Kalter Krieg bizarr - DER SPIEGEL
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Kalter Krieg bizarr Über die Mauer in den Osten

Plötzlich blieb nur noch der Sprung über die Mauer: Als dem autonomen Hüttendorf am Potsdamer Platz Ende Juni 1988 die Räumung drohte, entschlossen sich 200 West-Berliner zur Flucht - in den Osten. Stephan Noe erinnert sich an das skurrile Ende einer merkwürdigen Landnahme.
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Der Sommer war heiß: Ein leicht bekleideter, mit einer Sprey-Dose ausgerüsteter, vermummter Aktivist verewigt seine Ansichten auf der Berliner Mauer während der Besetzung des Lenné-Dreiecks im Sommer 1988. www.metinyilmaz.de 

Foto: Metin Yilmaz
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Anarchie im Hüttendorf: Während der Besetzung des "Lenné-Dreiecks", das sich zwischen dem Mauerstreifen zum Potsdamer Platz, der Bellevuestraße und der Lennestraße befand, organisierten sich die linksalternativen Aktivisten in einer Art Dorfgemeinschaft. Nachdem sie dort anfänglich nur ein paar Zelte aufgebaut hatten, entstand im Verlauf der Protestaktion ein Hüttendorf mit gut 30 Behausungen und eigener "Volxküche". Im Vordergrund ist ein "Bewohner" zu sehen, der ein Stofflaken mit Anarchiezeichen hochhält, ein anderer scheint eine Mahlzeit vorzubereiten, eine weitere, vermummte Person sammelt Steine, die als Wurfwaffe verwendet wurden. www.metinyilmaz.de 

Foto: Metin Yilmaz
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Flucht in den Osten: Am 1. Juli 1988 flohen fast 200 Anhänger der linksalternativen Szene von West-Berlin in den Ostteil, nachdem sie das sogenannte Lenné-Dreieck in einer Protestaktion besetzt hatten. www.metinyilmaz.de 

Foto: Metin Yilmaz
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Eskalation an der Mauer: Ein Wasserwerfer war im Einsatz, als die Polizei versuchte, die Besetzer des Lenné-Dreiecks zu vertreiben. Der zunächst friedliche Charakter der Landnahme war bald Geschichte. Die Provokationen von beiden Seiten spitzten sich zu: Das Dorf verwandelte sich in eine Art Wehrdorf, Gräben wurden ausgehoben, Schutzwälle errichtet, die Polizei hüllte das Gelände mit Reizgas ein, die Autonomen antworteten mit Zwillen, Feuerwerkskörper und Pflastersteinen. www.metinyilmaz.de 

Foto: Metin Yilmaz
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Eingekesselt: Einsatzkräfte der West-Berliner Polizei stehen mit Schlagstöcken bewaffnet an der Absperrung zum besetzten "Niemandsland". Die Zahl der Besetzer des Lenné-Dreiecks war gegen Ende der Protestaktion auf 600 Mitglieder der alternativen und autonomen Szene gestiegen. Nachdem es anfangs um schützenswerte Gräser und Tierarten gehen sollte, entdeckten die Protestierenden in dem Mauer-Biotop eine einmalige Chance: Einen rechtsfreien Raum, den Kräfte der West-Berliner Polizei nicht betreten durften. www.metinyilmaz.de 

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Dauereinsatz am Lenné-Dreieck: Ein Wasserwerfer zielt auf das 1988 von linksalternativen Aktivisten besetzte Gebiet. www.metinyilmaz.de 

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Grenzer mit Gasmaske und Kamera: Ein mit einer Gasmaske geschützter Mann filmt das Geschehen von der Ostseite aus. Die DDR-Staatsmedien hatten die Besetzer des Lenné-Dreiecks zu ausgewiesenen Antifaschisten und friedliebenden Aktivisten hochstilisiert. Viele Grenzer sahen den dortigen Ereignissen zu, manchmal auf Leitern stehend, mit Gasmasken geschützt, und forderten den Senat und seine Polizeikräfte über Megaphon auf, den Beschuss des Staatsgebietes der DDR mit Tränengas zu unterlassen. www.metinyilmaz.de 

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Auf der Mauerkrone: Über vorbereitete Leitern erklommen die Besetzer des Lenné-Dreieck am 1. Juli 1988 die Mauer, eingekesselt von der West-Berliner Polizei. www.metinyilmaz.de 

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Helfer in der DDR: Besetzer des Lenné-Dreiecks auf der Flucht über die Berliner Mauer in den Osten am 1. Juli 1988. Grenztruppen auf der anderen Seite warten mit Lkws auf die Ankömmlingen und helfen ihnen hinüber. Während auf der Westseite die Berliner Polizei ihren überraschend problemlosen und erfolgreichen Einsatz feierte, wurden die Verletzer der DDR-Staatsgrenze anschließend im Osten mit Frühstück versorgt. www.metinyilmaz.de 

Foto: Metin Yilmaz
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Überraschung: Die Besetzer des Lenné-Dreiecks rechneten nicht mit den Helfern, die sie auf der andern Seite der Berliner Mauer nach ihrer Flucht in den Osten am 1. Juli 1988 empfingen. www.metinyilmaz.de 

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Mit Hab und Gut: Die Besetzer des Lenné-Dreiecks verließen am 1. Juli 1988 mit Hab und Gut, Fahrrädern und Hunden den jüngsten Teil West-Berlins in Richtung Osten. www.metinyilmaz.de 

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Pflasterstein vom Potsdamer Platz: Nachdem ich zwei Jahre zuvor einen Pflasterstein aus dem Gehweg am Lenné Dreieck auf der Westseite als Souvenir mitgenommen hatte, konnte ich nach der Maueröffnung (1989) im November 1990 während einer erneuten Studienfahrt das Gegenstück vom Potsdamer Platz mitnehmen. Beide Steine sind für mich Symbole der Wiedervereinigung.

Foto: Rolf Augustin
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Pflasterstein vom Lenné-Dreieck: Das Bild zeigt einen Pflasterstein aus dem Gehweg des damals zu Ostberlin gehörenden Lenné Dreiecks. Ich war mit meinen Schülern auf Studienfahrt in Berlin und habe ihn als Souvenir mitgenommen. Nach der Maueröffnung nahm ich zwei Jahre später einen Stein von der Gegenseite, also vom Potsdamer Platz, mit.

Foto: Rolf Augustin
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