Juventus Turin in der Einzelkritik - DER SPIEGEL
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Juventus in der Einzelkritik Zusammenbruch in Minute 90+1

Lange sah Juventus wie der sensationelle, aber verdiente Sieger in München aus. Dann aber schwanden die Kräfte, und die Bayern kamen zurück. Die Juve-Spieler in der Einzelkritik.
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Gianluigi Buffon, Tor: Der 38-Jährige spielte cool, mit kurzen Ärmeln, und war in der 23. Minute in einer Pose zu sehen, die man in der Münchner Arena sonst nur von Manuel Neuer kennt: Er machte 30 Meter vor dem Tor Aufwärmübungen. Ernsthaft gefordert wurde er zum ersten Mal in der 42. Minute durch Müller, bekam in der zweiten Halbzeit deutlich mehr zu tun, konnte sich aber selten wirklich auszeichnen. War bei den beiden Gegentoren in der regulären Spielzeit machtlos. Der vierte Schuss ins Netz von Coman (110. Minute) war noch der haltbarste.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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Stephan Lichtsteiner, Abwehr: Das Pressing der Italiener zu Beginn zahlte sich vor allem dank Lichtsteiner aus: Er leitete das 0:1 in der 5. Minute ein. Hatte danach immer wieder Zeit für Offensivaktionen. Insgesamt einer der Besten im Juve-Team, auch wenn er gegen Ende Ribéry oft nicht mehr halten konnte. Hatte in der 93. Minute eine gute Chance.

Foto: Sven Hoppe/ dpa
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Leonardo Bonucci, Abwehr: Hatte hinten alles im Griff, setzte mit kurzen Sprints nach vorne auch immer wieder geschickte Nadelstiche und unterband das Kombinationsspiel vor dem Strafraum. Ließ allerdings beim 1:2 Lewandowski in seinem Rücken enteilen, und brachte damit eine kollektiv gute Abwehrleistung ins Wanken. Verlor beim entscheidenden 3:2 komplett den Überblick.

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP
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Andrea Barzagli, Abwehr: Der Ex-Wolfsburger agierte hochkonzentriert und zeigte in der ersten Halbzeit ein gutes Stellungsspiel, wurde durch die ungenauen Pässe der Bayern aber auch selten gefordert. Behielt über die zweite Halbzeit hinweg meist die Übersicht – bis zum 2:2, das wegen schlechten Timings klar auf seine Kappe ging.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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Patrice Evra, Abwehr: Schaffte es in der zweiten Halbzeit sogar, den sonst so ruhigen Robert Lewandowski zu entnerven, indem er den Polen zu einem gelbwürdigen Foul verleitete. Hatte zwar mit Costa und später mit Ribéry einiges zu tun, blieb aber meistens Herr der Lage.

Foto: Lennart Preiss/ Bongarts/Getty Images
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Sami Khedira, Mittelfeld (bis 68. Minute): Im Hinspiel unauffällig, im Rückspiel ein nimmermüder Lücken-Zuläufer. Agierte selten spektakulär und zog fast nie einen Sprint an, war aber die ganze Zeit wie ein tänzelnder Boxer in Bewegung. Etwas zu langsam unterwegs war er nach dem 2:0, als er wegen Spielverzögerung die Gelbe Karte sah. Ging vom Feld, bevor er zum angeschlagenen Boxer wurde, und wurde bei seiner Auswechslung von den Juve-Fans mit freundlichen Sprechchören bedacht.

Foto: Andreas Gebert/ dpa
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Stefano Sturaro (ab 68. Minute, Archivbild): Der Torschütze zum 2:2 im Hinspiel fiel diesmal lange gar nicht auf, in der Verlängerung sorgte er ab und an für Entlastung. Ließ nach dem 4:2 für Bayern seinem Frust freien Lauf und sah die Gelbe Karte.

Foto: OLIVIER MORIN/ AFP
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Paul Pogba, Mittelfeld: Genoss sichtlich den Moment, als er in der fünften Minute lässig zur überraschenden Führung abstaubte. Unterband mit seinen raumgreifenden Schritten und Grätschen immer wieder das Angriffsspiel der Bayern, die sich auf den französischen Nationalspieler nicht einstellen konnten. Am wenigsten Ribéry, der in der 52. Minute von seinem neun Jahre jüngeren Landsmann im Zweikampf abgekocht wurde. Mit seiner Körpersprache allein hätte Juve eigentlich das Spiel gewinnen müssen. Er ärgerte sich allerdings in der Verlängerung oft sichtbar über Fehlpässe.

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP
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Hernanes, Mittelfeld: War dank starker Zweikampfquote und viel Laufarbeit ein wichtiger Faktor dafür, dass Bayern so lange nicht ins Spiel fand. Wenn er mal nicht rankam, warf er sich einfach in den Schuss. Ihm ging nach 70 Minuten allerdings sichtbar die Kraft aus.

Foto: Lennart Preiss/ Bongarts/Getty Images
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Juan Cuadrado, Mittelfeld (bis 89. Minute): War in der ersten Halbzeit der Albtraum von Alaba und Ribéry, weil er defensiv wie offensiv gegen beide gut aussah. Erzielte nach einem Konter das 2:0 für Juventus, blieb ein ständiger Unruheherd. Einer der Besten an diesem Abend.

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images
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Roberto Pereyra (ab 89. Minute): Taktische Auswechslung für Cuadrado, die ihren Zweck nicht erfüllte - gleich danach fiel das 2:2. Hatte seine erste auffällige Aktion, als er den Ball wegschlug und Gelb sah.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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Alex Sandro, Mittelfeld: Der Brasilianer war fleißig und gewann viele Zweikämpfe, in der zweiten Halbzeit machte er auf der linken Seite aus der italienischen Vierer- eine Fünferkette - was die Kette mit zunehmender Spieldauer allerdings nicht dichter machte.

Foto: ODD ANDERSEN/ AFP
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Álvaro Morata, Angriff (bis 72. Minute): Dybala verletzt, Ex-Bayer Mario Mandzukic nicht in der Startelf - na und? Der ehemalige Spieler von Real Madrid verfolgte einen klaren Plan: Bayerns Abwehr anlaufen, solange es die Lungen hergeben. Der Plan ging auf, die Bayern-Abwehr war verunsichert. In der 28. Minute legte er mit seinem überragenden Sololauf das 2:0 auf. Hatte in der 57. Minute die Chance zum entscheidenden 3:0. Die Lungen reichten noch eine Viertelstunde, dann wurde er ausgewechselt.

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP
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Mario Mandzukic (ab 72. Minute): Der Ex-Bayer kam ins Spiel, als die Bayern immer besser ins Spiel kamen. Versuchte mit Grätschen vor dem Strafraum sein Bestes, blieb aber erst einmal ein Nichtfaktor in der nunmehr spannenden Partie. Leitete aber geschickt die erste gute Chance der Verlängerung ein, und hätte mit seiner Riesenchance in der 116. Minute das Spiel fast noch einmal spannend gemacht.

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS
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