Kalter Krieg - DER SPIEGEL
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Kalter Krieg Katz-und-Maus in Weimar

Westliche Militärdiplomaten genossen in der DDR fast uneingeschränkte Bewegungsfreiheit und nutzten sie dreist aus - zur Spionage. Mit den Sowjets lieferten sie sich dabei ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel. Einer der heißesten Schauplätze: ein Sperrgebiet in der Nähe von Weimar.
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Motorhaubendiplomatie: Anhand einer Karte wird versucht zu klären, ob sich die von den Sowjets festgesetzten Angehörigen der französischen Militärverbindungsmission dort überhaupt aufhalten durften. Eine Aufnahme aus den Stasi-Akten.

Foto: BStU
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Beobachtungsposten im Grünen: Von diesem Versteck aus überwachte die DDR-Staatssicherheit den Verkehr auf der an den Flugplatz Nohra angrenzenden Fernstraße.

Foto: BStU
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Militärischer Nachlass: Die Wachgebäude der ehemaligen Kaserne Nohra-Süd blieben erhalten. Die ersten Hallen des Flugplatzes waren bereits 1916 gebaut und vom kaiserlichen Militär genutzt worden. Später zogen hier die Nationalsozialisten ein, nach dem Krieg kurzzeitig die Amerikaner und schließlich die Sowjets, deren Truppen das Gelände 1992 verließen.

Foto: Christian Handwerck
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Die Motoren stehen still: Der Flugplatz Nohra 1992 kurz vor dem Abzug der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte. Im Vordergrund sind Mi-24-Helikopter zu erkennen. Am rechten Bildrand sieht man die Flugwerft.

Foto: Christian Handwerck/Horst Zange
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Händeschütteln für den Frieden: Auch in kritischen Situationen - wie hier bei der Festsetzung der französischen Spione am 11. Januar 1980 - versuchten beide Seiten zu deeskalieren. Die Franzosen verteilten Zigaretten und Bier an die Russen, nachdem sie zuvor auf der Flucht einen russischen Major angefahren hatten. Die Aufnahme blieb in den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit erhalten.

Foto: BStU
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Festgefahrene Situation: Eingekeilt warten die Angehörigen der französischen Militärmission auf das Eintreffen des Leiters der Kommandantur Weimar. Eine Aufnahme aus den Stasi-Akten.

Foto: BStU
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Ohne Tarnung: Ob Mercedes-Geländewagen, Opel Senator oder ein modifiziertes amerikanische Modell - in der übersichtlichen Pkw-Modellauswahl der DDR fielen die Fahrzeuge der westlichen Militärverbindungsmissionen sofort auf.

Foto: BStU
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Warten auf den Chef: Nur der Leiter der örtlichen Kommmandantur war berechtigt, die Angehörigen der französischen Militärverbindungsmission nach dem Grund ihres Aufenthalts im Sperrgebiet zu befragen - und sie des Platzes zu verweisen. Eine Aufnahme aus den Stasi-Akten vom 11. Januar 1980.

Foto: BStU
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Gezielte Tabubrüche: Westalliierte Militärverbindungsmissionen durften Gebiete der DDR, die mit einem solchen Schild gekennzeichnet waren, nicht befahren. Allerdings hielten sie sich nicht in jedem Fall an dieses Verbot.

Foto: Florian Kleiner/Flugplatz Nohra e.V.
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Zeitenwende: Während die französischen Spione 1980 noch ihr Leben riskierten, um die Helikopter auf dem Flugplatz Nohra zu beobachten, konnten sie infolge der Deutschen Einheit von der Bundeswehr sogar erprobt werden. Im Hintergrund der Ettersberg mit der Gedenkstätte Buchenwald.

Foto: Christian Handwerck/Horst Zange
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Stasi-Relikt: Foto aus der Dokumentation über die Beobachtungsstellen der westalliierten Militärmissionen im Waldgebiet von Troistedt bei Weimar.

Foto: BStU
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Monument im Wandel der Zeit: Das Lenindenkmal im früheren Fliegerhorstbereich Nohra-Süd wurde nach Abriss fast aller Kasernen saniert und steht noch heute.

Foto: Christian Handwerck
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Sicher war nicht sicher genug: Das Ministerium für Staatssicherheit dokumentierte alle möglichen Stellen, von denen aus Einsicht auf den Militärflugplatz Nohra genommen werden konnte.

Foto: BStU
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Im Visier der Militärspione: Russische Mi-24-Helikopter warten auf ihre Betankung. Die Entwicklung der von den Sowjets "fliegende Panzer" genannten Kampfhubschrauber begann Mitte der sechziger Jahre. Sie werden bis heute weiterentwickelt und produziert. Die Aufnahme entstand 1992 auf dem Flugplatz Nohra.

Foto: Christian Handwerck/Horst Zange
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Ausgespäht: Eine Karte der von Stasi-Mitarbeitern aufgedeckten Beobachtungspunkte westlicher Militärverbindungsmissionen im Waldgebiet am Flugplatz Nohra bei Weimar.

Foto: BStU
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Grüße aus dem Kalten Krieg: In einem der erhalten gebliebenen Wachgebäude auf dem Flugplatz Nohra fanden sich 2010 zahlreiche dieser Karten. Sie dienten den Soldaten der Sowjetarmee als Anleitung für den Umgang mit westlichen Militärmissionen. Fast 20 Jahre nach dem Abzug der Streitkräfte war dies einer der letzten unerwarteten Funde auf dem Gelände.

Foto: Christian Handwerck
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Verlassen und verfallen: Die frühere Flugwerft ist das einzige Gebäude, das noch heute auf dem Flugplatz existiert - hier auf einem Foto aus dem Jahr 2008.

Foto: Christian Handwerck
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?