Keiner außen ihnen hat die Grünen so dominiert wie der Linke Trittin und der Realo Joschka Fischer, hier ein Bild vom Bundesparteitag 1995 in Bremen - aber ihr Verhältnis zueinander ist bis heute schwierig.
Niedersachsen: Erst war Trittin unter Schröder Minister in der Hannoveraner Landesregierung (hier ein Bild von 1996), später dann Bundesminister unter dem Kanzler Schröder.
Realpolitik: 1997 kam Trittin als Grünen-Chef zur Unterstützung der Anti-Castor-Proteste nach Gorleben - später musste er als Bundesumweltminister den Transport mitorganisieren.
Zeigefinger: Trittin, hier beim Bundesparteitag der Grünen 1998 in Magdeburg, trat immer wieder als Einpeitscher seiner Partei auf.
Fünf-Mark-Beschluss: Die Entscheidung des Magdeburger Parteitags 1998, für einen Benzinpreis von fünf D-Mark pro Liter einzutreten, musste der Vorsitzende Trittin öffentlich vertreten - am Ende reichte es bei der Bundestagswahl trotzdem für eine rot-grüne Mehrheit.
Bundesumweltminister: Aus dem Grünen-Chef wurde nach dem Wahlsieg das Regierungsmitglied Trittin - hier 1999 beim Besuch im Salzstock Gorleben.
Minister mit Schnauzer: Seinen charakteristischen Schnurrbart legte Trittin erst 2003 ab.
Opposition: Nach der Niederlage bei der Bundestagswahl 2005 verlor Trittin seinen Ministerposten. Er wurde stellvertretender Fraktionschef der Grünen im Bundestag.
Übergabe: Seinem Nachfolger als Umweltminister, dem heutigen SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel, schenkte der Grünen-Politiker ein Fußballtrikot.
Aufstieg: Gemeinsam mit Renate Künast bildete Trittin das Spitzenkandidatenduo bei der Bundestagswahl 2009. Nach der Wahl übernahmen beide den Fraktionsvorsitz.
Urwahl: Die Grünen-Mitglieder wählten Trittin und Katrin Göring-Eckardt zu den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl am 22. September 2013.
Kampf: Als Spitzenkandidat - hier bei einem Auftritt am 7. September in Bamberg - wollte Trittin die Grünen zurück in die Regierung führen,...
...doch der Plan ging gründlich schief. Hier Trittin und Co-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt mit den damaligen Parteichefs Claudia Roth und Cem Özdemir bei der Pressekonferenz am Tag nach der Wahlpleite vom 22. September.
Abgeordneter: Trittin ist seit seinem Rücktritt vom Amt des Fraktionschefs nur noch Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.