Kagame wird Langzeitherrscher Saubermann a.D.
Paul Kagame, 59, im Wahlkampf, allerdings ohne Kampf: "Ich bin froh, dass das Ergebnis schon feststeht."
Million Ruander sind zur Wahl aufgerufen, Zehntausende kamen im ganzen Land zu den gut vorbereiteten Kundgebungen.
Überall das gleiche Bild: Kagame winkt, die Menge rastet aus.
Frank Habineza, Oppositioneller der Demokratischen Grünen Partei, war 2010 nicht zur Wahl zugelassen.
In diesem Jahr darf er antreten und kann Kagame eventuell ein paar mehr Prozentpunkte abjagen.
Auch Philippe Mpayimana ist Gegenkandidat: Von insgesamt sechs Bewerbern nahm die Wahlkommission allerdings nur die Hälfte an.
Anfang der Macht: Im Juli 1994 erobert Kagame mit einer Invasionsarmee, der Ruanda Patriotic Front, sein Heimatland, aus dem er als Kleinkind mit Familie geflohen war. Er hatte entscheidenden Anteil daran, dass der Völkermord der Hutu-Extremisten endete.
Unter Präsident Pasteur Bizimungu war Kagame Vize und Verteidigungsminister. Nach dessen Rücktritt im Jahr 2000 wurde er Interimspräsident.
Im Jahr 2000 tauschte er Camouflage gegen Business Suit. Die Wandlung vom Rebellen zum Staatsmann, der international hofiert wurde, war geglückt.
"Tora Kagame" - "Kagame wählen": Der Slogan hat sich der ersten Präsidentschaftswahl 2003, die Kagame mit 94 Prozent für sich entschied, nicht geändert.
Schon damals funktionierten Einschüchterung der Opposition und Ausschaltung der Medien perfekt, echte Gegenwehr hat Kagame immer nur in geringen Dosen zugelassen.
Auch 2010 war die Wiederwahl gut vorbereitet, nichts ging für Kagame schief. Seinen ernst zu nehmenden Widersacher ließ er Wochen vor der Wahl in Hausarrest nehmen.
Nur am Alter des Kandidaten ist der Unterschied erkennbar, ansonsten verliefen die Wahlen 2003 (94 Prozent) und 2010 (93 Prozent) fast identisch.
Tanzen für den starken Mann: Eine Kagame-Wahlkampfparty der RPF am 30. Juli in Kigali. Alles geben ist Bürgerpflicht.