Jugend im Bombenkrieg - DER SPIEGEL
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Jugend im Bombenkrieg Wir Kellerkinder

1945 versank Dresden im Bombenhagel - und nicht nur das Elbflorenz: Gillian Ackers erlebte in Southampton deutsche Bomben, in Leipzig zitterte Uwe Siemon-Netto vor alliierten Luftschlägen. Seit 1962 sind die beiden miteinander verheiratet - und staunen immer noch über ihr paralleles Überleben.
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Mitten in Ruinen: Diese seltene Farbaufnahme zeigt Soldaten und Zivilisten, die nach den alliierten Bombenangriffen der "Operation Gomorrah" auf Hamburg im Juli 1943 die Sprengung einsturzgefärdeter Hausfassaden beobachten

Foto: Willi Beutler/ Landesbildarchiv/ dpa
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Bombenabwurf: Im Zweiten Weltkrieg wurde der Krieg am Boden erstmals begleitet durch einen beispiellosen Luftkrieg, unter dem vor allem die Zivilbevölkerung litt. Die Aufnahme entstand 1944 an Bord eines deutschen Bombers.

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Betankung einer Lancaster: Ein "Lancaster"-Bomber der Royal Air Force wird 1943 auf einem englischen Feldflugplatz für einen nächtlichen Bombenangriff auf Deutschland bereitgemacht

Foto: Getty Images
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US-Bomber greifen an: Flugzeuge der 8. US-Luftflotte bei einem Bombenangriff in der Nähe von Dresden am 6. Februar 1945

Foto: AP
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Southampton in Trümmern: Durch die Angriffe der deutschen Luftwaffe zerstörte Gebäude in der Bernard Street in Southampton, um 1940

Foto: Getty Images
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Zerstörtes Leipzig: Zerstörte Gebäude in der Leipziger Innenstadt nach dem alliierten Luftangriff vom 4. Dezember 1943. In der Mitte die ausgebrannte Alte Handelsbörse, links die Rückfront des Alten Rathauses, rechts der zerstörte Messepalast. Bei diesem Bombardement brannte auch die Wohnung von Uwe Siemon-Nettos Familie aus, die fortan bei der Großmutter Clara Netto in der Kaiserin-Augusta-Straße lebte.

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Clara Netto: Die Großmutter von Uwe Siemon-Netto, eine "knorrige Erzgebirglerin", erlebte ihr Enkel nur zwei Mal weinend - als Claras Schwester Martha am 22. Februar 1944 bei einem alliierten Angriff auf Leipzig von einer Luftmine zerfetzt wurde und am 14. Februar 1945, als das Radio die Zerstörung Dresdens meldete

Foto: Uwe Siemon-Netto
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Parallele Leben: Gillian Ackers und Uwe Siemon-Netto Anfang der sechziger Jahre als junges Ehepaar. Uwe wuchs während des Krieges in Leipzig auf, Gillian im englischen Southampton - ihre Kindheitserfahrungen im Bombenkrieg waren dennoch von frappierender Ähnlichkeit.

Foto: Uwe Siemon-Netto
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Aufräumarbeiten: Gillian Ackers und ihre Eltern wurden bereits 1940 durch die deutsche Luftwaffe ausgebombt. Hier begutachtet König Georg VI. (M.) am 5. Dezember 1940 mit dem Bürgermeister Southamptons die Aufräumarbeiten in den zerstörten Straßen der Hafenstadt.

Foto: AP
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Schutt und Asche: In Southampton werden am 6. Dezember 1940 Trümmer der deutschen Bombenangriffe beseitigt und einsturzgefährdete Gebäude abgerissen. Das Ladenschild in der Mitte links wurde von einem britischen Zensor unkenntlich gemacht, um den Deutschen keine Rückschllüsse auf ihre Treffgenauigkeit zu erlauben.

Foto: AP
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Transatlantik-Dampfer "City of Benares": Um das Kind vor den deutschen Luftangriffen in Sicherheit zu bringen, sollte Gillian Ackers 1940 mit dem Dampfer "City of Benares" von Southampton nach Kanada evakuiert werden. Ihr Vater ließ sie jedoch nicht fahren - was Gillian wohl das Leben rettete, den as Schiff wurde am 17. September 1940 vom deutschen Unterseeboot U-48 versenkt. 77 der 90 Kinder an Bord kamen ums Leben.

Foto: Getty Images
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Leipzig nach dem Krieg: "Entweder leben wir zusammen oder wir sterben zusammen" - wie Gillian Askins Vater entschied auch Uwe Siemon-Nettos Großmutter Clara Netto, dass ihr Enkel bei ihr und den Eltern in Leipzig blieb und nicht in die Kinderlandverschickung kam. Die Aufnahme zeigt Einzelhandelsgeschäfte in Leipzigs zerstörter Innenstadt im Januar 1947.

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Spuren der Verwüstung: Feuerwehrmänner löschen die Flammen nach einem der deutschen Bombenangriffe auf Southampton 1940

Foto: Getty Images
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Rathaus von Leipzig: Das Foto zeigt die Leipziger Innenstadt mit dem neuen Rathaus vor der Zerstörung. Bis zum 10. April 1945 erlebte diePleißestadt insgesamt 38 Luftangriffe. Seit 1940 stand Leipzig auf der alliierten Liste der zu zerstörenden deutschen Städte; den ersten Angriff starteten britische Bomber aber erst am 20. Oktober 1943. Beim schwersten Angriff am 4. Dezember 1943 starben 1800 Menschen, rund 140.000 wurden obdachlos. Eine der Toten war Clara Nettos Schwester Martha.

Foto: Bildarchiv Foto Marburg
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Zerstörte Bürgerschule auf der Moritzbastei: Bei den Bombenangriffen auf die Leipziger Innenstadt 1943/44 wurde auch die Bürgerschule schwer getroffen. Die Trümmer der Schule und der umliegenden Gebäude wurden ins Innere der Keller der Moritzbastei verfüllt, der Trümmerhügel bedeckte die alte Stadtbastion bis 1974. Uwe Siemon-Netto freute sich zunächst, als er seine eigene Schule in Flammen stehen sah. Bei den Schulappellen nach den alliierten Angriffen fehlten dann aber immer mehr seiner Mitschüler.

Foto: Torsten Reitler/Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
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Gillian Ackers als Kind: Aufgenommen im Jahr 1939, als der Zweite Weltkrieg ausbrach. Gillian Ackers wuchs in Southampton auf.

Foto: Uwe Siemon-Netto
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Uwe Siemon-Netto als Kind: Gillian Ackers' Mann Uwe Siemon-Netto, mit dem sie seit 1962 verheiratet ist, wuchs in Leipzig auf. Dieses Foto von ihm wurde 1939 in Deutschland aufgenommen.

Foto: Uwe Siemon-Netto
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?