Jugend in der DDR - DER SPIEGEL
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Jugend in der DDR Pogo unterm Riesenrad

Saufen, Kotzen, Karussellfahren: Riesenrad und Geisterbahn lockten Anfang der achtziger Jahre nicht nur junge Familien in den bekanntesten Vergnügungspark der DDR. Im Berliner Plänterwald fühlten sich auch ostdeutsche Punker frei und unbeobachtet - ein gefährlicher Irrtum.
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Pflanzenfresser im Plänterwald: Im ehemaligen Vergnügungspark in Berlin-Treptow reckt eine Dinosaurierfigur ihren langen Hals in die Höhe. Im Hintergrund ist das Riesenrad zu sehen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Verlassenes Schiff: Auf einem Tümpel liegt ein Wikingerschiff. Als der Freizeitpark noch geöffnet war, hatten Kinder hier ihren Spaß.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Im Blättergestrüpp: Autos mit Schnurrbart und Brille - bunte Überreste des Vergnügungsparks im Plänterwald.

Foto: Sebastian Heilig
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Am Boden: Neben einem einzelnen Dinosaurierbein liegt der abgebrochene Rest einer Dinofigur.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Gondelbahn: Der Kulturpark Plänterwald war seit 1969 eine Art fest installierte Kirmes und der bekannteste Vergnügungspark Ostdeutschlands. Verfallene Karussellanlagen erinnern an vergangene Zeiten.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Schwäne im Wald: Nicht nur Familien kamen früher in den Plänterwald - der Vergnügungspark entwickelte sich auch zu einem Punk-Treffpunkt. Besonders beliebt bei den Punks: betrunken Kettenkarussell fahren oder die Schwäne besetzen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Das Riesenrad: Die Attraktion des Plänterwaldes steht seit vielen Jahren still. Neben einem guten Ausblick aus der Gondel hatte man früher auch vor dem Riesenrad einiges zu gucken - Punks stellten hier gerne ihre selbst gebastelten Klamotten und Accessoires zur Schau.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Schienen verschwinden in Katzenmund: Der Eintritt in den Kulturpark Plänterwald kostete wenig, für kleine Extrabeträge konnten Besucher Fahrgeschäfte wie Geisterbahn und Kettenkarussell nutzen.

Foto: Sebastian Heilig
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Einsames Pferdchen: 1991 wurde der ehemalige VEB (Volkseigener Betrieb) Kulturpark Berlin an die Spreepark Berlin GmbH verkauft und sollte in einen Freizeitpark nach westdeutschem Vorbild umgebaut werden. Aufgrund erhöhter Eintrittspreise blieben die erwünschten Besucherzahlen jedoch aus, und der Park musste 2001 schließen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Verlassene Schaltkabine: Diese Knöpfe regeln heute gar nichts mehr. Alles unter Kontrolle hatte im Plänterwald Jahre zuvor allerdings nicht nur das technische Personal. Im Vergnügungspark trafen sich Punks. Die Stasi ließ sie gewähren - um sie besser beobachten zu können.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Kassenhäuschen: Im Kulturpark Plänterwald war nicht nur der Eintritt günstig - die niedrigen Bierpreise begeisterten auch die Ostberliner Punkszene.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Verrottete Boote: Noch immer stehen Teile der Wasserbahn im Plänterwald.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Auf dem Abstellgleis: Sitze, Wagen, Gondeln und Boote stehen und liegen 2008 verstreut im Plänterwald. Als es die DDR noch gab, traten auf der Freilichtbühne im Park Bands auf, zu deren Konzerten Punks aus allen Teilen des Landes anreisten.

Foto: Dennis Gerbeckx
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"Wir wollen immer artig sein": Ronald Galenza und Heinz Havemeister gaben im April 2008 ein Buch über die ostdeutsche Punkszene heraus, der Titel: "Punk, New Wave, Hiphop und Independent-Szene in der DDR von 1980 bis 1990".

Das Buch finden Sie im SPIEGEL-Shop.

Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
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Wagen auf Schienen: Nach der Schließung des Spreeparks 2001 setzte sich Geschäftsführer Norbert Witte mit einem Teil der Fahrgeschäfte nach Peru ab und wurde wegen versuchten Drogenschmuggels verhaftet. Seit seiner Freilassung im Mai 2008 ist er wieder Verwalter des Parkes - was in Zukunft mit diesem geschehen soll, ist bislang unklar.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Pferde-Karussell: Das Parkgrundstück gehört dem Land Berlin - Investoren konnten bisher nicht gefunden werden.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Eingerostet: In diesen Gondeln ist schon lange niemand mehr gefahren. Eigentlich sollte der Park nach der Wende in einen Freizeitpark nach westlichem Vorbild umgebaut werden, musste aber aufgrund ausbleibender Besucher 2001 wieder schließen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Dornröschenschlaf: Rankengewächse haben sich auf den stillgelegten Fahrgeschäften des Spreeparks ausgebreitet. Ob der Vergnügungspark sobald zu neuem Leben erwacht, ist fragwürdig. Auf dem Grundstück lasten elf Millionen Euro Schulden - das macht eine Investorensuche schwierig.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Ohne Happy End: Der ehemalige Freizeitpark ist seit Jahren geschlossen. Was hier so märchenhaft aussieht, endete allerdings böse. Sein Verwalter und Geschäftsführer war nach der Schließung des Geländes überraschend verschwunden.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Reise ins Nichts: Verlassene Gondeln eines Fahrgeschäfts im Spreepark. Zu früheren Zeiten tummelten sich hier Familien, Kinder - und Punks.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Traumwelt: Die Reste eines steinernen Elefanten werden von Gras überwuchert, so dass es so aussieht, als würde das Tier im Boden versinken. Riesenrad und Schiff im Hintergrund lassen die Szenerie noch unwirklicher aussehen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Ausgestorben: Man könnte annehmen, einer der letzten Dinosaurier streife noch durch den verlassenen Spreepark. Der steinerne Gigant ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der die Luft des Freizeitparks noch von Kinderlachen erfüllt war.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Fahrt ins Nichts: Wo diese verrosteten Schienen noch hinführen, ist genauso unbekannt, wie die Zukunft des geschlossenen Vergnügungsparks.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Auf dem Trockenen: Einst schipperten DDR-Bürger in ihrer Freizeit mit diesen Booten über den Teich des Spreeparks. Heute sind der Teich und die roten Boote überwuchert und zugewachsen.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Endstation: Eine längst stillgelegte Wasserrutsche im Spreepark.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Zug nach Nirgendwo: Stille herrscht im Plänterwald. Die letzte Fahrt dieser Bahn liegt Jahre zurück.

Foto: Dennis Gerbeckx
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Ausgetrocknet: Einst rutschten hier kreischende Kinder die Wasserrutsche entlang, heute läuft hier nur noch Wasser, wenn es regnet.

Foto: Sebastian Heilig
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Im Wald: Selbst der unter den Fahrgeschäften aufgehäufte Müll ist längst überwuchert, gefahren ist in den Gondeln schon lange niemand mehr.

Foto: Sebastian Heilig
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Unter Beobachtung: Punks wurden in der DDR häufig verfolgt und verhaftet, manchmal nur, weil sie anders aussahen. Dieses Foto von Ostberliner Punks von Mai 1987 wurde bei einer Stasiobservierung aufgenommen.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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Punk im Park: Der Spreepark war einer der wenigen Orte in Ostberlin, an dem sich die Punkszene treffen konnte. Der Stasi war das nur recht, da sie die ungeliebte Jugendbewegung so besser im Blick hatte. Andere Möglichkeiten bestanden häufig im Umfeld der evangelischen Kirche.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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Kellerkinder: Fast überall unerwünscht kamen die DDR-Punks in Kontakt mit der evangelischen Kirche, einige Pastoren stellten ihnen Räume zur Verfügung. Als feinste Adresse für Untergrund-Punkkonzerte galt ein Kellerraum der Erlöserkirche in Berlin-Lichtenberg, der wegen seines muffigen Geruchs auch Leichenkeller genannt wurde. In den Kirchenräumen lernten die Punks Friedensbewegte und Umweltgruppen kennen und beteiligten sich an deren Aktionen.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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Punks vor FDJ-Losung: Punks wollten sich nicht anpassen, sie sahen anders aus als die meisten Jugendlichen in der DDR. Ihre Klamotten und Accessoires bastelten sie sich selbst.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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Gelenkte Jugend: Eine Gruppe Berliner Punks in den achtziger Jahren. Bereits 1978 nahmen SED-Ideologen die Punk-Bewegung im Westen Deutschlands missbilligend zur Kenntnis. Ihrer Einschätzung nach wurde Punk "von der imperialistischen Propagandamaschinerie geschickt gelenkt und umgelenkt, um abzulenken von den Ursachen und Verursachern der sozialen Misere der Jugend", wie es in der Zeitung "Neues Deutschland" hieß.

Foto: Robert-Havemann- Gesellschaft
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