Fotostrecke Die eisige Königin
Noch in hohem Alter stand sie in Chemnitz an der Bande, um jungen Eisläuferinnen die nötigen Sprünge beizubringen. Jutta Müllers Leben war Eiskunstlauf, am Donnerstag wird sie 90 Jahre alt.
Es waren vor allem vier Sportler, die mit ihrem Namen verbunden sind: Gaby Seyfert, ihre Tochter, Anett Pötzsch, Jan Hoffmann - und natürlich Katarina Witt. Pötzsch und Witt holten unter ihr Olympiagold, Hoffmann und Seyfert Silber.
Das schönste Gesicht des Sozialismus, wie Witt genannt wurde, und ihre strenge Trainerin - Witt und Müller erfüllten das Klischee.
1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary triumphierte Witt - und die Trainerin an der Seite mit ihr.
Jutta Müller und Katarina Witt - zwei Aushängeschilder des DDR-Sports. Beide hochdekoriert auch vom Regime. Witt hat das später nicht geschadet, Müller jedoch bekam nach der Wiedervereinigung kein Engagement der Deutschen Eislauf-Union mehr.
Ihre Tochter Gaby Seyfert war der erste erfolgreiche Schützling der Trainerin Müller - und gleichzeitig gab es mit ihr die größten Konflikte. Seyfert verzichtete 1972 auf den Olympiastart, weil sie lieber heiraten wollte. Müller konnte das nicht verstehen.
Zum 75. Geburtstag der Trainerin waren diese Probleme kein Thema mehr, Mutter und Tochter haben sich ausgesöhnt.
Als streng war sie bekannt, und mit der eigenen Tochter war sie noch ein bisschen strenger. "Von morgens bis abends drehte sich alles nur um Eiskunstlauf" hat Seyfert später gesagt.
So wurde es zwar nichts aus Olympiagold für Seyfert, zur Weltmeisterin hat Müller ihre Tochter dennoch gemacht. Und die Olympia-Goldmedaillen holte die Trainerin dann mit anderen nach.