Jugendzentren "Brutstätten der Gewalt"?
Breakdancer im Jugendhaus in Stuttgart-West: Im Idealfall bieten Jugendzentren einen Ort außerhalb der Schule, zu dem Jugendliche gern kommen, wo sie selbst aktiv werden können. Ob das allerdings gelingt oder ob Freizeitstätten zu "Brutstätten der Gewalt" geworden sind, darüber ist unter Pädagogen und Kriminologen eine scharfe Debatte entbrannt. mehr
Kriminologe Christian Pfeiffer: Er ist der Wortführer jener Wissenschaftler, die generell die pädagogische Arbeit in Jugendzentren in Zweifel ziehen - und die Schließung fordern.
Billardtisch (im "Kids Cafe" eines Berliner Kinder- und Jugendzentrums): Mit der Billard- und Kicker-Idylle sei es nicht weit her, kritisiert Pfeiffer zusammen mit anderen hannoverschen Kriminologen. Es fehle an Konzepten, viele Treffpunkte würden von "sozialen Randgruppen" beherrscht; dort blühe Gewalt und Kriminalität.
Für Pfeiffer und seine Mitstreiter ist klar: In Jugendzentren ist Steuergeld schlecht angelegt und sollte besser in Ganztagsschulen fließen, um dort Angebote mit Sport, Musik, Kultur zu etablieren. Sozialpädagogen sind entsetzt - sie halten die Kritik an Jugendzentren für völlig realitätsfern.
Kunterbuntes Jugendhaus (in Sebnitz): Die "Expertengruppe Offene Jugendarbeit" wehrt sich - Jugendzentren seien keineswegs "gruselige und gefährliche Orte" oder gar "Seuchenherde". Für Sozialpädagogen ist das Rufschädigung, ...
... und sie halten Orte, an denen sich Jugendliche austoben können (wie hier im Jugendzentrum "Kick" in Berlin-Moabit) für unbedingt sinnvoll. So räumt der Hamburger Pädagogik-Professor Benedikt Sturzenhecker ein, dass es in Freizeitstätten erhebliche Probleme etwa mit Gewalt gebe - aber die Ursache habe solches Verhalten keineswegs dort.