Jugendweihe in der DDR Reifeprüfung für Weltveränderer
FDJ: Die feierliche Aufnahme in die FDJ war nur der Pflichtteil, - das das eigentliche Highlight im Leben eines DDR-Jugendlichen, die Jugendweihe, sollte noch folgen. Vorher musste man allerdings an 10 drögen Jugendstunden teilgenommen haben.
Ehemaliges NARVA-Glühlampenwerk: Der Name NARVA ist eine Zusammensetzung aus den Abkürzungen N für Nitrogenium, AR für Argon sowie VA für Vakuum. Es war die Firmenbezeichnung eines Volkseigenen Betriebes (VEB) in der DDR, der Leuchtmittel, insbesondere Glühlampen, herstellte. Heute wird das ehemalige Gelände in Berlin-Friedrichshain anderweitig genutzt.
Zur Glühlampe: Die ehemalige Stammkneipe der Arbeiter der Berliner NARVA-Werks.
Besuch bei der NVA: In der sechsten Jugendstunde mit dem Thema "Der Friede ist kein Geschenk" besuchte die Jugendweihe-Kandidateneine Einheit der Grenztruppen der Nationalen Volksarmee der DDR. Bereits in den ersten Schuljahren war die Beschäftigung mit der Armee für Schüler vollkommen normal. Beiträge wie dieser fanden sich an Wandzeitungen, die in jedem Klassenzimmer hingen und für die jedes Jahr ein eigener "Wandzeitungsredakteur" gewählt wurde.
Thälmann-Park: Die vierte Jugendstunde zur Vorbereitung auf die Jugendweihe trug den Titel "Der andere neben dir". Die Klasse von Marko Schubert fuhr in den neu angelegten Ernst-Thälmann-Park in Berlin-Prenzlauer Berg. Es ware eine der interessanteren Exkursionen, die jungen FDJ-ler duften sogar mit auf die Außengerüste. Das riesige Denkmal für den KPD-Führer Ernst Thälmann war gerade erst errichtet worden. Es steht dort heute noch - nur die Bemalungen am Sockel sind neu.
Leninplatz in Ost-Berlin: Der Leninplatz mit dem markanten Denkmal in der Mitte war oft unser Treffpunkt, bevor es zu den meist sterbenslangweiligen Jugendstunden ging. Heute heißt dieser Ort vieler Kindheitserinnerungen zwischen den Häusern des schlangenförmigen "S-Blocks" und dem Volkspark Friedrichshain "Platz der Vereinten Nationen".
Deutsch-Sowjetische Freundschaft : Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) war eine Massenorganisation in der DDR, die den Bürgern Kenntnisse über die Kultur und Gesellschaft der Sowjetunion vermitteln sollte. Sie hatte 1988 rund 6,4 Millionen Mitglieder.
Schutz-Macht NVA: Die Nationale Volksarmee (NVA) war von 1956 bis 1990 die Armee der Deutschen Demokratischen Republik. Für uns Kinder und Jugendliche gab es reichlich Veranstaltungen, die uns die große Bedeutung dieser Truppe seutlich machen sollte. Auch zur vorbereitung auf die Jugendweihe gehörte das dazu. Marko Schubert ist heute froh, dass er erst nach der Wende gezogen wurde und sich für den Zivildienst entscheiden konnte.
Ehemaliges Centrum-Warenhaus in Friedrichshain: In der DDR war "Centrum" war eine Warenhauskette und Ableger der staatlichen Handelsorganisation (HO). Die Centrum-Kaufhäuser waren oft architektonische Highlights der DDR-Innenstädte - etwa das am Berliner Alexanderplatz, dessen charakteristische Aluminium-Waben-Fassade aber 2004 entfernt wurde. Das Bild zeigt das ehemalige Centrum am Ostbahnhof in Friedrichshain, wo 1985 die Patenbrigade der FDJ-ler um Marko Schubert arbeitete - was manche der Jugendlichen nicht abhielt, dort auf Klautour zu gehen.
Archenhold-Sternwarte: Die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park im Berliner Ortsteil Alt-Treptow. Sie beherbergt den Großen Refraktor, das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt, auch Himmelskanone genannt. Die Jugendstunde in der Sternwarte war für Marko Schubert mit Abstand die schönste - weil man durch das Riesenfernrohr Sterne betrachten konnte, aber auch wegen der besonders attraktiven jungen Frau, die ihn und seine FDJ-Gruppe empfing.
Archenhold-Sternwarte heute: Noch heute liegt die Archenhold-Sternwarte beschaulich in einem kleinen Wäldchen im Treptower Park und beim Blick durchs Fernrohr kann man feststellen: Alles ist gleich geblieben - nur wir haben uns verändert.
Berliner Leninplatz: Das Denkmal auf dem ehemaligen Leninplatz in Ost-Berlin entwarf Nikolai Tomski, damals Präsidenten der Akademie der Künste der Sowjetunion. Es wurde 1970 zum 100. Geburtstag Lenins eingeweiht und 1991/92 wieder abgerissen. Für Kinder der umliegenden Wohnhochhäuser war es ein beliebter Treffpunkt, so auch für Marko Schubert und seine Freunde.