Kamikaze-Pilot "Ich stürzte bis zum Geht-nicht-mehr"
Flug in den Tod: Ein Jagdflugzeug vom Typ Messerschmitt Bf 109 im Einsatz, 1943 fotografiert. Das Flugzeug gehörte zum Jagdgeschwader "Udet", benannt nach dem legendären Fliegerhelden Ernst Udet aus dem Ersten Weltkrieg. In dieser Einheit war Erich Kreul jahrelang eingesetzt - 1945 wurde ihm ein Selbstmordeinsatz befohlen.
Deutscher Kamikazepilot: Jagdflieger Erich Kreul wurde am 17. April 1945 befohlen, dass er sich mit seinem Flugzeug in eine Ponton-Brücke von Kalenzig bei Küstrin stürzen sollte. Insgesamt starteten vom 16. April bis 19. April 1945 fast vierzig deutsche Todespiloten, die sich auf 32 Oder-Brücken stürzen sollte. Mit diesem einzigen dokumentierten deutschen Kamikaze-Einsatz im Zweiten Weltkrieg sollte der Vormarsch der Roten Armee noch aufgehalten werden. Frührere Pläne zu Selbstmordeinsätzen waren selbst bei Hitler auf Skepsis gestoßen.
Flugplatz München-Riem: Zwei Jagdflugzeuge des Typs Messerschmitt Me 262 des Jagdverbandes 44 beim Start in München-Riem, aufgenommen 1945. Im Frühjahr 1945 erlebte Erich Kreul auf diesem Flugplatz einen verheerenden Bombenangriff der Alliierten.
Flugbuch: Das Foto zeigt einen Auschnitt aus Erich Kreuls Flugbuch, das er Ende 1944 zu seiner Familie nach Dortmund brachte.
Absprung ins Leben: Erich Kreul (Foto von 2010) entschied sich im letzten Augenblick gegen den befohlenen "Auftrag zur Selbstopferung" - und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Urkunde: Dem Jagdflieger Erich Kreul wurde 1942 das Abzeichen für Flugzeugführer verliehen.
Messerschmitt-Jäger im Einsatz: Zwei Jagdflugzeuge vom Typ Messerschmitt Bf 109. Mit diesem Modell sollte Erich Kreul 1945 auf die Oder-Brücke von Kalenzig stürzen.
Nach dem Krieg: Erich Kreul, auf dem Foto zweiter von links, arbeitete nach 1945 in einer Mineralwasserfabrik und machte sich später selbstständig. Der 90-Jährige lebt heute in der Nähe von Dortmund.
Auszeichnung: Am 18. Oktober 1943 erhielt Unteroffizier Erich Kreul das Eiserne Kreuz.
Heirat im Krieg: Das Foto zeigt Erich Kreul mit seiner Frau Dorothea, die er in Magdeburg heiratete und die 1945 von ihm eine Tochter bekam. Dorothea Kreul erfuhr erst Monate nach dem Krieg, dass ihr Mann noch lebte - sie war bereits offiziell von deutscher Seite über seinen Tod unterrichtet worden.